
Sprechen lernen ist schwierig. Babys sind dabei wahre Entdeckungsreisende ins Land der Wörter. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihr Kind dabei sinnvoll begleiten und wie es sprechen lernt.
Jedes Baby löst das Rätsel der menschlichen Töne ganz auf sich gestellt - es kennt keine Sprache, in der jemand ihm erklären könnte, wie die Regeln einer Sprache funktionieren.
Aber was ist am Sprechen lernen so schwierig? Ganz einfach - das, was da den ganzen Tag lang an Tönen aus Mama und Papa herausquillt, ist erst einmal ein langer Strom von Stimm-Geräuschen. Sie alle stammen aus einem Vorrat von 150 verschiedenen Lauten, aus denen alle Sprachen aufgebaut sind - jede benutzt einen Teil davon. Und jeder kann sie als Kind allesamt erlernen.
Doch die hohe Kunst beim Sprechen lernen liegt woanders: Im Töne-Wasserfall aus Mamas Mund ist der gesamte Aufbau der Sprache versteckt. Er muss entdeckt werden. Wo fängt ein neues Wort an? Welche Arten von Wörtern gibt es? Wie werden sie zusammengesetzt und aneinandergefügt? Was ist dabei erlaubt und verboten? Wie wird betont? Und schließlich: Was bedeutet ein Wort genau, und wann kann man es benutzen? Das alles sind Fragen, die einem Baby keiner beantwortet - trotzdem wird es als Kind von vier Jahren all diese Rätsel beinahe perfekt gelöst haben und sprechen lernen.
Wie kann dieses Wunder gelingen? Dank uns. Ständig werden wir belauscht. Auch wenn Mama und Papa sich unterhalten, hört das Baby zu, um Melodie und Lautbestand der Muttersprache auszukundschaften. Am besten lernen Babys aber im Dialog sprechen: Wenn wir mit unserem Baby sprechen.
Das beginnt schon mit der Geburt. Bereits am vierten Lebenstag kann ein Säugling seine Muttersprache von anderen unterscheiden. Offenbar bringen wir Erwachsene ein Naturtalent mit, um so zu den Babys zu sprechen, wie sie es brauchen.
Prof. Ruth Albert, Sprachwissenschaftlerin an der Universität Marburg, erklärt: „Mit einem Baby kommunizieren - das macht praktisch jeder richtig: Alle Eltern sprechen überdeutlich artikuliert, mit klaren Trennungen zwischen den Wörtern und einer starken Betonung von neuen Wörtern, die ihr Kind noch nicht kennt. Wenn wir spüren, dass ein Wort wichtig ist und neu dazukommt, setzen wir es auch ganz intuitiv an markante Stellen, zum Beispiel ans Ende unseres Satzes.“ Das ist dann die berühmte Ammensprache.

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