Haare färben in der Stillzeit: Gefährlich oder ok?

Erträgt man auch während der Stillzeit den unschönen Haaransatz oder ist es ungefährlich, sich die Haare zu färben?
 


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Viele Frauen verzichten während der Schwangerschaft darauf, ihre Haare zu färben und sind sich dann unsicher, ob sie während der Stillzeit auch davon Abstand nehmen sollen. Hersteller von Färbeprodukten sagen, dass sie keine gesundheitsschädlichen Stoffe benutzen, das Bundesinstitut für Risikobewertung gibt ihnen in einer Erklärung von 2014 auch Rückendeckung: "Hinweise auf gesundheitliche Risiken durch Haarfärbemittel, die während der Schwangerschaft und Stillzeit verwendet werden, liegen derzeit nicht vor." Wer sich jetzt nicht an dem Wort "derzeit" stört, kann also beruhigt zum Färbepinsel greifen.

Haare färben in der Stillzeit

Haare färben in der Stillzeit: Das muss man beachten


© Getty Images

Färben in der Stillzeit - diese Dinge sollte man beachten

Die gängigen Färbeprodukte stecken aber nunmal voller Chemikalien wie Ammoniak, welches das Haar aufquillt oder P-Phenylendiamin (PPD), das seit fast 150 Jahren zum Färben des Schopfes verwendet wird und dem man nachsagt, dass es Allergien auslösen kann. Stillzeit hin oder her - wenn es auf dem Kopf juckt, sollte man gleich Abstand nehmen! Bei dem Benutzen der Färbemittel sollte man große Achtsamkeit walten lassen und diese Dinge immer im Hinterkopf behalten:
 
   •   Handschuhe benutzen: Das merkt man schon von ganz allein, dass es prickelt, also bitte immer die Hände schützen.
 
   •   Packungsbeilage beachten: Das Färbemittel sollte nie länger als vorgegeben im Haar und auf der Kopfhaut sein.
 
   •   Gründlich auswaschen Damit auch keine Reste auf der Kopfhaut bleiben.
 
   •   Gut lüften: Es ist ein ziemlicher Gestank, wenn sich die Chemikalien freisetzen, also immer gut lüften und das Baby diesen Gerüchen nicht aussetzen.
 
   •  Nicht übertreiben: Man sollte nicht alle drei Wochen zum Pinsel greifen - auch das Haar wird es einem danken.

Dann doch lieber zum Profi?

Oder man geht gleich zum Friseur, denn diese können einen beraten - je nach gewünschter Haarfarbe kann man möglicherweise auch auf Ammoniak verzichten und haar- sowie kopfhautschonende Produkte nutzen. Sollte es aber ein kräftiges Blond werden, wird es schwierig. Auf alle Fälle sollte man im Friseursalon sagen, dass man noch stillt, damit alle Vorsichtsmaßnahmen angewendet werden.

Vielleicht lieber tönen?

Tönungen sind zu empfehlen, denn sie sind viel schonender für das Haar und die Kopfhaut, allerdings halten sie nicht so lange, weil sie sich schnell wieder herauswaschen lassen. Wegen des Mangels an den strittigen Chemikalien eignet sich die Tönung dann auch Frauen, die stillen.

Griff zu Naturprodukten

Auch Naturprodukte können nicht das gewünschte Knallblond bieten oder die grauen Haare ganz abdecken. Aber es gibt Hausmittel wie Zitrone, Honig oder Kamille, die beim Aufhellen der Haare helfen und garantiert chemiefrei sind. Henna ist ein beliebtes Naturfärbemittel, aber auch da muss man aufpassen, denn in einigen Mischungen können Pestizide stecken. Und auch PPD, deshalb sollte man sich immer die Verpackung genau anschauen. Fehlt eine Beschreibung von Inhaltsstoffen - Finger weg!

Kompromiss: Strähnchen

Da nur bei einer Komplettfärbung die Chemikalien durch die Kopfhaut in den Blutkreislauf geraten können, sind Strähnchen eine gute Alternative, denn hier wird zumeist nur das Deckhaar mit Strähnchen versehen. Für alle, die sich ihre Haare blonder wünschen oder die grauen Haaren verdecken möchten, ist dies eine gute Kompromisslösung, denn hier gerät die Färbung nicht auf die Haut.
Letztendlich muss man sich entscheiden, denn eine hundertprozentige Absicherung gibt es nicht - wie wohl nie im Leben. Die zuständigen Behörden geben jedenfalls das Go und wenn man sich an die nötigen Vorsichtsmaßnahmen hält, wäre es unbedenklich. Wem das aber trotzdem zu heikel für das Baby in der Stillzeit ist, lässt sich das Haar mit einem kaschierenden Stufenhaarschnitt schneiden oder erträgt für ein paar Monate den dunkleren Haaransatz und die auftauchenden grauen Haare. Auch eine Stillzeit geht mal vorbei.



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