Kinderhochstühle im Test: Die Testsieger bei Stiftung Warentest

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Kinderhochstühle im Test: Die Testsieger bei Stiftung Warentest

Kinderhochstühle gehören quasi zur Grundausstattung von Familien. Umso bedenklicher, dass Stiftung Warentest in ihrem Kinderhochstuhl-Test nur 3 von 20 Produkten als empfehlenswert einstuft.

Wer ein Kind hat, hat in den meiste Fällen auch dieses Teil zuhause: einen Kinderhochstuhl. Genau wie Babybett und Wickeltisch gehört er im Großteil aller Familien zur Grundausstattung. Gut, dass Stiftung Warentest sich mit seinem Kinderstuhl-Test in der Ausgabe 06/2018 diesem Thema angenommen hat. Schlecht, dass so viele Kinderhochstühle im Test, nämlich 11 an der Zahl, mit “mangelhaft” abschnitten.

So hat Stiftung Warentest die Kinderhochstühle getestet

Stiftung Warentest hat sich für seinen Kinderhochstuhl-Test 20 Hochstühle vorgenommen, darunter 12 mitwachsende Treppenhochstühle inklusive 4 Babywippen, sowie 8 einfache Kinderhochstühle und Klapphochstühle. Die Produkte wurden in den Kategorien Kindgerechte Gestaltung (30 %), Handhabung (20 %), Haltbarkeit (20 %), Sicherheit (20 %) und Schadstoffe (10 %) untersucht.

Die Kinderhochstühle für den Test wurden Ende 2017 und Anfang 2018 gekauft.

Die Testergebnisse im Überblick

Von 20 getesteten Kinderhochstühlen erhielten 11 Produkte ein “mangelhaft”. Das ist kein schönes Ergebnis. Die größten Mängel: Schadstoffe und Sicherheit. Sieben Hochstühle waren mit zu hohen Schadstoffmengen belastet und bei vier mangelte es an Sicherheit. Eine konkrete Empfehlung spricht Stiftung Warentest nur für drei Kinderhochstühle aus, alles Treppenhochstühle.

Die Testsieger: Stiftung Warentest zeigt, dass gute Qualität nicht teuer sein muss

Stiftung Warentest spricht sich nach ihrem Kinderhochstuhl-Test ganz klar für drei Produkte aus: Für die beiden hochpreisigen Treppenhochstühle von Evomove und Stokke und für den deutlich kostengünstigeren Hochstuhl von Safety 1st für ca. 69 €* (schön, wenn der Markenname Programm ist). Das Modell Nomi von Evomove kostet hingegen ca. 395 €*, der Tripp Trapp von Stokke 380 €*.

Alles drei Kinderhochstühle erzielten im Test ein Ergebnis von “gut”.

Vorsicht beim Preisvergleich: Stokke und Evomove bestehen aus Modulen, die einzeln gekauft werden müssen. Beim Inhalt genau hinschauen, damit euch am Ende kein sicherheitsrelevantes Modul fehlt.

Die beiden teureren Produkte bieten zusätzlich einen Babyaufsatz, sodass der Hochstuhl schon sehr früh genutzt werden kann. Die Babywippen wurden ebenfalls geprüft, schnitten aber deutlich schlechter als die eigentlichen Hochstühle ab, Evomove erzielte hier ein “ausreichend” (4,0) und Stokke ein “befriedigend” (3,5). Stokke hat mittlerweile an den Kritikpunkten seiner Babywippe von 2018 gearbeitet und diese sind bei den aktuellen Babywippe bereits behoben – siehe Details der Testsieger. Die Babywippen sind eine Zusatzausstattung und müssen, wenn gewünscht, jeweils noch zum Hochstuhl dazu gekauft werden, was natürlich den Preis weiter erhöht.

Bei den Kinderhochstühlen im Test siegte in der Kategorie Kinderhochstuhl (ohne Treppenfunktion) der Klappkinderhochstuhl Sit’n Relax von Hauck mit einer Bewertung von “befriedigend” (2,9).

Die drei Testsieger im Detail

Kinderhochstuhl-Test: Testsieger von Stiftung Warentest Nomi Evomove

Nomi von Evomove

Der Kinderhochstuhl Nomi von Evomove erzielte im Kinderhochstuhl-Test von Stiftung Warentest ein “gut” (1,6). Besonders die kindgerechte Gestaltung für Kinder ab fünf Monaten, sowie die stufenlos auf die Größes des Kindes anpassbare Fußstütze wurden positiv bewertet. Zudem ist der Hochstuhl einfach zu handhaben und leicht. Sein Design ist sehr modern und er kann zusätzlich mit einer Babywippe für Babys bestückt werden. Allerdings schnitt der Babyaufsatz im Test nur mit “ausreichend” (4,0) ab, da der Stuhl kippt, wenn sich ein Geschwisterkind an die Babyschale hängt. Ein großes Sicherheitsrisiko.

