Ice Ice Baby: Wie Ihr Baby die Hitze gut übersteht

Kaum auf der Welt geht es für Sommerbabys im wahrsten Sinne gleich heiß her. Gemeinsam mit Bübchen und der Hebamme Sarah Moitzheim haben wir die besten Tipps und Tricks für einen wundervollen ersten Sommer mit Säugling zusammengestellt. 


(0)

Melden Sie sich in unserer Community an, um Beiträge zu Ihren Favoriten hinzuzufügen.

Jetzt anmelden
Gerade auf der Welt und schon fängt das harte Leben an. Anders als im All-Inclusive-Ressort in Mamas Bauch steht jetzt für den kleinen Körper Schwerstarbeit an. Und im Sommer ist das im wahrsten Sinne besonders schweißtreibend. Hitze macht Babys sehr zu schaffen, da sie ihre Körpertemperatur noch nicht selbst regulieren können: Sie neigen zu Hitzestaus, kühlen aber auch leicht aus. Mit diesen Tipps helfen Sie Ihrem Neuling heiße Sommertage gut zu überstehen.

Wie viel Sonne ist ok?



Babys im Sommer


© unsplash
Vor allem die Mittags-Hitze sollte für Säuglinge tabu sein. Verlegen Sie Spaziergänge auf den frühen Vormittag oder kühlere Abendstunden. Dann brennt die Sonne noch nicht beziehungsweise nicht mehr so unerbittlich. Mit Neugeborenen ist es sogar besser, den ganzen Tag in der kühlen Wohnung zu verbringen, wenn die Temperaturen zu heiß sind. Nach zwei Wochen können Sie einen ersten Ausflug wagen.

Aber auch dann gilt: Auf keinen Fall direkte Sonne, Schatten ist Pflicht. Nicht nur wegen der Hitze sondern auch wegen der schädlichen UV-Strahlung. Babyhaut ist ohnehin sehr empfindlich und hat keinen natürlichen Schutz gegen die Sonne.
Sonnencreme für Babys?

Ihr Schutzsystem braucht einige Jahre, bis die Haut UV-Strahlen etwas entgegenzusetzen hat. Sie müssen Babyhaut also vor der Sonne schützen. Ältere Babys können Sie mit einer Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor bei der Abwehr unterstützen. Säuglinge vertragen diesen jedoch nur bedingt. Ihre Hautbarriere ist noch sehr dünn und kann daher viel empfindlicher auf die in Cremes enthaltenen Stoffe reagieren. Neugeborene sollten Sie deshalb gar nicht eincremen. Experten raten generell, bei Kindern unter einem Jahr Sonnencreme nur in unvermeidlichen Fällen (beispielsweise im Sonnenurlaub in heißen Gebieten) und nicht am ganzen Körper einzusetzen. Grund dafür ist, dass Babys noch nicht richtig schwitzen können, um ihren Körper zu kühlen. Das müssen sie erst noch lernen. Sonnencreme kann das Schwitzen aber zusätzlich erschweren, so dass es Kindern unter einem Jahr so noch schwerer fällt ihren Körper abzukühlen. Deshalb sollten Sie Babys unter zwölf Monaten nur an den Stellen des Körpers eincremen, die nicht durch Kleidung bedeckt sind, z. B. an den Unterarmen, den Händen, den Füßen und im Gesicht.
 
Damit der Sonnenschutz aufrechterhalten wird, ist es ratsam, alle zwei Stunden nachzucremen. „Es ist dabei sehr wichtig, dass ausreichend Sonnencreme auf der Haut verteilt wird, damit der volle Sonnenschutz erzielt wird. Bei der Auswahl geeigneter Produkte sollte man zudem darauf achten, dass diese frei von Duftstoffen und wasserfest sind“, weiß Sarah Moitzheim. Zeigen sich trotz bester Vorsorge leichte Rötungen auf der Babyhaut, sollte man sofort handeln und mit dem Kind wieder ins Haus gehen. Um der empfindlichen Haut Linderung zu verschaffen, sollte man die betroffenen Stellen mit reinem Aloe-vera-Gel eincremen, so der Rat von der Hebamme. Dies beruhigt die Haut des Babys und spendet zusätzlich Feuchtigkeit.

