Gewichtszunahme beim Baby

Ein wesentliches Indiz dafür, dass sich dein Baby gut entwickelt, ist sein Gewicht. Gewichtstabellen und Perzentilekurven helfen dabei, die gesunde Gewichtsentwicklung im Blick zu behalten.

Gewicht beim Baby: Geburtsgewicht und Gewichtsverlauf

Gewichtszunahme ist ein Zeichen dafür, dass sich dein Baby gesund entwickelt.


Vom Säugling zum Kleinkind – die Entwicklung des Babys in den ersten Lebensmonaten und -jahren erfordert eine ungeheure Menge an Energie, die die Kleinen über die Nahrung zu sich nehmen müssen. Reichen die aufgenommenen Kalorien für die körperliche und geistige Entwicklung aus, wächst dein Baby kontinuierlich und nimmt zügig zu. Die Faustregel heißt: Innerhalb des ersten halben Jahres verdoppelt sich sein Geburtsgewicht, bis zum ersten Geburtstag hat es sich verdreifacht.

Fakten zum Geburtsgewicht

Etwa bis zur 20. SSW wiegen alle Babys ungefähr gleich viel. Danach wird es allmählich individueller und es entwickeln sich langsam Größenunterschiede. Ab der 34. SSW legen die Kleinen noch einmal richtig zu und es kommt zu echten Wachstumsschüben: Um die 200 Gramm legen Babys in diesem Stadium alle sieben Tage zu. Bei der Geburt bringt ein Großteil der Neugeborenen ein Gewicht zwischen 3000 und 4000 Gramm auf die Waage. Laut einer WHO-Studie liegt das durchschnittliche Geburtsgewicht von deutschen Babys bei 3.480 Gramm.

Einfluss auf das Geburtsgewicht haben vor allem die Gene, aber auch das Alter der Mutter, ob es das erste oder zweite Kind ist und das Geschlecht des Kindes. Zweite oder dritte Kinder einer Frau sind meist etwas schwerer als das Erstgeborene, da der Körper nun quasi schon auf die Schwangerschaft vorbereitet ist und er alles schon einmal durchgespielt hat. Außerdem ist das Geburtsgewicht von Jungs höher als das von Mädchen. Der Grund: Jungen essen im Mutterleib schlicht mehr als Mädchen. Etwa ab der 30. SSW kann das Kleine aktiv seine Nahrungsversorgung beeinflussen, also mehr oder weniger Nahrung über die Nabelschnur aufnehmen. Warum Jungs mehr aufnehmen als Mädchen ist allerdings nicht geklärt. Eine Vermutung: Die kleinen männlichen Vertreter sind empfindlicher als ihre weiblichen Counterparts. Um ihre Startchancen also zu verbessern, stattet Mutter Natur sie mit ein bisschen mehr Gewicht aus.

Natürlich beeinflussen auch noch andere Faktoren das Geburtsgewicht der Kleinen: Wie gut wird das Baby über die Plazenta mit Nährstoffen versorgt? Liegen Erkrankungen vor wie Schwangerschaftsdiabetes? Und vor allem auch: Wie ernährt sich die Mutter während der Schwangerschaft? Hoher Kaffeekonsum kann zum Beispiel das Geburtsgewicht senken. Deshalb empfiehlt die WHO schwangeren Frauen, nicht mehr als 300 mg Koffein pro Tag zu sich zu nehmen. Das entspricht ungefähr drei Tassen Kaffee. Durch die richtige Ernährung kannst du also durchaus auch beeinflussen, ob dein Kind als kleiner Wonneproppen auf die Welt kommt oder eher ein niedrigeres Geburtsgewicht hat.

Gewichtsentwicklung beim Baby: Erst weniger, dann immer mehr

Die Gewichtszunahme startet nicht gleich sobald dein Baby auf der Welt ist. Die ersten Tage nach der Geburt nimmt dein kleines Bündel Glück nämlich erstmal an Gewicht ab. Das ist ganz normal und hängt mit der körperlichen Anpassung an das Leben außerhalb des Mutterleibs zusammen. Der kleine Körper wird sozusagen „hochgefahren“: Er ist nun selbst für das Halten der Körpertemperatur, für die Nahrungsaufnahme und alle Stoffwechselvorgänge verantwortlich. Und das alles verbraucht anfangs mehr Energie, als dein Baby zu sich nimmt. So kann es innerhalb der ersten fünf Tage bis zu sieben Prozent seines Geburtsgewichts verlieren. Spätestens ab dem sechsten Tag nach der Geburt sollte dein Baby dann aber stetig zunehmen und nach maximal zwei Wochen wieder sein Geburtsgewicht erreicht haben.

