Kinderwagen im Test: Kombikinderwagen-Sieger der Stiftung Warentest

Gut geschoben

Kinderwagen im Test: Kombikinderwagen-Sieger der Stiftung Warentest

Stiftung Warentest hat 2019 endlich mal wieder Kinderwagen getestet. Das erfreuliche Ergebnis: Die Qualität der Wagen und der Komfort darin hat sich deutlich verbessert.

Der Kauf eines Kinderwagens ist für werdende Eltern meist eine der teuersten und wichtigsten Anschaffungen. Wir wollen schließlich, dass unser Nachwuchs bequem liegend und gut sitzend durch die Gegend geschoben werden kann, sodass Eltern und Kind beim Spazierengehen und bei Alltagserledigungen eine entspannte Zeit haben.
Kombikinderwagen bieten dazu noch den Vorteil, dass man nicht zwei Mal los muss, um einen neuen Kinderwagen zu besorgen, denn sie lassen sich erst mit einer Babyschale und später mit einem Sitz für größere Kinder umbauen.

So hat Stiftung Warentest die Kombikinderwagen getestet

Stiftung Warentest hat sich für den Kinderwagen-Test 11 Mono-Kinderwagen mit Liegewanne und Sitz für den Transport von Babys bis Kleinkind angeschaut. Außerdem wurde 3 Geschwisterwagen für zwei Kinder mit austauschbaren Aufsätzen mit Liegewanne und Sitz getestet. Untersucht wurden Kindgerechte Gestaltung (45 %), Handhabung (35 %), Haltbarkeit (5 %), Sicherheit (5 %) und Schadstoffbelastung (10 %). Gekauft wurden die Kombikinderwagen im November und Dezember 2018 ein. Die Preise wurden von den Anbietern im Juni 2019 genannt.

Die Testergebnisse der Kombikinderwagen im Überblick

Stiftung Warentest hat elf Kinderwagen und drei Geschwisterwagen neben Qualität und Komfort auch auf Praxistauglichkeit beim Zusammenklappen fürs Auto und auf Schadstoffe getestet. Dabei schnitten gleich fünf Kinderwagen im Test mit einem “gut” ab.  Nur ein Kinderwagen, der B.O. Startklar T-Light von Babyone, wies Schadstoffe in den Griffen für Kind und Eltern auf, die die vorgeschriebene Höchstgrenze für Benzo(ghi)perylen deutlich überschritten. Damit wurde der Wagen als mangelhaft eingestuft.

Die drei Kombikinderwagen schnitten im Test leider nicht so gut ab. Bestes Ergebnis erzielte mit einem “befriedigend” (2,7) ein Wagen von ABC. Die beiden anderen Kombikinderwagen schafften hingegen beide nur ein “ausreichend” (4,0).

Die Testsieger: Der günstigere Kinderwagen von Hauck liegt im Test ganz vorne

Der erste Platz beim Kinderwagen-Vergleich ging an ein relativ günstiges Modell, den Saturn R Duoset von Hauck für ca. 365 €, z. B. über Baby-walz*. Der Kinderwagen siegte nicht nur mit seiner kindgerechten Gestaltung, Haltbarkeit und geringen Schadstoffbelastung, der Wagen lässt sich auch einfach und sicher zusammenklappen und im Kofferraum verstauen.

Den zweiten Platz teilen sich gleich drei Modelle, alle mit einer Bewertung von 2,4, die sich aber im höheren Preissegment von 700 bis 1.150 € aufhalten. Darunter auch der Kinderwagen Day 3 von Joolz, für ca. 1.099 €, z. B. über Baby-walz*, der als einziger Wagen im Test eine mitwachsende Fußstütze hat, um den Druck beim Sitzen aus den Kniekehlen zu nehmen.

Der ebenfalls zweitplatzierte Kinderwagen Fox von Bugaboo, für ca. 1.087 €, z.B. über Baby-walz*, überzeugte in der Gesamtbewertung, musste sich aber gerade im Bereich der altersgerechten Nutzung bemängeln lassen. So sind die Babys für die Wanne des Wagens oft schon zu groß, aber gleichzeitig noch zu klein für die lange Sitzfläche.

Der Kinderwagen Salsa 4 von ABC Design für 700 €, z. B. über Baby-walz*, überzeugte mit der besten Handhabung und einer langen Haltbarkeit. Gute Argumente, die man beim Kauf beachten sollte, vor allem, wenn ihr plant, den Kinderwagen auch für zukünftige Geschwisterchen noch zu nutzen.

Die vier Testsieger im Kinderwagen-Test im Detail

Kinderwagen im Test: Kombikinderwagen von Hauck

Saturn R Duoset von Hauck 

Der Testsieger-Kinderwagen von Hauck ist im Vergleich zu den anderen “gut” bewerteten Kinderwagen ein echtes Schnäppchen und über mehrere Jahre einsetzbar, da die Wanne lang genug ist, dass euer Kind bequem darin Platz findet, bis es auf den Sitz umsteigen kann. Der Kinderwagen von Hauck bietet den besten Sitzkomfort unter den Testsiegern, obwohl auch der Saturn R Duoset in dieser Kategorie nur ein “befriedigend” bekam.

