Bekommt mein Baby genug Milch?

Anzeichen dafür, dass Ihr Baby nach dem Stillen satt ist und genug Muttermilch bekommt.


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Bekommt das Baby genug Milch?

Eine der größten Sorgen frischgebackener Mütter: Bekommt mein Baby genug Milch?


© iStock
Wohl jede stillende Mutter kennt diese Sorgen, die einem immer und immer wieder im Kopf herumspuken: Bekommt mein Baby genug Muttermilch? Ist es nach dem Stillen auch satt? Oder hat es etwa noch Hunger und wird von mir nicht ausreichend gefüttert?

Diese Fragen sind ganz natürlich, schließlich hat die Brust keine "Tankanzeige" auf der steht, wie viel der Nachwuchs schon getrunken hat. Früher wurde Müttern deshalb häufig geraten, ihr Baby vor und nach dem Stillen zu wiegen, um so zu ermitteln wie viel Milch die Kinder zu sich genommen haben. Das ist nicht nur lästig, sondern unterbricht auch die Routine des Nachwuchses, der nach der Mahlzeit oft und gerne ein Schläfchen einlegen möchte. Außerdem kommt es nicht nur darauf an, wie viel das Kind trinkt, sondern auch darauf, wie viel Nahrung es überhaupt braucht. Manche Babys brauchen mehr Milch, manche weniger. Achten Sie deswegen eher auf diese Anzeichen:

Ob Ihr Baby genug trinkt, erkennen Sie an diesen Anzeichen

So können Sie davon ausgehen, dass Ihr Baby genug Milch bekommt:

Gesunde Farbe und feste Haut: Die Haut Ihres Babys wirkt gesund und rosig. Wenn man (vorsichtig) versucht, die Haut zusammenzudrücken, springt sie sofort wieder in Form. Bei einem dehydrierten Baby würde die Haut für einen Moment stehen bleiben.

Mindestens sechs nasse Windeln pro Tag: Ab dem siebten Lebenstag sollte Ihr Baby mindestens vier bis sechs schwere Einmalwindeln oder sechs bis acht nasse Stoffwindeln pro Tag produzieren. Der Urin eines gesunden Babys ist klar und geruchslos.
Wenn Sie sich unsicher sind, wie schwer eine volle Windel sein soll, gießen Sie sechs Esslöffel Wasser auf eine Einmalwindel und nehmen Sie sie in eine Hand. In die andere Hand nehmen Sie eine trockene Windel – das Gewicht sollte sich deutlich unterscheiden.

Hörbares Schlucken: Wenn Ihr Baby an der Brust ist, sollten Sie hören können, wie es schluckt. Anfangs macht es meist sehr schnelle, kurze Saugbewegungen, um den Milchspendereflex auszulösen, danach werden die Saugbewegungen immer größer und langsamer: Ihr Baby sollte weite ausholende Bewegungen aus dem Kiefer heraus machen. Tipp: Das Schlucken klingt wie ein gehauchtes "K".

Entspannte Händchen: Wenn Ihr Baby satt ist, ist es entspannt. Ist es hungrig, verhält es sich unruhig und angespannt. Hat es Hunger, ballt es die kleinen Händchen zu Fäusten zusammen und nimmt sie in den Mund, um daran zu saugen. Bekommt es Nahrung, öffnen sich die kleinen Fäustchen langsam, die Unruhe legt sich und die Anspannung weicht aus dem kleinen Körper. Es ist wie bei uns Erwachsenen: Sind wir hungrig, sind wir nörgelig und angespannt. Bekommen wir etwas zu essen, sind wir gesättigt, entspannt und würden am liebsten ein Nickerchen einlegen.

Nach dem Stillen ist die Brust weicher: In den ersten Wochen sollten sich Ihre Brüste nach dem Stillen deutlich weicher als davor anfühlen. Nach etwa sechs Wochen sollten sich Ihre Brüste insgesamt weicher und entspannter anfühlen, da sich Ihr Körper mittlerweile auf die Trinkmenge des Babys eingestellt hat.

