Von Tanja Thurner
Mit der richtigen Zahnpflege für Kinder legen Sie den Grundstein für ein gesundes Gebiss. Hier erfahren Sie alles über die Pflege der Milchzähne und wie Kinder das Zähneputzen lernen. Außerdem haben wir witzige und praktische Zahnpflegeprodukte für Kinder zusammengestellt.

Eine erfreuliche Nachricht aus der Praxis: In Deutschland verbessert sich die Gesundheit der Kinderzähne. "Das liegt vor allem daran, dass die Eltern sich ihrer Vorsorgeaufgaben bewusster werden. Zähneputzen, gesunde Ernährung und regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen beim Zahnarzt sind in den meisten Familien selbstverständlich", erklärt die Münchner Kinderzahnärztin Dr. Bettina Brem. Schon vor dem ersten Zahn sollten Eltern darauf achten, nach dem Stillen oder Fläschchen den Mund des Babys von Bakterien zu befreien. Gaumen und Zahnfleisch können mit einem Wattestäbchen, speziellen Tüchern (z.B. Oral Care Rabbit von MAM) oder einer Fingerzahnbürste aus Silikon (z.B. von reer) gesäubert werden. Ab dem ersten Zahn sollten Eltern mit dem Zähneputzen beginnen.
Für die Reinigung der ersten Milchzähne eignen sich Lernzahnbürsten (z.B. von elmex oder Massaging Brush von MAM). Spezielle Kinderzahnbürsten mit weichen Borsten, einem kleinen Bürstenkopf und einem rutschfesten, kindgerechten Griff sind zur Zahnpflege für Kinder ideal. Für die ersten Milchzähne sind kurze, weiche Borsten gut. Wenn alle Milchzähne da sind, können längere Borsten zum Einsatz kommen, bzw. Bürsten mit Borsten, die an der Seite höher und in der Mitte niedriger sind.
Elektrische Zahnbürsten für Kinder werden ab einem Alter von drei Jahren empfohlen. Bitte orientieren Sie sich an den Angaben der Hersteller. Bei Anwendung einer elektrischen Zahnbürste empfiehlt es sich dennoch, das Kind an den gleichzeitigen Gebrauch einer Handzahnbürste heranzuführen. Denn nur mit einer Handzahnbürste bekommen Kinder ein Gefühl für das Zähneputzen. Ungefähr ab dem achten Lebensjahr können Kinder normale Erwachsenenzahnbürsten verwenden.
Eine ausgewiesene Kinderzahnpasta putzt und pflegt Milchzähne besonders schonend. Kinderzahnpasta enthält weniger Fluorid als normale Zahnpasta und ist deshalb nicht schädlich, wenn sie aus Versehen verschluckt wird. Fluorid ist dennoch wichtig, da es Karies entgegen wirken kann. Ideal ist für Kinder eine Zahncreme mit einem Fluoridgehalt von 0,05 Prozent. Ansonsten entscheidet der Geschmack - auch der optische. Kinderzahnärztin Dr. Bettina Brem stellt fest: "Wenn Kinder die Zahnpasta mit der Prinzessin oder der Maus selbst ausgesucht haben, macht ihnen das Zähneputzen oftmals mehr Spaß." Faustregel: Eine erbsengroße Menge Kinderzahnpasta pro Putzvorgang genügt.
Bis zum zweiten Lebensjahr ist es ausreichend, die Milchzähne einmal am Tag zu putzen. Danach sollten sie zweimal täglich geputzt werden. Je früher Eltern ihr Kind an eine regelmäßige Zahnpflege gewöhnen, desto leichter gelingt ihm später die Routine beim Zähneputzen und desto gesünder sind natürlich auch die Zähne. Wichtig: Damit die ersten Milchzähne gesund bleiben, sollten Eltern darauf achten, ihren Kindern möglichst wenig Süßes und Saures zum Essen zu geben.
Grundsätzlich brauchen Kinder bis zum Alter von zirka 6 Jahren Unterstützung beim Zähneputzen. Eltern sollten die Zähne ihrer Kinder so lange sicherheitshalber immer nachputzen. Am besten lernen Kinder das Zähneputzen mit Hilfe der "KAI-Methode". Dabei lernt das Kind je nach Fähigkeit Schritt für Schritt Kau-, Außen- und Innenflächen der Zähne richtig zu putzen. Im ersten Schritt putzt es nur die Kauflächen durch Hin- und Herbewegen der Bürste. Dann folgen die Außenflächen der Zähne, die durch kreisende Bewegungen der Bürste gereinigt werden. Im letzten Schritt wird dem Kind beigebracht, wie die Innenflächen der Zähne vom Ansatz bis zur Spitze gebürstet werden.