Besonders von Vorteil für uns Eltern ist die schnelle und intuitive Montage des Kinderwagens, denn nichts ist schlimmer als ein Kinderwagen, bei dem man für jedes Auf- und Zuklappen die Gebrauchsanweisung (oder jede Menge Geduld) braucht.

Abstriche muss man beim Testsieger machen, wenn es um die Zugänglichkeit und Belastung (es sind nur 3 kg erlaubt) des Korbes geht. Beim Schiebekomfort schnitten andere Wagen besser ab, dafür sind Haltbarkeit, Sicherheit und Schadstoffbelastung “gut” bis “sehr gut”. Großes Manko: Einen Regenschutz gibt es für den Saturn R Duoset nicht (Familie.de-Tipp: Der Universal-Regenschutzüberzug von z. B. dm oder Rossmann, passt auf die meisten Babywannen und lässt sich sogar als Regenschutz für den Kinderwagen mit Sitz verwenden.)

Wichtiges auf einen Blick: In vier Designs erhältlich, Autositz kompatibel, Sitzeinheit umsetzbar, Räder abnehmbar, schwenkbare All-terrain-Räder, abnehmbarer Sicherheitsbügel, verstellbare Fußstütze

Preis: Den Saturn R Duoset von Hauck gibt es schon für günstige 365 €, z. B. über Baby-walz*.

Kinderwagen im Test: Kombikinderwagen von ABC Design

Salsa 4 von ABC Design

Auch der Kinderwagen von ACB Design liegt preislich noch im Mittelfeld. Er lässt sich besonders schnell und unkompliziert montieren, auf- und zuklappen, sowie verstellen. Alles Dinge, die in der täglichen Handhabung besonders wichtig für uns Eltern sind. Er ist bis zu 25 kg belastbar, allerdings dürften viele Kinder mit diesem Gewicht schon zu groß sein und daher nicht mehr in den Sitz passen. Leider ist der Salsa 4 mit knapp 13 kg Eigengewicht recht schwer, was das Tragen über Treppenstufen und Ein und Ausladen mühsamer macht. Dafür punktet der Wagen mit einem sehr guten Sonnenschutz (ein Punkt, den viele Eltern bei der Kinderwagen-Auswahl nicht bedenken) und es gibt auch einen Regenschutz für den Wagen. Allerdings muss dieser separat gekauft werden.

Wichtiges auf einen Blick: In vier Farben erhältlich, Autositz kompatibel, Sitzeinheit umsetzbar, Räder abnehmbar, abwaschbare und höhenverstellbare Fußstützen, Tragewanne faltbar, Overnight Sleeping Matratze

Preis: Den Salsa 4 von ABC Design gibt es für ca. 700 € zu kaufen*. Das Regenverdeck kostet ca. 15 €*. Weiteres praktisches Accessoires sind das passende Einkaufsnetz zum Anhängen für ca. 21 €*, das Buggyboard für Geschwisterkinder für ca. 45 €* (alles z. B. über Baby-walz). Dazu gibt es einen passenden Fußsack für den Winter und einen Fußsack für den Sommer, beides jeweils ca. 63 € z. B. über Amazon*.

Kinderwagen im Test: Kombikinderwagen von Bugaboo

Fox von Bugaboo

Der Kombikinderwagen Fox von Bugaboo erhielt im Test eine Wertung von “gut” (2,4), liegt preislich aber deutlich über den bisher genannten Testsiegern. Außerdem weist das Modell des beliebten Herstellers eine große Lücke auf: die Kinder sind oft schon zu groß für die Wanne, aber noch zu klein für den Sitz. Das kann zu einer beschwerlichen Übergangsphase führen. Der Wagen lässt sich zudem deutlich einfacher zusammenklappen als aufrichten.

Dafür ist der Fox clever ausgestattet, bietet das beste Sonnenverdeck im Test und die größte Schrittfreiheit beim Gehen - perfekt also für große Eltern. Die Bremse lässt sich durch einen Fußhebel betätigen, während ein rote Feld Auskunft und Sicherheit gibt, dass sie auch wirklich aktiv ist.

Wichtiges auf einen Blick: In 15 verschiedenen Farbkombinationen erhältlich, Autositz kompatibel, Sitzeinheit umsetzbar, höhenverstellbarer Schiebebügel, schieben und steuern mit nur einer Hand, Zwei-Rad-Position für eine einfachere Fahrt durch Sand und Schnee, integrierte Befestigungspunkte für Accessoires

Preis: Der Fox von Bugaboo kostet neu je nach Modell ca. 1.150 €*. Ebenfalls erhältlich sind zahlreiche praktische Accessoires wie der Getränkehalter für die Eltern, für ca. 20 €*, das Kindertablett inklusive Getränkehalter für das Kind, für ca. 40 €* und ein Universal Ganzjahres-Fußsack für ca. 103 €* (alles z. B. über Baby-walz).

