Wann fangen Kinder an zu sprechen: Neue Welten

Nichts macht Eltern stolzer, wenn der Nachwuchs das erste Wort von sich gibt. Wann beginnt das Abenteuer Sprache bei Kindern?


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Die Kommunikation eines Kindes fängt schon früh an, man erschrickt sich mächtig, dass man plötzlich aus dem warmen Bauch in die kalte Außenwelt geholt wurde - und schreit. Nach und nach entdeckt das Baby, dass es mit verschiedenen Arten von Schreien ein bestimmtes Bedürfnis ausdrücken kann und Mama und Papa reagieren. Auf der anderen Seite wissen bald die Eltern, was die bestimmten Schreie, Wimmern und Gurgeln bedeuten. Bis das Kind dann spricht, dauert es aber noch ein bisschen. Wann aber ist es soweit und das Kind fängt an zu sprechen?

Wann fangen Kinder an zu sprechen

Wann fangen Kinder an zu sprechen?


© Getty Images

Plappern und Lallen: Die erste Sprache

Ab dem vierten Monat geht es mit dem Geplapper los, Vokale und Konsonanten werden miteinander verbunden. Die Kleinen brabbeln los, sie experimentieren, was ihnen aus dem Mund alles entweichen kann, sie entdecken Gaumen, Kehlkopf, Zähne, die Zunge und Lippen. Sie spielen mit der Lautstärke und wechseln zwischen laut und leise. Übrigens plappert und lallt das Kind international - noch hören sich in dem Alter alle Babys gleich an, das ändert sich dann ungefähr mit dem sechsten Monat, denn dann nehmen sie mehr wahr und machen ihre Eltern nach. Diese Nachahmung ist wichtig, denn ohne sie fängt das Kind nicht an zu sprechen, das merkt man dann bei tauben Babys, die ihre Eltern nicht hören können und dann verstummen.

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Aus den unverständlichen Monologen werden Worte

Ab dem sechsten Monat ahmen Kinder Sprachmelodien nach und eigentlich hört sich das, was sie dann von sich geben wie richtige Worte an, aber es sind immer noch aneinandergereihte Silben. Um das erste Lebensjahr herum hört man dann das erste Wort, einsilbig, vielleicht zweisilbig. Ihre Umgebung ist verzückt und das spornt die Kinder noch mehr an, sich an neuen Wörtern zu versuchen. Wie bei allen Entwicklungen gibt es Unterschiede - es gibt Kinder, die brabbeln vor sich hin und haben schon mit sieben Monaten ein Mama oder Dada drauf, andere brauchen länger, präsentieren dann aber mit 18 Monaten gleich ein größeres Repertoire. Also nicht verrückt machen lassen, wenn der Nachwuchs noch nichts von sich gibt.

10 Wörter am Tag: Sprechen lernen

Man geht davon aus, dass die Kinder bis zu 200 Wörter in ihrem Wortschatz haben, wenn sie das zweite Lebensjahr erreicht haben. Aber dann geht es los: Täglich können die Kleinen bis zu 10 Wörter lernen. Sie können ihre Wünsche formulieren und zwischen sich und der Welt unterscheiden. Zwei-Wörter-Sätze werden zu Drei-Wörter-Sätzen. Längere Gespräche sind möglich.

Natürlich möchten die Eltern den Redefluss ihres Kindes verbessern und unterstützen, hierbei gilt: Je mehr man miteinander redet, desto besser wird der Wortschatz der Kleinen. Dabei sollte man einige Dinge beachten:

Kinder anschauen: Die Kleinen schauen ganz genau auf den Mund, um die Wörter nachzumachen, Konsonanten wie K oder T können sie nicht sehen, deshalb kann es sein, dass sie sie am Anfang verwechseln.
Keine Babysprache: So niedlich es ist, aber man sollte den Kindern in ganzen Sätzen und mit den richtigen Wörtern antworten. So lernen sie nach und nach, es richtig zu machen.
Vorlesen: Je mehr man vorliest, desto mehr nimmt das Kind auf. Filme oder Audio erweitern den Wortschatz am Anfang nicht so sehr wie tägliche Vorleserunden.
Singen und Reime machen Spaß und fördern die Lust auf mehr Sprache.
Nicht unterbrechen und ausreden lassen, damit sich erst gar keine Sprachhemmung entwickeln kann.

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Wenn man also oft mit den Kleinen kommuniziert, ihnen Geschichten erzählt, nicht in der Babysprache verharrt und ihnen in ganzen Sätzen antwortet, hat man schon einen guten Grundstock gelegt. Jedes Kind entwickelt sich aber anders und man sollte nicht panisch werden, wenn es nicht mit acht Monaten ein "Mama" herausgebracht hat - wenn es sich ansonsten gut entwickelt und an seiner Umgebung interessiert ist, besteht kein Grund zur Sorge. Sollte das Baby allerdings nicht auf Geräusche reagieren, wäre ein Gang zum Kinderarzt zu empfehlen, damit das Gehör getestet wird. Ansonsten immer viel mit dem Nachwuchs reden, irgendwann fangen die Kinder an zu sprechen - ganz bestimmt. Und dann sehnt man sich manchmal nach den Zeiten der Ruhe.