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Abstillen, aber wie? Unser FAQ hilft dir

Bye Bye Brust

Abstillen, aber wie? Unser FAQ hilft dir

Abstillen ist ein sensibles Thema für Mama und Kind. Neben dem „Wann“ ist vor allem das „Wie“ entscheidend. Hier kommen Empfehlungen von Hebammen und der Nationalen Stillkommission zum natürlichen Abstillen und Tipps zur sanften Entwöhnung des Babys und zur Reduzierung der Milchproduktion.

Irgendwann ist es soweit und das Thema Abstillen kommt auf dich zu. Im Idealfall sind Mutter und Kind dazu bereit und der Umstieg auf das Fläschchen oder den Brei klappt ohne Probleme. Aber leider ist das Timing nicht immer so wunderbar.

In den meisten Fällen ist es die Mama, die das Stillen früher oder später aufgeben möchte oder muss. Der Wunsch nach mehr Unabhängigkeit, schwere Krankheiten oder der Arbeitseinstieg sind mögliche Gründe. Egal, warum du dich fürs Abstillen entscheidest: Wichtig ist, dass du die Entscheidung bewusst und für dich allein triffst, ohne dass du dich von irgendwem dazu unter Druck gesetzt fühlen.

Wann ist der beste Zeitpunkt zum Abstillen?

Es spricht nichts gegen das Abstillen im Laufe des ersten Jahres, ebenso wie gegen das Weiterstillen über das erste, zweite und dritte Jahr hinaus. Es ist eine ganz individuelle Entscheidung, die jede Mutter für sich und ihr Baby allein treffen muss. Daher gibt es auch keinen richtigen Zeitpunkt zum Abstillen.

Die Nationale Stillkommission (NSK) am Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfiehlt das Stillen für mindestens die ersten sechs Lebensmonate. Solange überwiegen die Vorteile der Muttermilch für das Baby gegenüber der industriell hergestellten Babymilch. Aber: Auch jede weitere Stillmahlzeit nach dem 6. Monat nützt noch der Gesundheit deines Kindes. Spätestens ab dem 7. Lebensmonat sollte die Beikost eingeführt werden. Im besten Fall laufen Beikost und Stillmahlzeiten noch eine Weile nebenher, bevor die Beikost die Muttermilch langsam ablöst, ganz ohne Fläschchen und Ersatzmilch.

Einen besten Zeitpunkt zum Abstillen gibt es nicht, einen schlechten dagegen schon. Ein solcher wäre es zum Beispiel, wenn dein Baby gerade krank oder durch irgendeine Umstellungen aufgewühlt und quengelig ist. Verschiebe das Abstillen dann nach Möglichkeit auf eine etwas ruhigere Phase.

Übrigens: Eine Krankheit der Mutter ist nicht zwangsläufig ein Grund zum Abstillen. Für viele Erkrankungen gibt es Medikamente, die sich nicht auf die Qualität der Muttermilch auswirken und dem Kind nicht schaden. Wichtig ist, dass du dich bei deinem Arzt genau darüber informierst, welche Medikamente geeignet sind und ob es gegebenenfalls Alternativen gibt, die das Stillen weiterhin ermöglichen.

Ebenfalls keine zwingenden Gründe zum Abstillen sind:

  • eine Brustentzündung, die frühzeitig bemerkt und behandelt wird
  • wenn das Baby zahnt
  • das Wiedereinsetzen der Periode nach der Geburt
  • eine erneute Schwangerschaft
  • der Wiedereinstieg in den Beruf: Stillende Mütter haben bei Arbeitszeiten und -bedingungen ähnliche Rechte wie schwangere Frauen. Dazu kommt das Recht auf Stillpausen von täglich mindestens 2 x 30 Minuten, in denen gestillt oder Milch abgepumpt werden kann.

Wie viele Stillmahlzeiten ersetze ich am Anfang?

Beim Abstillen laufen zwei Prozesse gleichzeitig ab: Das Baby soll von der Mutterbrust entwöhnt und die Milchproduktion reduziert werden. Beides klappt am besten, wenn die Umstellung langsam und nicht abrupt geschieht. Also kein schnelles Abstillen. Die Empfehlung lautet daher: Maximal eine Stillmahlzeit pro Woche durch eine Flaschenmahlzeit ersetzen bzw. mit Beikost ergänzen. Plane sechs bis acht Wochen Zeit ein, wenn du möglichst sanft abstillen möchtest.

Wähle für die erste zu ersetzende Mahlzeit am besten nicht die erste oder die letzte Stillmahlzeit des Tages. Eine Mahlzeit in den Nachmittagsstunden, zu der du ohnehin weniger Milch hast, macht sich besser für den ersten Versuch. Das letzte Stillen vor dem Schlafengehen ist meistens die letzte Stillmahlzeit, die ersetzt wird. Sie dient in vielen Familien noch einige Zeit weiter als Einschlafritual.

Wenn deine Brust sich voll anfühlen, weil sie mehr Milch produzieren als getrunken wird, da du die Stillmahlzeit ersetzt, dann pumpe nicht ab. Das würde die Milchproduktion wieder anregen. Kühle sie stattdessen mit kalten Wickeln oder Pads, das lindert das unangenehme Gefühl. Es dauert ein paar Tage bis die Nachfrage wieder das Angebot reguliert.

Wie geht abstillen vor dem Ende des 6. Monats?

