Wassergeburt: Ablauf, Vorteile & Nachteile

Soll Ihr Baby im Wasser zur Welt kommen? Wie eine Wassergeburt abläuft, welche Vor- und Nachteile sie hat, haben wir für Sie zusammengefasst.


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Was ist eine Wassergeburt?



Baby nach Wassergeburt


© Thinkstock
Bei der Wassergeburt findet der gesamte Geburtsablauf in der Gebärwanne statt. Viele Schwangere nutzen gerade zu Beginn einige Zeit die Wanne, wechseln dann aber, wenn die eigentliche Entbindung bevorsteht wieder an „Land“. Bei einer echten Wassergeburt kommt das Baby in der Wanne zur Welt – unter Wasser.
Kann das Baby bei einer Wassergeburt ertrinken?
Keine Angst, das Neugeborene kann nicht ertrinken. Der sogenannte Atemschutz-Reflex verhindert das: Feine Rezeptoren in der Gesichtshaut, vor allem rund um die Region von Mund und Nase, reagieren sofort, wenn sie mit Wasser in Berührung kommen. Dann senden sie umgehend ein Signal an den Kehlkopf, die Luftröhre zu verschließen. Erst wenn das Neugeborene Luft um die Nase spürt, macht es seinen ersten Atemzug. Die Sauerstoffversorgung des Babys ist trotzdem gesichert - über die Nabelschnur erhält es die ganze Zeit ausreichend Sauerstoff.
Wann ist eine Wassergeburt möglich?
Sie haben die 37. SSW abgeschlossen? Ja! Das Baby hat eine „normale“ Lage? Ebenfalls, ja! Vorerkrankungen und Infektion sind ausgeschlossen und die Schwangerschaft verlief ohne Komplikationen? Wenn Sie das ebenfalls mit "ja" beantworten könne, steht einer Wassergeburt aus medizinischer Sicht nichts im Wege.
Wann kommt eine Wassergeburt nicht in Frage?

Wassergeburt


© Thinkstock
Nicht für alle schwangeren Frauen und ihre Babys ist eine Wassergeburt geeignet. Sind von vornherein Risiken absehbar, die auch außerhalb des Wassers erhöhte Aufmerksamkeit und Betreuung verlangen, raten die Experten ab. Dazu zählen:

Steißlage des Babys
. Die Geburtshelfer haben im Wasser nicht genügend Einsicht auf eventuelle Komplikationen beim Passieren des Geburtskanals.

● Periduralanästhesie (PDA)
: Durch die Betäubung kann können Sie die Wanne nicht selbstständig verlassen, falls es Komplikationen während der Geburt gibt.

● Sie erwarten Zwillinge.

● Ihr Baby hat zu Beginn eine unregelmäßige Herzfrequenz. Im Notfall können Arzt und Hebamme schneller reagieren, wenn Sie außerhalb der Wanne gebären.

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Vorteile der Wassergeburt

Weniger Schmerzen: Das warme Wasser wirkt entspannend und die Wehenschmerzen werden oft als erträglicher empfunden. Im Idealfall kann sich die Geburt um bis zu zwei Stunden verkürzen. "Ich habe mein Gewicht kaum gespürt und konnte mich leichter bewegen. Dadurch wurden auch die Wehen erträglicher", erinnert sich Christina K. an die Geburt ihres Sohnes.

➤ Weniger Dammrisse: Die Wahrscheinlichkeit eines Dammrisses ist geringer, da die Muskulatur entspannter ist und das Gewebe elastischer und weicher. Auch der Pressdrang ist im Wasser geringer.

➤ Weniger Stress fürs Baby:
Für das Baby bedeutet eine Wassergeburt weniger Stress: Es wechselt vom warmen Fruchtwasser ins warme Badewasser, der Schock der neuen kalten Welt fällt nicht ganz so heftig aus.

➤ Mehr Selbstbestimmung: Viele Frauen nehmen die Geburt im Wasser als stärker selbstbestimmt wahr: "Beim 3. Kind war mein idealer Platz im Wasser. Bei den anderen beiden Geburten hatte ich gemerkt, dass ich zwar meinen Mann und die Hebamme um mich herum brauche - aber bloß nicht zu nah dran. Die Wanne diente mir als Schutz meiner Privatsphäre", berichtet Iris B.

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Hat eine Wassergeburt auch Risiken?

Jein, denn bei jeder Geburt können theoretisch Komplikationen auftreten. Dennoch sollten Sie Vor- und Nachteile abwägen und sich von Ihrem Arzt und der Hebamme beraten lassen. Ein paar klare Nachteile der Wassergeburt im Überblick:
➤ Schnelle Hilfe im Notfall: Bei Komplikationen können die Geburtshelfer nicht so schnell eingreifen wie bei einer Geburt "an Land".

➤ Keine PDA : Die Linderung der Wehenschmerzen durch eine PDA ist nicht möglich.

➤ Höheres Infektionsrisiko
: Das Infektionsrisiko für Mutter und Baby ist durch das Wasser höher als bei einer „normalen“ Geburt.

Sie haben Ihr Baby per Wassergeburt bekommen? Dann berichten Sie doch darüber: Geburtsberichte. Andere User profitieren von Ihrer Erfahrung!

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...solche Schlagzeilen machen Angst. Aber es ist wichtig, darüber zu sprechen und zwar ohne Vorurteile.




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