Anfangs geht die Gewichtszunahme beim Baby recht schnell. In den ersten drei Monaten sind es pro Woche etwa 200 Gramm, in den nächsten drei Monaten etwa 100 bis 140 Gramm pro Woche. Mit sechs Monaten ist das Baby nun schon doppelt so schwer wie am Tag seiner Geburt. Bis zum ersten Geburtstag steigt sein Gewicht pro Woche weiter um die 90 bis 120 Gramm. Im zweiten Lebensjahr sind es dann noch etwa 40 bis 90 Gramm pro Woche.

Übrigens: Das Gewicht gestillter und mit der Flasche gefütterter Babys kann sich stark unterscheiden. Gestillte Babys bringen in den ersten drei Monaten meistens etwas mehr auf die Waage. Aber keine Sorge, allein durch das Stillen kannst du dein  Baby nicht überfüttern. Spätestens wenn die Kleinen das Krabbeln anfangen oder ihre ersten Schritte machen, werden sie wieder schlanker. Beim Füttern mit der Flasche und bei der Einführung der Beikost solltest du hingegen gut auf die Sättigungssignale deines Babys achten, um eine Überfütterung und damit das Risiko baldigen Übergewichts zu vermeiden.

Mit unserem Perzentilenrechner kannst du mit wenigen Klicks erfahren, ob die Gewichts- und Größenentwicklung deines Kinds in einem gesunden Rahmen liegt:

Geschlecht
Alter:
Größe & Gewicht:

Gewichtskurve fürs Baby und Baby-Gewichtstabelle

Anhand der sogenannten Perzentilenkurven können Arzt und Hebamme feststellen, wie sich dein Baby im Vergleich zu gleichaltrigen Kindern entwickelt. Ist das Baby schwerer oder leichter als andere Kinder in seinem Alter? An den Gewichtskurven des Robert-Koch-Instituts* kannst du das leicht ablesen:

 Gewichtskurve Baby: Mädchen

Gewichtskurve für Baby-Mädchen (Daten: Robert Koch Institut, KiGGS)


 Gewichtskurve Baby: Jungen

Gewichtskurve für Baby-Jungen (Daten: Robert Koch Institut, KiGGS)


* Die KiGGS-Perzentile zum Körpergewicht basieren auf einer großen, national repräsentativen Stichprobe und auf standardisierten, einheitlich qualitätskontrollierten Messungen des Körpergewichtes (Robert Koch Institut)

An der waagerechten Achse des Diagramms liest du das Alter deines Kindes ab, an der senkrechten sein Gewicht. Die eingezeichneten Perzentile sind dabei statistische Mittelwerte, die du ganz einfach gesagt so übersetzen kannst: Die Gewichts-Perzentile gibt an, wie viel Prozent der gleichaltrigen Babys gleichen Geschlechts leichter sind als deines. Beispiel: Liegen die Werte deines Babys auf der dritten Perzentile (P3), sind nur drei Prozent der Gleichaltrigen noch leichter, die große Mehrheit der Babys wiegt mehr als deines. Liegen seine Werte jedoch auf der 97. Perzentile (P97), sind 97 Prozent der Gleichaltrigen leichter als dein Baby. Dein Baby wäre damit schon ein echter Wonneproppen im Vergleich zu seinen Altersgenossen. Die genauen Gramm-Zahlen der KiGGS-Referenzperzentile P3, P50 und P97 findest du in der dazugehörigen Gewichtstabelle:

Gewichtstabelle Baby: Mächen und Jungen

Gewichtstabelle für Babys (Daten: Robert Koch Institut, KiGGS)


Das Gewicht wird bei den Vorsorgeuntersuchungen dokumentiert

Es ist wichtig, die Gewichtsentwicklung im Zusammenhang zu betrachten. In der Regel ist es so, dass sich das Gewicht des Babys von Geburt an kontinuierlich in einem bestimmten Perzentile-Bereich bewegt und es keine großen Ausreißer gibt. Viele Schwankungen oder ein dauerhaftes Einpendeln auf eine besonders niedrige oder hohe Perzentile sollten jedoch vom Arzt abgeklärt werden.

Das Wachstum und die Gewichtsentwicklung werden bei jeder U1 bis U11 Vorsorgeuntersuchung überprüft und im gelben Vorsorgeheft dokumentiert. Du solltest dir also nicht allzu große Gedanken darum machen. Solange dein Baby fit und munter ist, regelmäßig und gut trinkt, seine Windeln mindestens sechs Mal am Tag nässt und mindestens einmal am Tag Stuhlgang hat, sein Bäuchlein ausladend ist und sich kleine Fettpölsterchen an den Fingern bilden, entwickelt es sich gut. Nur bei Früh- und Mangelgeburten empfiehlt es sich, zur Sicherheit eine Babywaage im Haus zu haben um die Gewichtsentwicklung im Auge zu behalten.

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