Ausstattung: Der einfache Kinderhochstuhl Nomi ohne Zubehör ist aus Holz und Hartplastik gefertigt. Das Holz für den Sockel gibt es in vier Ausführungen. Für das Set bestehend aus Standfüßen, Fußtritt, Sitz und Rückenlehne stehen zehn Farben zur Auswahl.

Preis: Nomi von Evomove kostet in der von Stiftung Warentest getesteten Ausstattung mit Bügel, Tablett, Gurt und Kissen ca. 395 €. Die Teile können bzw. müssen einzeln gekauft werden, z. B. bei Babywalz. Die Basis des Hochstuhls Nomi besteht aus zwei separat käuflichen Teilen, der Nomi Mittelsäule aus Holz für ca. 80 €*, sowie dem Set bestehend aus Füßen, Sitzfläche, Fußstütze und Rückenlehne für ca. 140 €*.

Zubehör: Zum Basic-Hochstuhl gibt es mit Nomi Mini noch einen Bügel für Kinder von 6 bis 24 Monaten, ca. 40 €* (ebenfalls in zehn Farben), ein Sitzkissen für mehr Komfort in zehn Designs für ca. 50 €*, ein ansteckbares Tablett in sieben Farben für ca. 45 €*, eine Baby-Set bestehend aus dem Nomi Neugeborenen-Aufsatz für ca. 75 €* und der Nomi Neugeborenen-Matratze mit Gurt für ca. 80 €* (von der Stiftung Warentest abrät) und einen dazugehörigen Spielbogen für ca. 40 €*. Zudem kann ein separater Sicherheitsgurt für Nomi Mini für ca. 40 €* gekauft werden – was für die Nutzung mit Kleinkindern unbedingt zu empfehlen ist.

Kinderhochstuhl-Test: Testsieger von Stiftung Warentest Tripp Trapp Stokke

Tripp Trapp von Stokke

Der Tripp Trapp von Stokke ist ein Klassiker, den es schon seit 1972 gibt. Der Senior unter den Hochstühlen erzielte im Stiftung Warentest ebenfalls die Note “gut” (1,6). Der Kinderhochstuhl aus Holz ist sicher und frei von Schadstoffen. Der ergonomische Sitz eignet sich für Kinder ab fünf Monaten und die Fußstütze kann individuell angepasst werden. Ebenso der Abstand von Sitzfläche und Rückenlehne.

Das Beste am Kinderhochstuhl Tripp Trapp ist jedoch, dass er mitwächst und sogar noch von Schulkindern und gar Erwachsenen benutzt werden kann – das relativiert den hohen Kaufpreis deutlich.

Der Hochstuhl im skandinavischen Design kann ebenfalls mit einer Babywippe ausgestattet werden, die im Stiftung Warentest aber nur mit “befriedigend” (3,5) abschnitt, da kleine Babys darin zu aufrecht positioniert sind.

Stiftung Warentest rät im Test von 2018 zwar von der Benutzung der Babywippe ab, der Hersteller hat hier jedoch nachgearbeitet und die aktuellen Babysets sind in ihrem Winkel verstellbar, sodass dieser Mangel nicht mehr gegeben ist.

Ausstattung: Der einfache Kinderhochstuhl Tripp Trapp von Stokke ohne Zubehör ist komplett aus Holz gefertigt und in drei Holzarten und je nach Holzart in bis zu 13 Farben erhältlich.

Preis: Der Tripp Trapp von Stokke kostet in der von Stiftung Warentest getesteten Ausstattung mit Bügel, Tablett, Gurt und Kissen ca. 380 €. Der Basic Tripp Trapp ist ab ca. 184 € erhältlich*.

Zubehör: Zum Basic-Hochstuhl gibt es u.a. das Tripp Trapp Babyset mit Rückenstütze und Bügel, erhältlich in 13 Farben für ca. 44 €*, ein Mini-Kissen in fünf Designs für ca. 44 €*, ein Sitzkissen Classic in 13 Designs für ca. 37 €*, ein ansteckbares Tablett in drei Farben für ca. 39 €*, einen Gurt für ca. 38 €*, sowie das Newborn Set (Babywippe) in drei Farben für ca. 99 €*.

Kinderhochstuhl-Test: Testsieger von Stiftung Warentest Timba Safety 1st

Timba von Safety 1st

Der Kinderhochstuhl Timba von Safety 1st wurde mit einer Bewertung von “gut” (2,2) Zweitplatzierter der Stiftung Warentest. Der Treppenkinderhochstuhl ist im Vergleich zu den Testsiegern sehr günstig und überzeugte im Test trotzdem mit Sicherheit und kindgerechter Haltung, insbesondere bei größeren Kindern. Wichtiger Hinweis von Stiftung Warentest: Der Sitz sollte (wie auch die anderen beiden Testsieger) nicht ohne Gurt verwendet werden. Er sollte immer angelegt werden, da Kinder sonst alleine aussteigen können. Für den Timba von Safety 1st gibt es keine Babywanne.

