
Volker Rosin ist der "König der Kinderdisco". Spaß und Bewegung stehen im Mittelpunkt. Hier verrät er, wie er Kleinen und Großen Beine macht.
Volker Rosin, für Kinder zwischen 3 und 8 Jahren gibt es eigentlich kaum ein Vorbeikommen am „König der Kinderdisco“. Wie verdient man sich diesen Titel?
Volker Rosin: Musik für Kinder mache ich ja schon seit 30 Jahren. Bekannte Songs wie „Die Maus auf Weltraumreise“ und „Das singende Känguruh“ stammen aus der Zeit vor der „Kinderdisco“. Dieser Begriff entstand Ende der 90er-Jahre, ursprünglich durch meine Kooperation mit der Tourismusbranche. Die Idee ist es bis heute, Kinder in Bewegung und zum Singen zu bringen, und gleichzeitig die Erwachsenen dazu zu bewegen, gemeinsam mit ihren Kindern zu tanzen. Meine Songs sind die Hits in allen europäischen Feriengebieten. So entstand der „König der Kinderdisco“.
Etwa zur gleichen Zeit startete auch der KI.KA-Tanzalarm.
Volker Rosin: Ja, der Tanzalarm wuchs aus der Idee der Kinderdisco: Kleine und Große zum Tanzen zu bringen. Der Tanzalarm ist gewissermaßen mein Kind. Durch das KI.KA-Konzept kam noch der Comedy-Aspekt mit Tom Lehel (seit der 7. Staffel Alex Huth, die Red.) sowie Singa als Moderatorin hinzu. Dass wir Erwachsene in ihren unterschiedlichsten Berufen „überfallen“, verdeutlicht unser Ziel: Wir tanzen, wir bewegen uns, wir sind fröhlich – und die Großen machen mit!
Fröhlichkeit und Optimismus ziehen sich ja wie ein roter Faden durch Ihr Werk …
machen.Das ist mein Naturell! Ich will die Dinge immer positiv anpacken und Mut Wenn ich ein trauriges Kind sehe, muss ich nicht noch ein trauriges Lied dazu singen. Lieder wie „Das Lied über mich“ („Ich hab Hände, sogar zwei…“), sollen Kinder stark machen! Diese Botschaft zieht sich durch meine Lieder. Man muss sie nur heraushören.
Es gibt darüber hinaus auch den Volker Rosin, der karitative Themen wie das Projekt „Ein kleines Herz“ zugunsten von Kindern mit Herzerkrankungen anpackt und sich für Integration einsetzt.
Ja, beides halte ich für sehr wichtig. Das Integrationsprojekt „Arkadaslar Elele“ wurde in mehreren Folgen für den KI.KA verfilmt und war Ausgangspunkt für die Sendereihe „Lasst uns heute Freunde sein“. Bisher stand zweimal die Türkei im Mittelpunkt und jeweils einmal Russland und der afrikanische Kontinent. Da wird in der jeweiligen Landesprache gesungen und getanzt und es gibt kindgerechte kulturelle Infos. Als Nächstes stehen eine chinesische und eine arabische Folge auf dem Programm.
Sie sind gelernter Erzieher, Musikpädagoge und Diplom-Sozialpädagoge und haben zwei Jahre im Kindergarten gearbeitet …
… und dabei gelernt, dass man Kinder ernst nehmen und dabei immer authentisch bleiben sollte. Dieser Erkenntnis bin ich immer treu geblieben, und das ist wohl auch der Grund, warum ich schon 30 Jahre dabei bin.

Nicht nur diese lange Zeitspanne verbindet Sie mit den beiden anderen großen Kinderliedermachern in Deutschland: Rolf Zuckowski und Detlev Jöcker. Wie ist das Verhältnis zueinander?
Das ist geprägt von großem Respekt und Anerkennung. Natürlich machen wir alle drei Musik für Kinder, aber es hat sich gezeigt, dass wir mit unterschiedlichen Ansätzen gleichermaßen erfolgreich sein können. Und mit dem Deutschen Kita- Musikpreis haben wir ganz aktuell erstmals ein gemeinsames Projekt verwirklicht. (Infos: www.kita-musikpreis.de).
2010 wurde eine Schule nach Ihnen benannt.
Ja, das ist schon eine besondere Ehre, aber auch eine große Verantwortung. Wie kam es dazu? Die Grundschule Arnstadter Weg in meiner Heimatstadt Düsseldorf wollte sich umbenennen. Als nun ein Namenspatron gesucht wurde, der aus Düsseldorf kommt und sich für Bildung, Gesundheit, Musik, Spaß und Bewegung gleichermaßen einsetzt, erhielt ich eine E-Mail der Schule mit der Frage, ob ich mir grundsätzlich vorstellen könnte, ihr neuer Namensgeber zu werden. Ich war sehr überrascht, stimmte schließlich zu, verlor die Sache aber wieder aus den Augen. Monate später las ich in der Rheinischen Post: „Bezirksvertretung stimmt über Volker-Rosin-Schule ab“.
Kennen die Schulkinder Sie?
Aber klar! Ich bin regelmäßig dort, gebe Konzerte, bin bei Projekten und Festen präsent, auch manchmal direkt im Unterricht. Da ist eine tolle Dynamik entstanden. Die Kinder freuen sich immer, wenn ich komme, und können was mit mir anfangen.
Und sie finden Volker Rosin cool?
Sie werden lachen: Sogar Jugendliche finden mich cool, und das meinen die nicht ironisch. „Crazy Banana“ ist ein Party-Kultsong geworden!
Musik als Brücke zwischen den Generationen …
… im besten Sinne!
Volker Rosin, geboren 1956 in Rheinkamp, brachte sich als 13-Jähriger selbst das Gitarrespielen bei. Während seiner Ausbildung zum Erzieher schrieb er ab 1975 erste Songs für Kinder. Seit 1978 ist er selbstständiger Kinderliedermacher. Mit über 3 Millionen verkauften Tonträgern und mehr als 500.000 Liederbüchern zählt er zu den erfolgreichsten Kinderliedermachern Deutschlands. Der Rheinländer ist in zweiter Ehe verheiratet und hat zwei erwachsene Söhne. Der ältere Sohn, Alexander, ist mit seiner Band „Alex Amsterdam“ ein erfolgreicher Independent- Musiker.
DVD/CD-Tipp
Der Nikolaus will tanzen – Tanzalarm am Tannenbaum (Moon Records, erhältlich ab dem 4. November). Weihnachtszeit und Tanzen: Passt das zusammen? Na klar – hier bleibt keiner faul auf dem Sofa – und ruck, zuck sind die Pfunde von Plätzchen und Braten wieder abtrainiert …
(Interview und Text: Dirk Müller, Chefredakteur familie&co)

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