
Fürs Baby ist es manchmal von der Windel zum Töpfchen ein langer Weg. Wie Sie Ihr Baby beim Trocken Werden unterstützen - und warum Geduld so wichtig ist
In der Regel dauert das Windelalter gut 2,5 Jahre. Um das Projekt "Windel weg" anzugehen, ist der Sommer nach dem 2. Geburtstag gut geeignet.
Folgende Gründe sprechen dafür:
Einige Eltern haben sogar den Mut, bereits im 1. Lebensjahr windelfrei zu leben. Dagegen spricht nichts - es kann nur äußerst anstrengend werden. Und obwohl Windeln nicht das weltbeste Milieu für empfindliche Babyhaut sind, hat sie der technische Fortschritt mittlerweile sehr verträglich gemacht.
Für viele junge Eltern wirkt es so, als wäre das Trockenlegen von Kleinkindern ein gewaltiges Projekt. Manche sind dann enttäuscht, ausgerechnet in der Kinderarztpraxis zu erfahren, dass der genaue Zeitpunkt des Windelstopps erfahrenen Pädiatern ziemlich gleichgültig ist:
„Wir interessieren uns für die sogenannte Sauberkeitserziehung als Mediziner zum Erstaunen vieler Eltern erst einmal gar nicht“, sagt Dr. Sabine Caspers, Kinderärztin in Hamburg, „genauso wenig wie wir stolz darauf sind, wenn ein Kind seine 1. Schuhe bekommt. Trocken werden ist kein Zeichen von Intelligenz.“
Ein zuverlässiges Zeichen dafür, dass sich ein Baby toll entwickelt und seine Eltern Großes leisten, ist es erst recht nicht: Denn die „größten Erfolge“ im Trockenlegen wurden ja zu Zeiten erbracht, als man Kinder noch so richtig dressiert hat - zuweilen ziemlich rabiat. Das funktioniert tatsächlich, sagt Dr. Caspers, passt aber eher in den Hamsterkäfig als in eine Familie. Und zu erklären ist es wohl am ehesten aus dem gewaltigen Aufwand, den auszukochende Stoffwindeln, Waschzuber und Gummihosen unseren Großmüttern bereitet haben.
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