Kinderwagen im Test: Kombikinderwagen von Joolz

Day 3 von Joolz

Der Kinderwagen von Joolz ist besonders für große Babys geeignet, denn die Babywanne bietet viel Platz zum Strampeln und Bewegen. Ältere Kinder haben im Day 3 sehr gute Sichtverhältnisse, was für neugierige Kleinkinder eine feine Sache ist. Die Fußstütze ist verstellbar und erhöht so den Sitzkomfort für euer Kind. So gut die Beine gestützt sind, so schlecht ist es der Rücken – der Sitz hängt am Rücken leider durch. Für eine bequemere Position beim Schlafen kann die Sitzeinheit nur im ganzen geneigt werden - und man braucht beide Hände für die Umstellung

Wichtiges auf einen Blick: In sieben Farben erhältlich, lebenslange Garantie, mitwachsene Fußstützen, Wanne mit Belüftungsfenster, passende Accessoires erhältlich

Preis: Der Kinderwagen Day 3 von Joolz ist für ca. 1.099 € erhältlich*. Dazu gibt es eine passende stylische Wickeltasche für ca. 103 €*, einen Ganzjahres-Fußsack für ca. 120 €* und anhängbare Einkaufstasche in XL für ca. 40 €* (alles z. B. über Baby-Walz).

Die Verlierer: Schlechter Sitzkomfort Sorgt für schlechte Noten

Bei den Kinderwagen im Test erhielten zwei Kombikinderwagen die Note “ausreichend” (jeweils 4,0) und einer sogar nur ein “mangelhaft” (4,6) Der am schlechtesten bewertete B.O. Startklar T-Light von Babyone, wies den eine Grenzwert überschreitende Menge des Schadstoffes Benzo(ghi)perylen in den Griffen für Kind und Eltern auf. Babyone hat das Modell aus dem Verkauf genommen. Bereits verkaufte Wagen nimmt der Anbieter zurück

und tauscht sie aus. Dieser Hinweis ist insbesondere auch für Eltern interessant, die ihren Kinderwagen Second Hand kaufen wollen – checkt hier unbedingt, ob es sich um ein belastetes Modell handelt, bzw. ob die Vorbesitzer einen Austausch vorgenommen haben.

Die beiden Kinderwagen mit “ausreichend” von den Marken Bugaboo und Froggy erhielten beide im Bereich Kindgerechte Haltung nur ein “ausreichend”, bei der Handhabung nur ein “befriedigend” und einer der beiden erzielte beim Schadstofftest nur ein “befriedigend”.

Der komplette Kinderwagen-Test ist in der Stiftung Warentest-Printausgabe 08/2019 erschienen und kann unter www.test.de/kinderwagen für 3 € heruntergeladen werden.

Familie.de-Kaufberatung für Kombikinderwagen

Der Kinderwagen-Test 2019 von Stiftung Warentest ist eine gute Basis für eure Kaufentscheidung. Aber natürlich wurde nur ein Bruchteil aller auf dem Markt angebotenen Modelle untersucht. Beim Kauf spielen zudem auch noch weitere Faktoren wie das Design und der Preis eine Rolle. Außerdem passt nicht jeder Kinderwagen zu allen Eltern: Hier ist es wichtig, sich vorher Gedanken zu machen, wo man mit dem Wagen unterwegs sein will und wo die eigenen Vorlieben liegen. Der eine braucht extragroße Räder, der andere viel Stauraum und der dritte legt Wert auf eine möglichst kleine Größe nach dem Zusammenklappen. Am besten lasst ihr euch vor dem Kauf in einem Babyfachgeschäft beraten und schiebt schon einmal Probe – das erhöht auch gleich nochmal die Vorfreude auch den kommenden Nachwuchs!

Spartipp: Auch gebrauchte Kinderwagen sind eine Option

Es muss nicht immer alles fabrikneu sein. Gerade bei Kinderwagen kann man ein gutes Schnäppchen machen, wenn man sich nach einem gebrauchten Wagen der beliebten Kinderwagen-Modelle im Test umschaut. Besonders wenn die Vorbesitzer sehr sorgfältig mit dem Kinderwagen umgegangen sind oder ihn eventuell sogar wenig in Gebrauch hatten (viele Eltern nutzen zum Beispiel die Babywanne kaum bis gar nicht, weil sie ihr Baby dann doch lieber in der Trage transportieren), kann man oftmals ein richtiges Second Hand-Schnäppchen machen. Neben Verkäufen von Privatpersonen, gibt es auch Händler, die gebrauchte Kombikinderwagen ankaufen, aufarbeiten und zu einem deutlich günstigeren Preis als dem ursprünglichen Neuverkaufspreis verkaufen. Umschauen lohnt sich!

*gesponserter Link

Bildquelle:

Getty Images, Stiftung Warentest

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