Ausstattung: Der einfache Kinderhochstuhl Timba von Safety 1st ohne Zubehör ist komplett aus Holz gefertigt und in drei Farben erhältlich.

Preis: Der Timba von Safety 1st kostet in der von Stiftung Warentest getesteten Ausstattung mit Tablett und Gurt (ohne Kissen) ca. 76 €*.

Zubehör: Zum Basic-Hochstuhl gibt es u.a. ein Sitzkissen für ca. 12 €*. Der Stuhl wird meist bereits in Kombi mit Tisch und Gurt angeboten.

Kinderhochstuhl-Test: Testsieger von Stiftung Warentest Sit'n Relax Hauck

Sit’n Relax von Hauck

Treppenkinderhochstühle sind praktisch und gut, aber manchmal muss es etwas Platzsparendes zum Klappen sein. Hier schneidet der Sit’n Relax von Hauck mit “befriedigend” (2,9) in der Kategorie der Klappkinderhochstühle am besten ab. Der Kinderhochstuhl im Test kommt direkt inklusive Baby- und Kinder-Aufsatz, Gurt und Tablett. Der Stuhl wies im Test keinerlei Schadstoffe auf, war allerdings in  Handhabung, kindgerechten Haltung und Sicherheit nur “befriedigend”. Dafür kann er bereits ab der Geburt verwendet werden.

Ausstattung: Der Kinderhochstuhl Sit’n Relax von Hauck ist zum Klappen und in sechs Designs erhältlich.

Zubehör: Für den Sit’n Relax ist kein zusätzliches Zubehör erhältlich.

Preis: Der Sit’n Relax von Hauck ist für ca. 130 €, z. B. über Babywalz, erhältlich*.

Die Verlierer: Viele Kinderhochstühle sind mit Schadstoffen belastet oder weisen Mängel in der Sicherheit auf

Von 20 im Stiftung Warentest untersuchten Kinderhochstühlen schnitten 11 Hochstühle mit “mangelhaft” ab. Davon waren acht Stühle bei den Schadstoffen mit “mangelhaft” bewertet worden und vier bei der Sicherheit. Mit großem Abstand das Schlusslicht in der Bewertung ist der Prima Pappa Zero 3 von Peg Pérego, der mit Note 5,5 sogar nur noch knapp “mangelhaft” eingestuft wurde, er fiel bei der Kindgerechten Haltung, Haltbarkeit und Schadstoffen durch. Bei der Sicherheit erzielte er aber immerhin ein “befriedigend”.
Da der Test bereits von 2018 ist dürften viele negativ bewerteten Hersteller nachgebessert haben und würden in einem aktuellen Test eventuell besser abschneiden. Da aber momentan kein neuerer Test vorliegt, fahren Eltern sicherer, wenn sie sich beim Kauf an den gut bewerteten Kinderhochstühlen orientieren.

Den gesamten Test “Kinderhochstühle” findet ihr in der Stiftung Warentest Ausgabe 06/2018. Der Artikel kann für 2,50 € auch online heruntergeladen werden.

Familie.de-Kaufberatung für Kinderhochstühle

Wer sich gerade nach einem Kinderhochstuhl umsieht, sollte den Kinderhochstuhl-Test von Stiftung Warentest unbedingt zu Rate ziehen. Denn Hochstühle bergen ein besonderes Gefahrenrisiko, wenn sie nicht sicher sind. Besonders die im Test oft bemängelte Sicherheit darf bei einem Kinderhochstuhl nicht vernachlässigt werden, schließlich ist die Fallhöhe vom Stuhl zum Boden nicht ohne. Besonders bei Fliesenboden kann es hier zu schweren Verletzungen kommen.

Aber auch das Thema Schadstoffbelastung ist bei einem Produkt, das direkt mit Kind und Essen in Berührung kommt, von zentraler Bedeutung. Kinder matschen ihr Essen ja gerne erst einmal eine Runde auf dem Tisch oder Tablett, bevor sie es sich in den Mund stecken und da möchte man als Eltern sicher gehen, dass es dabei nicht mit potentiell giftigen Stoffen in Kontakt kommt.

Für wen braucht ihr den Kinderhochstuhl?

Bei der Kaufentscheidung spielt nicht nur die Qualität des Kinderhochstuhls eine Rolle, sondern auch, wofür und wie häufig er genutzt wird. Wer bereits sein Neugeborenes mit an den Tisch setzen (bzw. legen) will, greift lieber zu einem Hochstuhl mit Babywanne. Hier hat der Testsieger von Stokke die Nase vorne, da der Hersteller seit dem Test 2018 nachgebessert hat und die bemängelte zu aufrechte Sitzposition der Babywanne sich jetzt einstellen lässt.

