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Ganz normal

Mythos Durchschlafen: 7 Gründe für Probleme bei Babys & Kleinkindern

Ihr habt Augenringe bis zum Boden, weil das Baby oder Kleinkind immer wieder nachts wach wird? Willkommen im Elternuniversum. Leider wird häufig noch vor allem von der älteren Generation der Irrtum verbreitet, ein kleines Kind müsse bzw. könne schon durchschlafen. Wir möchten eure Hoffnung aufs Durchschlafen nicht trüben, denn irgendwann schlafen alle Kinder ruhiger. Doch es ist normal, wenn das in den ersten Lebensjahren bei euch noch nicht so ist. Hier kommen einige Gründe dafür – und wie ihr als Eltern möglichst entspannt damit umgeht.

#1 Ein Schlafrhythmus ist nicht angeboren

Kinder müssen einen Schlafrhythmus erst lernen. Sie kommen nicht auf die Welt und wissen sofort, wie der Tag-Nacht-Rhythmus abläuft und wann Mama und Papa jetzt ihre Schlafphasen haben. Ältere Generationen stellen jungen Eltern immer wieder die Frage: "Und, schläft es schon durch?" Dabei ist das eigentlich ein vollkommen falscher Ansatz, denn kein Baby kann schon durchschlafen und selbst mit einem Jahr ist es keine Entwicklungsstörung, wenn euer Kind nachts öfter wach wird. Es ist sehr häufig der Fall, dass ein Baby nachts mal längere Zeit nicht schläft.

Studien und Kinderärzte bestätigen, dass es natürlich ist, dass Babys nachts alle paar Stunden wach werden. Sie verarbeiten dann all das, was sie tagsüber erlebt haben und lernen langsam, sich an das Leben außerhalb des Mutterbauchs zu gewöhnen. Das Beste, was ihr tun könnt, wenn euer Baby nachts wach wird, ist ihm Nähe zu schenken, es zu trösten und ihm zu geben, was es fordert: Aufmerksamkeit, Berührung, Wärme, Muttermilch oder ein paar liebe Worte. Es ist anfangs eine harte Zeit und manche Kinder schlafen erst sehr viel später nachts mal länger am Stück. Wenn euer Baby euch in den Nächten extrem fordert oder schreit, obwohl es satt und zufrieden sein müsste, dann wendet euch an eine Schreiambulanz oder eure Hebamme.

#2 Viele Babys brauchen nachts mehr Energie

Euer Baby will die ganze Nacht nur an die Brust? Auch das ist normal. Bzw. manche Babys lernen recht schnell einen Still-Rhythmus von alle 3-4 Stunden, bei anderen merkt die Mutter, dass sie schon nach ein oder zwei Stunden wieder stillen muss. Ihr könnt euer Baby nicht mit der Brust verwöhnen. Lasst euch nicht einreden, dass es falsch sei, das Baby anzulegen. Hört auf euer Gefühl. Auch dass Flaschenkinder häufiger durchschlafen ist keine Regel. Es kann sein, dass sie nach weniger als sechs Stunden wach werden und wieder Hunger haben. Das kindliche Gehirn braucht Energie, um zu wachsen und das passiert häufig nachts.

"Das Bedürfnis nach Schutz und Nähe aufgrund möglicherweise vorhandener Gefahren und die benötigte Energiezufuhr für die kindliche Entwicklung sind also wichtige Faktoren, die auch nach dem ersten Geburtstag dazu führen, dass Kinder noch nicht durchschlafen."

Kinderbuchautorin Susanne Mierau

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#3 Kleinkinder brauchen nachts oft die Nähe der Eltern

Hier sind wir beim Thema Bindung: Oft ernten wir Eltern Unverständnis der älteren Generation, wenn wir alle im Familienbett schlafen oder ein Kind nachts häufig im Elternbett schläft. Dabei ist auch das ganz normal, nur wurde es früher nicht praktiziert, weil es hieß: Ein Kind gehört ins eigene Bett, Eltern müssen schlafen, basta!

Dabei benötigen Babys und Kleinkinder, mal mehr oder weniger, die Nähe ihrer Eltern und es gibt Kinder, die eben von Anfang an besser mit Körperkontakt schlafen. Macht euch nicht sinnlos fertig, sondern versucht euch an die Bedürfnisse eures Kindes anzupassen. Wenn ihr auch nach dem xten Versuch, das Kind in eine Wiege zu legen, völlig entnervt seid: Akzeptiert, dass das kleine Wesen euch einfach braucht und bei euch sein muss.

Seid gewiss: Auch das geht vorbei und ihr könnt Schritt für Schritt versuchen, dass euer Kind nachts mal ohne euch schläft bzw. euch mit eurem Partner abwechseln. Aber lasst euch von anderen, deren Kinder allein schlafen, kein schlechtes Gewissen machen. Jedes Kind ist eben unterschiedlich und es gibt keinen Schlaftrick, mit dem es garantiert immer perfekt klappt!

#4 Der Schnuller fehlt!

Für viele Babys und Kleinkinder gehört er zum Einschlafen einfach dazu: Der Schnuller. Nachts fällt er dann häufig aus dem Mund, wenn das Kleine einschläft. Wird das Baby oder Kleinkind wach, vermisst es dank Saugreflex seinen Tröster, weint häufig und ruft nach uns. Radikaler Schnullerentzug ist hier nicht ratsam, wenn das Kind noch sehr klein ist. Letztlich sind die Meinungen geteilt, ob ein Schnuller gut oder schlecht ist. Er hilft vielen Kindern auf jeden Fall beim ein- und besser schlafen, der Nachteil ist jedoch, dass das Kind eben nachts häufiger mal den Schnuller sucht und euch wach hält.

