Was tun, wenn das Baby unterwegs auf die Welt kommt?

Keine schöne Vorstellung: Die Wehen werden immer stärker - und das Krankenhaus ist noch fern. Ganz klar, dass da die Angst, das Kind im Taxi oder auf der Autobahn gebären zu müssen, immer größer wird. Hier erfahren Sie, wie Sie Ihr Baby im Notfall alleine und unterwegs auf die Welt bringen.


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Was tun, wenn man es nicht mehr in die Klinik schafft?


Ohne die Wunschhebamme an der Seite, fern ab vom Kreißsaal und vielleicht sogar ohne den Partner an der Seite – so stellen sich die wenigsten Frauen die Geburt ihres Kindes vor. Zu Ihrer Beruhigung: Die allermeisten Mütter verhalten sich in dieser Situation goldrichtig. Und zwar ohne vorher einen Kurs belegt zu haben oder sich Wissen angeeignet zu haben. Ganz intuitiv. Vielleicht weil es die Natur so angelegt hat, dass wir ein Kind auch alleine zur Welt bringen können. 

Sollten Sie Ihr Kind alleine oder unterwegs auf die Welt bringen müssen: Keine Sorge, Sie schaffen das!


© Thinkstock
Kind alleine auf die Welt bringen – So geht’s!

Um auf eine – wenn auch sehr unwahrscheinliche – Turbogeburt fern des Krankenhauses möglichst gut vorbereitet zu sein, sollten Sie alle wichtigen Telefonnummern (Festnetz und Handy) in Ihrem Handy speichern und auch in schriftlicher Form im Geldbeutel parat haben.
 
Wenn Sie das Gefühl haben, es nicht mehr rechtzeitig ins Krankenhaus oder Geburtshaus zu schaffen – hier unser kleiner Leitfaden für die Geburt unterwegs:

● Notarzt anrufen (zur Erinnerung: 112).

Hebamme anrufen – vielleicht schafft sie es ja doch noch rechtzeitig.

● Partner anrufen.

● Vertrauen Sie auf das, was Sie im Geburtsvorbereitungskurs gelernt haben: Ruhig atmen. Nur das Pressen sollten Sie nicht aktiv betreiben, sonst kommt das Kind noch schneller. Aber: Wenn Ihr Kind unbedingt schnell kommen möchte, dann werden Sie es nicht davon abhalten können.

● Wenn Sie merken, dass das Kind partout nicht mehr warten möchte: Gehen Sie in den Kniestand und legen Sie eine Decke, ein Handtuch oder Ihre Jacke unter.

● Achten Sie darauf, dass das Baby sanft aufgefangen wird und nicht auf den Boden plumpst.

● Wenn das Turbobaby dann da ist: Wickeln Sie es warm ein und legen Sie es sich auf Bauch und Brust. Möchte das Baby gleich trinken: Nur zu! Das ist ein Zeichen, dass es Ihrem Baby gut geht.

● Auch wenn es schreit, ist alles in bester Ordnung. Sollte es noch Probleme mit der Atmung haben: Sanft den Rücken massieren.

● Die Nabelschnur müssen Sie nicht durchtrennen, das übernehmen der Notarzt oder die Hebamme.

● Sollte auch die Nachgeburt (Plazenta) schon kommen, bevor ärztliche Hilfe da ist: Einfach liegen lassen.

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➤ Übrigens: Auch wenn das Baby nicht im Krankenhaus auf die Welt gekommen ist, haben frisch gebackene Mütter natürlich die Möglichkeit, mit ihrem Baby einige Tage im Krankenhaus zu verbringen. Nach der Extremerfahrung tut es besonders gut, viel Zeit mit dem Baby zu haben, keinen Haushalt schmeißen zu müssen – und so langsam aber sicher zu begreifen, dass man jetzt tatsächlich Mama ist – und dass alles gut gegangen ist. Und spätestens dann erreicht die junge Mutter auch bald den Punkt, ab dem sie unheimlich stolz auf das ist, was sie da ganz alleine gemeistert hat. 

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