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Kinder verklagen Stiefmutter, weil sie sich oben ohne zeigte

Kaum zu glauben

Kinder verklagen Stiefmutter, weil sie sich oben ohne zeigte

Hätte sich Tilli Buchanan nicht einer außergerichtlichen Einigung zugestimmt, wäre sie vermutlich als Sexualstraftäterin verurteilt worden – und das, weil sie oben ohne ihre Garage reparierte.

Die Geschichte von Tilli Buchanan aus dem US-Bundesstaat Utah ist so absurd und gleichzeitig ein trauriges Abbild unserer Gesellschaft, in der Frauen einfach immer noch nicht die gleichen Rechte haben wie Männer.

Frauenkörper ≠ Männerkörper

Es ist warm draußen. Tilli Buchanan und ihr Mann verrichten Dämmungsarbeiten an der Garage. Um ihre Kleidung nicht schmutzig zu machen, ziehen die beiden ihre T-Shirts aus. Die drei Kinder ihres Mannes, ihre Stiefkinder, sehen die beiden Erwachsenen beim Arbeiten mit freiem Oberkörper. Buchanan erzählt den Kindern – zwei Jungen im Alter von 13 und neun Jahren und ihrer zehnjährigen Schwester – dass es nicht nötig sei, sich zu schämen, und dass es keinen Unterschied zwischen ihr oder ihrem Vater ohne Hemd gebe. Das sehen die Kids anders: Sie melden die fehlende Bekleidung von Tilli Buchanan den Behörden. Es kommt zur Anklage.

Ein gutes Jahr später nun hat Buchanan laut Medienberichten einer außergerichtlichen Einigung zugestimmt. Wäre es zu einer Verurteilung gekommen, hätte sich Buchanan sehr wahrscheinlich als Sexualstraftäterin registrieren lassen müssen. Buchanan selbst hätte den Fall eigentlich gerne vor Gericht gebracht, sagte ihr Anwalt Richards, doch er habe ihr davon abgeraten. Seine Mandantin hätte den Strafprozess vermutlich verloren. Er selbst kann die ganze Geschichte kaum glauben: "Weil Tilli Buchanan eine Frau ist – und nur, weil sie eine Frau ist –, versucht der Staat nun, sie als Sexualstraftäterin zu verurteilen, weil sie genau dasselbe nicht-sexuelle Verhalten wie ihr rechtmäßig fehlerfreier Ehemann begangen hat. Tilli Buchanan wird ausschließlich aufgrund des Geschlechts für die Strafverfolgung ausgewählt."

Unzüchtiges Verhalten

Tilli Buchanan versuchte, den Fall in der Öffentlichkeit groß zu machen: Sie wollte aufzeigen, wie absurd die ganze Geschichte ist: Wieso darf ihr Ehemann seine Brust entblößen, ohne dass sich jemand daran stört, sie aber nicht? Die Staatsanwälte stellte hierzu fest: Nackte Frauenbrüste fallen in der US-Gesellschaft unter unzüchtiges Verhalten. „Das Ganze ist lächerlich“, so Anwalt Richards. „Müssen Frauen sich Sorgen machen, dass ihre Kinder sie oben ohne sehen könnten?“ Um einer Verurteilung vor Gericht zu entgehen, habe sich Buchanan nun in einer außergerichtlichen Einigung schuldig bekannt.

Lisa Purrio
Das sagtLisa Purrio:

Mein Fazit

Ich bin schockiert über die Geschichte, obwohl ich eigentlich auch nicht überrascht bin. Die Sexualisierung der weiblichen Brust bzw. des weiblichen Körpers generell ist immer noch ein riesen Thema, dass uns Frauen das Leben oft schwer macht. Wann können wir Frauenbrüste endlich mal mit Männerbrüsten gleichstellen? Keine Kommentare mehr zu Nippeln, die sich im Sommer durch das T-Shirt abzeichnen und keine Meinungen mehr zu Frauen, die in der Öffentlichkeit stillen. Das würde uns das Leben ganz schön erleichtern.

Bildquelle: Getty Images/Elisa Festa

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