Ist mein Baby richtig angezogen?


Wichtig ist auch die richtige Kleidung. Achten Sie vor allem im Sommer auf das Material. Natürliche Stoffe wie Baumwolle sind ideal, da sie die Haut genügend atmen lassen und die Hitze gut nach außen abtransportieren. Meiden Sie also Kunstfasern. Und wie viel ist richtig? Ob Ihr Kind zu warm oder zu luftig angezogen ist, lässt sich ganz einfach feststellen: Fassen Sie ihm in den Nacken. Fühlt er sich warm aber nicht heiß an, ist alles in Ordnung. Schwitzt er, war die letzte Schicht doch zu viel. Ein Mützchen muss trotzdem immer sein. Es schützt vor Sonne und Zugluft. Die besten Mützchen für Neugeborene haben Ohrenklappen und einen Nackenschutz. Denken Sie auch daran, dass Babys in kühlen Räumen schnell wieder auskühlen, vor allem wenn sie vorher geschwitzt haben. Jetzt braucht das Baby wieder eine leichte Hülle, um die Wärme halten zu können. Normalerweise reicht ein dünnes Tuch oder eine Stoffwindel aus, mit dem Sie es zudecken.

 Das könnte Sie interessieren: Hitzepickel beim Baby

Babys bekommen schnell mal Hitzepickel. Woran Sie die erkennen und warum Sie schnell handeln sollten.


Die perfekten Getränke und Snacks

Stillen Sie Ihr Baby, dann müssen Sie sich keine Gedanken machen. Denn egal wie heiß es draußen ist, vollgestillte Säuglinge brauchen keine zusätzliche Flüssigkeit. Die Muttermilch reicht aus. Zu Beginn der Stillmahlzeit ist die Milch durststillend und erst wenn dein Baby länger trinkt, wird sie nahrhafter. Sie werden also vielleicht bemerken, dass Ihr Kind jetzt öfter aber viel kürzer trinken möchte. Das gleiche gilt für industriell hergestellte Säuglingsmilch. Auch diese ist so konzipiert, dass sie den Flüssigkeitsbedarf des Babys deckt. Bekommt Ihr Nachwuchs bereits Beikost, können Sie bei heißem Wetter zusätzlich Wasser anbieten. Achten Sie aber auf den Nitratwert des Wassers. Der sollte nicht über 50 mg pro Liter liegen. Kaufen Sie am besten Mineralwasser mit dem Hinweis "für Säuglingsnahrung geeignet“. Mehr dazu lesen Sie auch in unseren 10 Fragen zum Trinken bei Babys.

"[Für ältere Kleinkinder bieten sich] als leichter Snack kleine Wassermelonenstückchen ohne Kerne oder Obstbrei an, die den Wasserhaushalt der Kleinen schnell wieder ausgleichen“, empfiehlt die erfahrene Hebamme Sarah Moitzheim. Und natürlich stellt sich die wichtige Frage: Darf mein Kind ein Eis essen? Als Faustregel gilt hier: Ein Kind, das mindestens zehn Monate alt ist, Beikost kennt und Milch gut verträgt, darf durchaus einmal am Eis schlecken. Wichtig: um Gefahren durch Salmonellen zu vermeiden, lieber ein abgepacktes Eis nehmen und keines aus der Eisdiele. Wer will, kann auch ein kinderfreundliches Eis selber machen: kalte oder tiefgefrorene, aber bereits angetaute Früchte mit Joghurt im Mixer pürieren und als erfrischenden Snack anbieten.
Und wie bringe ich meinem Baby etwas Abkühlung?
Lassen Sie im Sommer einfach öfter die Windel weg. Ihr Baby wird sich über die frische Luft am Popo freuen. Nackt zu Strampeln gibt ihm einfach ein tolles Körpergefühl. Noch dazu ist das gesund für die zarte Babyhaut und beugt einer Windeldermatitis vor.