Wenn du vor dem Ende des 6. Lebensmonats abstillen möchtest, ist die Muttermilch mit industriell hergestellter Babymilch zu ersetzen, bis dein Kind vollständig auf Brei oder feste Nahrung umgestellt ist. Generell heißt es, dass Mutter- oder Ersatzmilch im ersten Lebensjahr die wichtigste Mahlzeit und Kalorienquelle sein sollte.

Wähle eine Stillmahlzeit aus, mit der du beginnen möchtest. Lege dein Baby ganz normal an, lass es sich aber nicht satt trinken. Biete nach dem Stillen gleich das Fläschchen an. Manchmal klappt es auch andersherum besser, also erst die Flasche und dann die Brust. Probiere aus, welche Variante für dich und dein Baby die bessere ist. Sollte sich dein Baby mit dem Fläschchen gar nicht anfreunden können, bitte deinen Partner, die Flaschenfütterung zu übernehmen und dafür vielleicht sogar in einen anderen Raum zu gehen. Die veränderte Situation kann deinem Kind dabei helfen, das Fläschchen leichter zu akzeptieren.

Fahre die folgenden Tage genau so fort und reduziere die Stillzeit immer mehr, sodass sich dein Baby mehr und mehr an der Ersatzmilch und letzten Endes ausschließlich daran satt trinkt. Vier bis fünf Tage später kannst du nach diesem Schema eine weitere Stillmahlzeit in Angriff nehmen. Wähle dafür nicht die unmittelbar nächste Stillmahlzeit des Tages, sondern lasse anfangs eine volle Stillmahlzeit zwischen den zugefütterten Mahlzeiten.

Wie geht abstillen nach Ende des 6. Monats?

Wenn du nach Ende des 6. Lebensmonats abstillen möchtest, kannst du vielleicht sogar ganz auf industrielle Ersatzmilch verzichten. Voraussetzung dafür ist, dass du noch einige Zeit weiterstillst, auch wenn dein Baby schon fleißig Brei isst. Nicht umsonst heißen die ersten Breimahlzeiten auch Beikost – sie werden zusätzlich zur Muttermilch gefüttert und nicht anstelle dessen.

Auch hier legst du dein Baby erst ganz normal an, lassen es sich aber nicht vollständig satt trinken. Biete ihm danach zwei, drei Löffel Brei an. Danach kannst du dein Baby nochmal anlegen. Nach und nach erhöhst du die Breimenge und reduzierst die Stillzeit. Auch hier gilt: Klappt es so nicht, biete erst den Brei und dann die Brust an.

Steigere die Menge der Beikost und der Doppel-Mahlzeiten kontinuierlich und gleichmäßig. Das heißt, du musst nicht erst eine Stillmahlzeit vollständig ersetzen, bevor du etwa eine Woche später bei einer weiteren zufütterst. Stille dein Kind im ersten Jahr trotz Breimahlzeiten weiterhin nach Bedarf. Vorteil des natürlichen Abstillens ist es, dass sowohl das Verdauungssystem deines Babys als auch dein Körper Zeit haben, sich an die veränderte Situation anzupassen: Je satter dein Baby durch Ersatzmilch oder Beikost wird, desto kürzer und weniger intensiv wird es an deiner Brust saugen.

Die Milchproduktion wird sich daraufhin ganz von allein reduzieren. Übrigens empfehlen Hebammen auch bei allmählich abgestillten Kindern das Stillen nach Bedarf. Das heißt, biete deine Brust nicht mehr aktiv an, aber verweigere sie deinem Baby auch nicht. So ist die Umstellung für dein Kind emotional leichter zu verkraften.

Wie lässt sich schnell abstillen wegen einer Krankheit?

Nicht immer bleibt genug Zeit, das Abstillen über Wochen oder Monate hinzuziehen. Schwere Erkrankungen der Mutter, eine OP oder sonstige Gründe können manchmal ein schnelles Abstillen nötig machen. Dieser Weg ist für das Baby häufig schwer zu akzeptieren. Hier ist es besonders wichtig, ihm viel Zuwendung und Schmuseeinheiten zu widmen.

Um möglichst schnell und dennoch schonend abzustillen, ersetzt du alle zwei bis drei Tage eine komplette Stillmahlzeit. Muss es noch schneller gehen, lege dein Kind gar nicht mehr an. Das ist jedoch die härteste Variante für dich und dein Kind und wird von Hebammen nicht empfohlen. Bei einem abrupten Stillende lieber deine Hebamme oder eine Stillberaterin einbeziehen, damit du medizinischen Rat bekommst, auch insbesondere für dich, damit sich dein Körper auf die neue Situation einstellen kann.

Tee oder Medikament - wie kann ich beim Abstillen selber nachhelfen?

Beim Thema Abstillen ist immer die Rede von zwei Heilkräutern: Salbei und Pfefferminze. Beiden wird eine milchbildungshemmende Wirkung nachgesagt und bieten sich deswegen als "Abstilltee" an. Als sanfte Abstillkur kannst du 2-4 Tassen täglich trinken.

Es gibt auch Medikamente, die für ein schnelles Abstillen vom Arzt verschrieben werden können und die Bildung des Hormons Prolaktin, welches für die Milchbildung zuständig ist, hemmen soll.  Die Tabletten werden aber unterschiedlich gut vertragen und können Nebenwirkungen wie Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit auslösen.

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Beikost-Quiz: Was weißt du über BLW, Brei und Co.?
Bildquelle: cokada/Getty Images

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