Sprecht mit eurem Zahnarzt, bis wann es okay ist, dass euer Kind mit Schnuller schläft und versucht ihn sanft zu entwöhnen. Ist er fürs Einschlafen sehr wichtig, dann wartet etwas, bevor ihr ihn wegnehmt. Wenn das zu früh geschieht, ist das Kind emotional noch nicht soweit, da es ihn als großen Tröster sieht. Doch ein paar Wochen später kann das schon anders aussehen.

Katja Nauck

Endlich kein Schnuller mehr

Unsere Tochter war auch bis zu ihrem dritten Geburtstag ungefähr ein Schnullersuchti. Wir hatten Glück, dass sie nachts relativ selten wach wurde. Wenn, dann war es immer der Schnuller, der sie und uns wach hielt. Der kalte Schnullerentzug ging da gar nicht und das würde ich nie empfehlen. Beruhigter Schlaf ist so wichtig und wir haben gemerkt, dass sie einfach mit Schnuller viel unkomplizierter eingeschlafen ist.

Um ihren dritten Geburtstag haben wir dann langsam tagsüber keinen Schnuller mehr gegeben, aber ehe sie es akzeptiert hat, dass sie ihn auch nicht mehr zum Einschlafen braucht, vergingen einige Wochen. Die Zahnärztin empfiehl uns, den Schnuller langsam abzugewöhnen, weil es zu Fehlstellungen der Zähne kommen kann. Wir haben das jedoch in unserem Rhythmus und ohne Schnullerfee getan.

Wie ihr das macht, bleibt euch überlassen, beobachtet einfach, ob euer Kind emotional damit klar kommt oder noch nicht. Ihr solltet euch auf jeden Fall darauf einstellen, dass die Einschlafbegleitung länger dauern wird und eure Nähe gefragt ist. Aber irgendwann wird auch euer Kind beruhigter ohne Schnuller einschlafen. Bei uns haben Streicheln, Nähe und Geschichten vom Speaker Buddy geholfen.

#5 Wenn der Nachtschreck kommt

Euer Kind schläft unruhig und zerwühlt die Laken, es wimmert im Schlaf oder wacht sogar weinend und nassgeschwitzt auf? Dieses Phänomen ist gar nicht selten und wird "Nachtschreck" genannt. Es taucht häufig bei Kindern zwischen zwei und sechs Jahren auf, mal in Phasen, in denen es einige Veränderungen im Leben des Kindes gibt oder auch ohne konkreten Anlass.

Wir Großen kennen das als "Schlafwandeln", beim Kind wird es Nachtschreck genannt. Ernsthafte Sorgen müsst ihr euch darüber nicht machen. Wichtig ist, dass ihr ruhig bleibt, nicht immer wacht ein Kind auf, manche schlafen auch direkt wieder ein. Weitere Tipps, wie ihr reagieren könntet und wann ein Besuch beim Arzt ratsam sein könnte, gibt es hier:

#6 Der Tag war zu aufregend

Kinder verarbeiten genau wie wir Erwachsene das Erlebte in der Nacht. Wenn sie Probleme haben ein- oder durchzuschlafen, dann liegt das oft phasenweise an den Ereignissen des Tages. Daher kann es sein, dass sie unruhig schlafen und nachts einfach nicht zur Ruhe kommen. Hier hilft: Ruhig bleiben und das Kind trösten, ihm Wärme und Nähe schenken, vielleicht ein Schluck Wasser oder Milch und für es da sein.

Um dem vorzubeugen kann es hilfreich sein, Einschlafrituale einzuhalten und den Tag immer mit ähnlichen Abläufen zu beenden, die für Ruhe sorgen. Auch mit einem Kleinkind kann man noch mal durchgehen, was am Tag passiert ist und das Geschehene mit tröstenden Worten abschließen. Selbst wenn es bestimmte Dinge noch nicht 100% versteht, hilft es, wenn man darüber redet und zeigt, dass alles gut ist und es beruhigt schlafen kann.

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#7 Das Abendessen war zu üppig

Mit vollem Magen schlafen gehen, ist nicht ratsam. Das gilt für Erwachsene wie für Kinder. Das heißt jetzt nicht, dass euer Kind abends hungern soll. Nur dass ihr nach dem Abendessen vielleicht noch etwas Zeit einplant für die Verdauung. Generell sollte die letzte Mahlzeit vor dem Zubettgehen nicht zu fettig und zu üppig sein. Das kann ein kleines Kind schon mal überfordern.

Ballaststoffreiche Kost ist zwar gesund, aber führt mitunter zu starken Blähungen. Nicht jedes Kind verträgt abends viel Gemüse, Vollkorn und Co. Es ist übrigens auch eine Mär, dass ein Kind abends überhaupt unbedingt "aufessen" muss. Möchte euer Kind mal gar nichts zum Abendbrot essen, ist das auch kein Weltuntergang. Solange es nicht eine Handvoll Bonbons als Alternative in sich hineinstopft ;)

Beim Thema Durchschlafen und Kinder heißt es wie so oft: Alles kann, nichts muss. Es ist wirklich individuell in jeder Familie. Tauscht euch ruhig untereinander aus im Freundeskreis, wenn es dort auch Kinder gibt, die nachts sehr lange noch bis in die Grundschulzeit wach werden. Aber schaut auf eure eigene Familie und vergleicht eure Situation nicht mit der von anderen. Das frustriert nur und macht unzufrieden. Eure Familie ist gut so, wie sie ist und ihr müsst einen für euch gangbaren Weg finden.

Manchmal haben auch wir Eltern Einschlafprobleme. Dabei sollen diese Tricks helfen. Glaubt ihr daran?

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Ist euer Kind fit für die Schule?

Bildquelle: Getty Images/aronAmat

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