Essen mit dem Baby

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Essen mit dem Baby

Mit dem Baby gemeinsam essen: Wie Sie es Ihrem Baby erleichtern mit zu essen und wie Sie Stresssituationen vorbeugen

Baby an regelmäßiges Essen gewöhnen

„Im Kreise der Familie zu essen, hilft Ihrem Kind, sich an die regelmäßigen Mahlzeiten zu gewöhnen und grundlegende Tischsitten zu erlernen“, sagt Annabel Karmel in ihrem schönen Rezepte-Buch „Neue Küche für Babys und Kleinkinder“. Bieten wir dem kleinen Tischneuling auf seinem langen Weg zur Selbstversorgung also Halt und Orientierung von Anfang an. Das gelingt am besten, wenn das Baby das gemeinsame Essen als positives Erlebnis wahrnimmt, das die Familie zusammenführt. Die Botschaft lautet: „Du bist willkommen, du gehörst dazu.“ Aber wie vermitteln wir diese Botschaft? Stichwort Familientisch: Wenn die Familie zumindest einmal am Tag zum gemeinsamen Essen zusammenkommt, gewinnt das Baby frühzeitig den Eindruck, dass Essen im vertrauten Kreis etwas Schönes und Angenehmes ist. „Regelmäßige gemeinsame Mahlzeiten, egal ob Frühstück, Mittag- oder Abendessen, geben Ihrem Kind, und sei es noch so klein, ein Beispiel, an dem es sich orientieren kann“, sagt die Buchautorin Franziska von Au in ihrem Ratgeber „Knigge für Kinder“.

Freundliche Atmosphäre beim Essen mit dem Baby wichtig

Ganz wichtig ist dabei eine freundliche, entspannte Atmosphäre, in der man sich zuhört und ausreden lässt. Davon profitiert nicht nur das Baby: Umgekehrt bietet er allen Tischgenossen eine gute Gelegenheit, das eigene Essverhalten einmal kritisch unter die Lupe zu nehmen. Wichtig: Von Anfang an sollte das Baby, wie alle anderen auch, seinen festen Platz am Tisch haben. Es verwirrt nur, wenn sich jeder mal hierhin, mal dorthin setzt. In seinem Kinderstuhl sollte er Überblick über das gesamte Angebot haben: Brot, Käse, Wurst, Gurken, Karotten usw. - und selbst signalisieren dürfen, was er kosten will, wobei die Portionen natürlich biss- und häppchengerecht sein müssen. Angebote machen, probieren lassen, aber nichts aufnötigen: Im Prinzip sollten die kleinsten Kinder bei Tisch genauso behandelt werden wie die älteren auch.

Feste Regeln haben noch Zeit

Feste Regeln haben noch Zeit

Beim Essen kann man von Babys keine Rücksicht oder „Disziplin“ im engeren Sinne erwarten. Weder müssen sie aufessen, noch müssen sie sitzen bleiben, bis alle fertig sind. Solcherlei Regeln sind erst ab dem Kindergartenalter sinnvoll. Eine „Extrawurst“ muss aber trotzdem nicht sein, denn zu Tisch sollten Sie Ihren „kleinen König“ oder Ihre „kleine Prinzessin“ nicht als solche behandeln: Der Kinderstuhl ist kein Thron, sondern einfach ein Platz, der den anderen weder über- noch untergeordnet ist. Gelassenheit zeigen, wenn das Baby Erfahrungen sammelt, ist dabei besser als ständiges Beobachten: „Auch liebevolle Kontrollen können dem Kind den Appetit verderben“, sagt der dänische Familientherapeut Jesper Juul. Sein Credo lautet: Babys müssen beobachten und experimentieren dürfen, dann fügen sie sich durch Nachahmung von ganz allein in die familiäre Kultur ein.

Ausprobieren sollte dem Baby erlaubt sein

Und das Besteck? Klar: Babys und Kleinkinder können nicht von Anfang an perfekt mit Gabel und Löffel hantieren. Ihr wichtigstes Werkzeug sind die Hände, und das ist auch gut so. Alles, was man verstehen soll, muss man auch be-greifen dürfen. Dabei geht natürlich erst mal einiges daneben - aber das gehört dazu. Richten Sie den Esstisch entsprechend „unfallsicher“ ein, damit keine Flecken zurückbleiben. Übrigens: So wichtig die Hände für sie sind - schon knapp Einjährige machen sich eifrig an die Arbeit, wenn sie erstmals im Kreis der Familie mit Babylöffel, Kindergabel und Lerntasse hantieren dürfen! Ihr Baby will Ihnen nacheifern, auch mit Besteck und Becher. Stichwort Familie: Das bedeutet auch, dass das schöne Ritual zu Tisch der gemeinsamen Kommunikation dient. „Spielzeug hat dabei ebenso wenig zu suchen wie Gameboy oder Handy. Oder gar die Zeitung der Eltern!“, stellt Franziska von Au klar. Und erst recht der Fernseher: Alles, was von den Tischgenossen und dem Nahrungsangebot ablenkt, trübt die Wertschätzung der Babys für ein harmonisches Miteinander.

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