Auch wenn es für Sie die beste Erfrischung ist, mit dem Säugling im kalten Wasser zu planschen ist nicht gut. Babys kühlen sehr schnell aus, da der Körper die Wärmeregulierung noch nicht beherrscht. Deshalb brauchen Babys beim längeren Baden eine Temperatur von etwa 38 Grad, um nicht zu viel Körperwärme zu verlieren.


Baby planscht mit den Händen in Wasser


© Thinkstock
Ein kurzer kalter Reiz ist aber völlig in Ordnung. Angenehmer für das Baby ist trotzdem dieser Trick: Waschen Sie es mit einem lauwarmen Waschlappen ab. Wenn das Wasser wieder verdunstet, bringt das einen angenehm kühlenden Effekt. Vorsicht: auf keinen Fall sollte ihr Baby dabei in der Zugluft liegen!

Grundsätzlich ist Zugluft schlecht für Babys. Sie können sich leicht verkühlen und erkälten. Deshalb sind auch Ventilatoren tabu fürs Kinderzimmer. Auch bei offenem Fernster sollte Ihr Baby nicht schlafen.

Unser Tipp:
Stellen Sie einfach einen Wäscheständer mit feuchten Handtüchern auf. Das kühlt das Zimmer sanft herunter.

Zum Schlafen reicht im Sommer ein kurzärmeliger Baumwollbody und ein dünner Schlafsack. Merken Sie, dass auch diese Kombination zu warm sein sollte, nehmen Sie ein Baumwolltuch als Zudecke. Am besten unter die Ärmchen stecken und die Enden unter der Matratze festgestecken, damit nichts verrutschen kann.

Mehr Tipps, wie Sie mit dem Baby sicher durch den Sommer kommen finden Sie auch in unserer Bildergalerie oder in unserem Special "Urlaub mit Kindern".
Fühlen, matschen, ausprobieren
Die warmen Temperaturen eignen sich perfekt dazu, die Motorik zu schulen und neue Sinneseindrücke zu sammeln. Für die Kleinen, die schon krabbeln oder laufen, ist es ein tolles Gefühl, barfuß zu spielen und Gras oder Sand an den Füßen zu spüren. Eine gute Beschäftigung im Schatten ist das Planschen im kühlen Nass: einfach mit einer Gießkanne Wasser auf einem Handtuch verteilen, bis sich kleine Pfützen bilden. Legt man noch ein paar Muscheln oder Stöcke dazu, kann das Baby mit den Händen neue Formen erfühlen. Während Sonne und Wind die Haut des Babys kitzeln, kann es nebenbei bunte Schmetterlinge und Käfer beobachten. All das sorgt für neue Sinneseindrücke und fördert die Entwicklung der Kleinen.


Hebamme Sarah Moitzheim


Über die Expertin

Sarah Moitzheim hat nach ihrem Abitur eine Ausbildung zur Hebamme gemacht. Die Mutter von drei Kindern ist seit ihrem Examen im Jahr 2001 freiberuflich und auch in einer Klinik tätig. Sonnenschutz ist für sie ein ernstzunehmendes Thema in der Babypflege. Der erfahrenen Hebamme ist es besonders wichtig, eine Sonnenpflege mit gutem Gewissen empfehlen zu können. Daher ist sie seit 2018 als treue Befürworterin der Sonnenpflege-Produkte ein Teil des Bübchen Teams.

 Das könnte Sie interessieren: Schwanger im Sommer

Hier finden Sie Tipps, die Ihnen eine Schwangerschaft während der Sommermonate erleichtern.






mehr zum Thema
Leben mit Baby Säugling Babyausstattung