Bernsteinkette fürs Baby: Zahnen-Hilfe oder Gefahr?

Einige schwören beim Zahnen darauf, dem Baby eine Bernsteinkette umzulegen, da es angeblich heilende Wirkung verspricht. Humbug oder wahr?


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Fakt ist, dass dem Harz, der aus der Bernsteinkiefer entstand, seit Jahrhunderten Heilkräfte zugeordnet werden - besonders seine ätherischen Öle sollen schmerzlindernd sein. Der Bernstein, den man zumeist in der Ostseeregion findet, soll gut für die Seele sein und seinen Trägern ein Wohlgefühl bescheren, außerdem soll er vor negativen Energien schützen. Einige Hebammen und Mütter schwören darauf, dass so eine Bernsteinkette dem Kind über die schwierige Phase des Zahnens helfen kann. Wer es laut Steinheilkundler richtig machen will, trägt die Kette selbst, bevor sie dem dem Nachwuchs um den Hals geschlungen wird - damit würden die Schwingungen dieses Steins besser funktionieren.

Eine Bernsteinkette soll das Zahnen erleichtern.


© Getty Images


Deshalb bekommen junge Eltern gerne hübsche Bernsteinketten geschenkt, damit das Baby eine Unterstützung in der schmerzhaften Zeit des Zahnens hat. Wenn man sich allerdings die Kette anschaut, dürften Beißringe aus Holz oder eine Veilchenwurzel besser geeignet sein, an ihnen zu nagen als die kleinen Bernsteine. Bleibt also nur noch die wohltuende Wirkung der Öle auf der Haut. Wissenschaftlich bewiesen ist das alles nicht, aber es ist wie bei so vielen Dingen - der Glaube macht's und gerade bei der Steinheilkunde ist Glaube gefragt, denn vieles erscheint unter wissenschaftlichem Auge als zweifelhaft und fast fahrlässig - vor allem, wenn es als einziges Hilfsmittel benutzt wird.

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Gefahren einer Bernsteinkette

Bevor man aber man nun seinem Nachwuchs eine Kette um den Hals schlingt, sollte man einiges beachten.

    •    Strangulierungsgefahr: So eine Bernsteinkette kann einem Baby schon die Luft abschnüren, deshalb muss sie auf jeden Fall einen Steckverschluss haben, der sich löst, sobald an der Kette gezogen wird.
    •    Robust muss sie sein: Wenn schon daran rumgezerrt wird oder das Kind irgendwo daran hängenbleibt, sollte sich die Kette als reißfest erweisen, damit das Baby keine Kleinteile verschlucken kann.
   •    Verknotung: Jeder Stein sollte einzeln in der Kette verknotet werden. So löst sich beim eventuellen Reißen nur ein Stein. Aber auch der kann in der Nase oder im Ohr landen, wenn man nicht aufpasst.


Es ist also viel Vorsicht geboten, wenn man seinem Kind so eine Kette um den Hals legen möchte. Außerdem sollte die Bernsteinkette nie das einzige Mittel sein - Beißringe*, Zahngels und Veilchenwurzel* dürften wesentlich besser geeignet sind, dem zahnenden Baby Linderung zu verschaffen und diese unschöne Zeit schneller verstreichen zu lassen.
Wenn es unbedingt Bernstein sein soll, kann man sich vielleicht auch für ein Armband entscheiden oder man lässt den Bernstein über das Bettchen baumeln. So verhindert man zumindest die Strangulierungsgefahr und hat trotzdem den Schutz des Steins.
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