Wer den Kinderhochstuhl lange als Esstischbegleiter vorsieht ist mit einem mitwachsenden Modell gut beraten. Auch hier sind die Testsieger von Stiftung Warentest eine gute Wahl.

Wie viel Platz habe ich für einen Kinderhochstuhl?

Wer den Kinderhochstuhl nur hin und wieder braucht, z. B. Omas und Opas, Onkel und Tanten, etc., für den eignet sich ein Stuhl zum Klappen oder schnellen Auseinanderbauen eher als einer der doch recht klobigen Treppenstühle. So kann der Kinderhochstuhl, wenn er nicht gebraucht wird, platzsparend verräumt werden. Auch wenn ihr vor habt, euren Kinderhochstuhl mit auf Reisen zu nehmen oder er regelmäßig im Haus seinen Standort wechselt, ist ein Klapphochstuhl oder ein zusammensteckbares Modell zu bevorzugen.

Eine Frage des Preises

Die beiden Testsieger von Evomove und Stokke reißen mit ihren Preisen knapp unter 300 € ein ganz schönes Loch in den Geldbeutel. Im Preis-Leistungs-Verhältnis liegt für uns der Kinderhochstuhl Tripp Trapp von Stokke vorne, da er mitwächst und es sogar einsetzbare Sitzplatten und -kissen für Erwachsene gibt. Durch seine lange Nutzbarkeit relativiert sich der Preis. Außerdem ist der Stuhl so robust, dass er ohne Probleme von Geschwisterchen zu Geschwisterchen weiter benutzt werden kann – in manchen Familien wird der selber Stuhl gar über Generationen weitergereicht.

Spartipp: Klassiker Tripp Trapp gebraucht kaufen

Gerade bei Kinderhochstühlen aus Holz lohnt sich auch der Blick auf gebrauchte Produkte. Hochstühle aus Massivholz sind sehr robust und können, wenn sie gut gepflegt werden, auch als Second Hand-Ware noch tiptop sein. Besonders bei Produkten, die es schon lange auf dem Markt gibt, ist der Gebrauchtwaren-Markt sehr gut. Eines ist jedoch zu beachten: Informiert euch genau, wie alt das gebraucht Modell ist, wenn ihr eventuell neues Zubehör dazu kaufen wollt oder müsst. Über die Jahre wurde z. B. der Tripp Trapp von Stokke immer weiter entwickelt, sodass nicht mehr alle Modelle mit dem aktuell käuflichem Zubehör kompatibel sind.

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Charoline Bauer
Das sagtCharoline Bauer:

Unser Familien-Fazit

Am Anfang meiner Schwangerschaft schwärmte mir eine Freundin vom Kinderhochstuhl Tripp Trapp von Stokke vor. Als sie mir den Preis nannte, dachte ich mir allerdings, dass ich nie im Leben sooo viel Geld für einen Kinderhochstuhl ausgeben würde. Als wir uns dann wirklich mit dem Kauf eines solchen Stückes beschäftigten, merkten wir schnell, warum der Tripp Trapp seinen Preis wert ist und haben ihn am Ende auch wirklich gekauft – und es nicht bereut.

Der Tripp Trapp steht mittlerweile seit knapp vier Jahren an unserem Esstisch und hat die ganze Zeit über fantastische Dienste geleistet. Auch mit der im Kinderhochstuhl-Test 2018 negativ bewerteten Babywippe (der Test ist erst zwei Jahre nach unserem Kauf erschienen). Ich würde den Hochstuhl auf jeden Fall auch meinen Freunden empfehlen, aber gleich dazu sagen, warum er meiner Meinung nach sein Geld wert ist.

Wir haben bei den Großeltern übrigens jeweils noch den Hochstuhl Ikea Antilop stehen, den vermutlich meistverkauftesten Kinderhochstuhl überhaupt – wir urlaubten einmal in einem Familienhotel in dem mindestens 50 dieser Stühle für die lieben Kleinen im Speisesaal bereit standen. Auch mit diesem Hochstuhl sind wir bisher sehr zufrieden, obwohl er ein von Stiftung Warentest nicht erfasstes Sicherheitsrisiko mit sich bringt: der Stuhl ist irgendwie größer als man denkt und obwohl wir das alle wissen, stolpert mindestens einmal am Tag ein Erwachsener von uns darüber. Dafür lässt sich der Hochstuhl schnell und einfach abbauen und verstauen, wenn unser Besuch bei den Großeltern beendet ist.

Bildquelle: Getty Images; Stiftung Warentest

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