Zuerst bürstet Huschi auf den Kauflächen hin und her. Sie beginnt auf der rechten Seite, erst unten, dann oben. Dann kommt die linke Seite dran - erst unten, dann oben.

Dann lernt Huschi, wie man die Außenflächen der Zähne richtig putzt. Und das geht so: Huschi malt mit der Bürste Kreise auf die Zähne. Wieder zuerst auf der rechten Seite - von hinten nach vorne. Dann auf der linken Seite - von hinten nach vorne. Dann beißt sie die Zähne zusammen und putzt auch die Schneidezähne.

Schließlich lernt Huschi, wie sie die Innenflächen der Zähne richtig putzt - unten und oben. Sie beginnt mit den hinteren Zähnen und putzt dabei vom Zahnfleisch zum Zahn - von Rot nach Weiß.
Experten empfehlen den ersten Besuch beim Zahnarzt bereits für Babys im Alter zwischen sechs und neun Monaten. Zu diesem Zeitpunkt sind die ersten Vorderzähnchen sichtbar, bzw. brechen durch. Der Zahnarzt bespricht mit den Eltern die Ernährung und Zahnpflege des Kindes, kann Fehler der Eltern erkennen und somit Schäden an den ersten Milchzähnen entgegen wirken. Ungefähr im Alter zwischen 16 und 18 Monaten, bzw. nach Durchbruch der Backenzähne wird der zweite Zahnarzttermin für Kinder empfohlen. Sobald alle Milchzähne vollständig durchgebrochen sind, sollten Eltern alle sechs Monate mit ihrem Kind zur Kontrolle beim Zahnarzt gehen. Regelmäßige Besuche beim Zahnarzt geben dem Kind zu verstehen, wie wichtig Prophylaxe und Zahnpflege ist.
Angst vor dem Zahnarzt kann somit für die Zukunft vermieden werden. "Angst vorm Zahnarzt ist nicht angeboren, sondern erlernt. Daher sollen sich die Eltern über eigene Zahnarzterfahrungen nur positiv äußern", empfiehlt Dr. Bettina Brem. "Das Kind soll während dem Termin ganz allein im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen. Die Eltern dürfen gerne mit in den Behandlungsraum, aber das Kind soll alleine unsere Fragen beantworten und eigene Entscheidungen treffen." Nach dem Besuch auf dem Zahnarztstuhl sollte das Kind ausgiebig gelobt werden, das stärke das Selbstvertrauen und motiviere, so die Kinderzahnärztin.
Mittlerweile gibt es in Deutschland eine Vielzahl von Kinderzahnarztpraxen, die speziell auf die Behandlung ihrer kleine Patienten eingestellt sind. "Unsere Räumlichkeiten sind ausschließlich auf die jungen Patienten ausgerichtet, die Atmosphäre ist entspannt und fröhlich, außerdem 'verstecken' wir Angst einflößende Gegenstände", erklärt Dr. Bettina Brem. Mit lustigen Geschichten, Handpuppen und spannenden Zeichentrickfilmen finden Kinder in der Kinderzahnarztpraxis Abklenkung von der eigentlichen Behandlung. Beim Bundesverband der Kinderzahnärzte finden Sie einen Kinderzahnarzt in Ihrer Nähe: www.kinderzahnaerzte.de.
Wie es um die Zahngesundheit deutscher Kinder bestellt ist und warum gerade die Pflege der Milchzähne so entscheidend ist, lesen Sie in unserem Experteninterview auf der nächsten Seite.

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