Stuhlgang: In den ersten drei Lebenstagen ist der Stuhl noch tief grün bis schwarz und zäh-klebrig. Das ist das sogenannte Kindspech (Mekonium). Später wird der Stuhl eher bräunlich bis ockerfarben mit kleinen Körnern. Die Häufigkeit des Stuhlgangs kann sich von Baby zu Baby stark unterscheiden – ist also meist kein Anzeichen dafür, ob Ihr Kind genug Milch bekommt. In den ersten vier Lebenswochen sollte Ihr Baby beim Stillen oder kurz danach eine etwa eurostückgroße Menge Stuhl abgeben – wenigstens drei- bis fünfmal pro Tag. Nach der vierten Lebenswoche kann die Häufigkeit des Stuhlgangs sehr variieren. Manche Babys müssen mehrmals täglich, während andere nur noch selten Stuhlgang haben. Das ist weder ein Zeichen für Verstopfung beim Baby noch ein Zeichen dafür, dass Ihr Kind zu wenig Nahrung bekommt. Solange Ihr Baby zufrieden scheint und weiterhin reichlich klaren Urin abgibt, sollte alles in Ordnung sein.

Gewichtszunahme und Wachstum: Über das Gewicht Ihres Babys lassen sich wohl die besten Schlüsse darüber ziehen, ob es auch gut gedeiht und heranwächst. Alles zur Gewichtszunahme beim Baby haben wir hier für Sie zusammengefasst:

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Wir erkären die gesunde Gewichtsentwicklung beim Baby. Plus: Gewichtskurven und Gewichtstabelle zum Ausdrucken.


Warnsignale, dass das Baby nicht genug Milch bekommt

Eine Dehydrierung kommt bei Neugeborenen nur selten vor. Trotzdem sollten Sie die Anzeichen kennen, damit Sie im Zweifelsfall einen Arzt aufsuchen können.

➤ Ihr Baby hört nach zehn Minuten oder noch früher auf zu trinken: Bei älteren Kindern ist das normal – sie sind schon geübt im Stillen. Neugeborene sollten aber länger brauchen, um wirklich satt zuwerden.
➤ Ihr Baby ist unruhig oder teilnahmslos.
➤ Die Haut Ihres Babys sieht aus als sei sie zu groß. Ihr Baby hat eingefallene Wangen, die Haut wirkt faltig.
➤ Die Fontanelle des Babys (so nennt man die weichen Stellen am Kopf) ist auch im Liegen sichtlich eingesunken.
➤ Wenn Sie Ihr Kind an die Brust legen, hören oder spüren Sie keine Schluckbewegungen: Tipp: Legen Sie zwei Finger oberhalb des Warzenhofs auf die Brust und drücken Sie sanft. Spüren Sie eine leichte rhythmische Bewegung, heißt das, Ihr Baby trinkt und schluckt. Spüren Sie die Bewegung nicht, kann es sein, dass Ihr Kleines einfach noch die Nähe von Mama sucht und nur ein wenig an der Brust nuckelt anstatt zu trinken.

Die Häufigkeit, wie oft ein Baby an die Brust möchte, sagt übrigens nur wenig darüber aus, ob es genug Milch bekommt. Denn jedes Baby und jede Brust sind anders. Die Empfehlungen von Stillberaterinnen sprechen von mindestens acht bis zwölf Mahlzeiten innerhalb von 24 Stunden. Das lässt also durchaus etwas Spielraum offen. Übrigens: Auch Clusterfeeding, das heißt, dass Ihr Baby plötzlich sehr häufig an die Brust möchte, ist kein Zeichen dafür, dass Ihr Nachwuchs nicht richtig satt wird. Alles dazu können Sie hier nachlesen:

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Wenn das Baby ständig an die Brust möchte nennt sich das "Clusterfeeding". Das sind die Gründe dafür.


Im Zweifelsfall gilt aber immer: Sprechen Sie mit Ihrer Hebamme oder Stillberaterin. Diese können Ihr Stillverhalten und die Entwicklung Ihres Kindes beurteilen und Ihnen nützliche Tipps geben, damit Sie Ihren Nachwuchs optimal versorgen können.

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Damit sich Mama und Baby gemeinsam freuen können: Mit diesen Tipps klappt gesundes Stillen reibungslos, von Anfang an.



von Nicole Metz




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