Plötzlicher Kindstod: Die Sofafalle

Zum Glück tritt Plötzlicher Kindstod sehr selten ein, aber ein Möbelstück birgt höhere Risiken in der Wohnung als andere.

Plötzlicher Kindstod: Sofafalle

Gemeinsam mit dem Säugling auf dem Sofa schlafen birgt seine Gefahren.


Es geschieht wirklich sehr selten, aber trotzdem haben fast alle Eltern große Angst, dass ihr Kind in der Nacht aufhört zu atmen und ein Opfer des plötzlichen Kindstodes wird. Das passiert gesunden Kindern, die in Bauchlage oder zwischen die Kissen oder unter Decken geraten sind und dann erstickten. Über den plötzlichen Kindstod wird nach wie vor geforscht. Mittlerweile ist klar, dass die Bauchlage ein höheres Risiko dafür birgt. In Deutschland wurde 1991 eine Aufklärungskampagne gestartet, die Eltern darauf hinwies, ihre Kinder nicht in Bauchlage schlafen zu lassen und auch auf die Schlafumgebung zu achten. Dies fruchtete und von 1991 bis 2005 ging die Rate von 1,34 auf 0,33 zurück.

Plötzlicher Kindstod: Statistisch ist das Sofa gefährlicher

Der Ort, wo das Kind schläft, spielt auch noch eine Rolle. Immer wieder wird darüber diskutiert, ob es zu gefährlich sei, die Kinder im Elternbett schlafen zu lassen. Die Autorin Emily Oster hat mit Cribsheet* ein lesenswertes Buch geschrieben. Sie ging anhand von Studien und Statistiken den drängenden Fragen von Eltern nach. Da war eine, ob es zu gefährlich sei, wenn die Neugeborenen im elterlichen Bett schlafen. Die Amerikanerin wies auf ein gewisses Restrisiko hin, machte aber einen ganz anderen Ort aus, der die Alarmglocken schrillen ließ - das Sofa. Statistisch gesehen sei ein kuscheliges Sofa mit vielen Kissen der größte Risiko-Ort. Die Gefahr sei bis zu 60 Mal höher als bei einem Säugling, das in seinem Bettchen schläft.

Ein erschöpftes Elternteil schläft mit dem Baby auf dem Bauch ein, das Kind rutscht in die Sofaritzen, zwischen die Kissen und bekommt dort keine Luft mehr. Wie gesagt, das Risiko ist gering, aber die Gefährdung ist immer noch größer als ein Bett, das mit seiner festen Matratze und ohne Ritzen absichert, dass ein Säugling darin abrutscht.

Im Prinzip ist die Gefahr abgewendet, wenn es sich um ein hartes Sofa ohne Ritzen und ohne Kissen handelt. Aber ist es dann noch ein Sofa, auf dem ihr ein Nickerchen machen wolltet? Wahrscheinlich nicht. Weiche Kissen, Ritzen machen dieses Möbel doch erst gemütlich und einladend. Passt also auf, wenn ihr euch übermüdet mit eurem sehr jungen Baby aufs Sofa legt. Wollt ihr das Risiko ganz vermeiden, legt euren Nachwuchs lieber ins Bettchen neben euch ab.

Plötzlicher Kindstod: Gemeinsames Bett zu riskant?

Mit all ihren Statistiken wies Emily Oster darauf hin, dass es ein sehr moderates Risiko gebe, wenn der Säugling im elterlichen Bett schläft. Das Risiko würde sich vergrößern, wenn die Eltern rauchen, denn dies wirke sich auf die Atemwege des Kindes aus. So schläft dein Baby optimal im elterlichen oder im eigenen Bett:

  • In Rückenlage
  • In einem Schlafsack
  • Ohne Kissen und ohne Nestchen in Greifnähe
  • Nicht überhitzt

Und natürlich sollten die Eltern nicht betrunken sein, wenn sie mit ihren Kleinen im gemeinsamen Bett schlafen. Statistisch gesehen tritt der plötzliche Kindstod nach Emily Oster am häufigsten in den ersten vier Monaten auf. Danach minimiert sich das Risiko erheblich - ein Aufatmen für alle besorgten Mamas und Papas, ob sie nun mit ihren Kleinen in einem Bett liegen oder nicht. Und ihr solltet euch vor Augen halten, dass es wirklich sehr selten passiert.

Ein Trost auch für alle, die einfach mal eben mit ihrem Säugling ein Nickerchen auf dem Sofa machen möchten - irgendwann kommt die Zeit, bei der es ungefährlich ist - nur ob ihr dann noch genügend Platz habt, ist eine andere Frage.

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