Schmusetuch ist Babys Liebling

Bei den einen ist es ein Tuch oder Kissen, bei anderen wiederum ein Stofftier oder ein anderes Lieblingsspielzeug. Schnuffelobjekte sind wichtige Begleiter für die Kleinen in einer Phase, in der sie die ersten Verlustängste verspüren.

Ob Tuch, Kissen oder Stofftier - was sich dein Kind als Objekt aussucht, ist ganz egal und von Kind zu Kind völlig unterschiedlich. Meistens ist es etwas Weiches, ein Kuscheltier oder eben ein Tuch. Gerne darf es nach Mama riechen. Und es muss ständig verfügbar sein. In der Psychologie werden diese Gegenstände als "Übergangsobjekte" bezeichnet. Sie helfen den Kleinen beim ersten Ablöseprozess von den Eltern, speziell von der engen frühkindlichen Beziehung zur Mutter. Bei den meisten Kindern geschieht das im Alter von vier bis zwölf Monaten.

Familie.de wünscht einen schönen Tag!

.... nicht ohne mein Schmusetuch ...


Schmusetuch und andere Übergangsobjekte

Bereits ab dem vierten Lebensmonat spüren Säuglinge, dass die Mutter nicht permanent da ist, sondern ein eigenständiges Wesen ist. Mit dieser Erkenntnis sind Verlustgefühle verbunden, die das Baby mit Ersatzhandlungen zu kompensieren versucht. Es sucht sich einen Gegenstand, den es an Stelle der Mutter bekuscheln, liebhaben, lutschen kann und der immer in seiner Nähe bleiben soll. Diese Übergangsobjekte helfen dem Kind, eine Beziehung zwischen seiner Innen- und der Außenwelt aufzubauen.

Das Übergangsobjekt bietet Trost, wenn das Kind erkennt:

  • Die Mutter ist eine eigenständige Person.
  • Es hat keine Allmacht über die Mutter.
  • Es werden nicht immer sämtliche Bedürfnisse sofort erfüllt.
  • Hinzu kommen Verlustängste.

Das Übergangsobjekt erfüllt dann alle Voraussetzungen als Ersatz, denn es: 

  1. spendet Trost
  2. hilft bei Trennungs- und anderen Ängsten
  3. beruhigt
  4. gibt Sicherheit, Halt und Geborgenheit
  5. vermittelt Vertrauen
  6. stillt nahezu alle Bedürfnisse
  7. erträgt sämtliche kindlichen Emotionen wie Liebe, Kummer, Aggression

Achtung im Umgang mit Schmusetuch und anderen Übergangsobjekten

Die immense Bedeutung und Gewichtung, die das Schmusetuch - oder eben ein anderes Übergangsobjekt - für dein Kind hat, solltest du nicht unterschätzen. Das Übergangsobjekt hat für das Kind besondere Eigenschaften, die unbedingt Bestand haben müssen:

  • Geruch
  • Form
  • Material
  • Farbe
  • Größe

Deswegen gibt es einige No-Gos, also Dinge, die du auf keinen Fall mit den heißgeliebten Übergangsobjekten tun solltest: 

  1. es wegnehmen
  2. zur Strafe einbehalten
  3. es irgendwie verändern
  4. schlecht behandeln
  5. es waschen

Ja, auch das Waschen, das manchmal schon allein aus hygienischen Gründen dringend angeraten ist, bedarf vorsichtiger Planung. Am besten kann es gelingen, wenn du dein Kind mit einbeziehst und dabei sein lässt, wenn ihr dem Schmusetuch oder Knuffeltier "einen Badeausflug ins Waschbecken" gönnt – oder es "in der Waschmaschine Karussell fahren" darf. Wundere dich aber nicht, wenn dein Kind alles mit Argusaugen überwacht und auch eine Stunde oder länger vor der Waschmaschinentrommel sitzen bleibt.

Das Schmusetuch fehlt – was tun?

Für Notfälle, wenn das Schmusetuch vergessen wurde, hast du als Mutter die Möglichkeit, andere Ersatzobjekte anzubieten, die stark mit dir verbunden sind:

  • deine Kette
  • dein Schlüsseletui
  • dein Schal
  • ein Taschentuch mit ein paar Spritzern deines Parfums

Ein solches Ersatzobjekt kann tatsächlich Wunder wirken, denn es vermittelt deinem Kind, ähnlich wie die Schmusedecke, ein Gefühl von Vertrautheit. Manche Eltern kaufen zur Sicherheit gleich ein zweites, identisches Exemplar des geliebten Objektes. Das ist keine dumme Überlegung, nur solltet ihr dann darauf achten, dass das Ersatzobjekt gleichermaßen abgenutzt und "zerliebt" wird. Denn sollte sein Einsatz als Ersatz tatsächlich einmal notwendig werden, würde dein Kind den Unterschied zu einer nagelneuen Kuschelfigur oder Schmusedecke sofort bemerken.

Manche Kinder haben gar kein Schmusetuch oder Schnuffeltier – was dann?

Kein Grund zur Sorge, wenn dein Kind ohne ein Übergangsobjekt zurechtkommt. Jedes Kind ist eben anders. Und mit Schmusetuch und Kuscheltier verhält es sich ähnlich wie mit Schnuller beziehungsweise Daumen oder auch beim Fremdeln: Die einen brauchen oder tun es – die anderen eben nicht.

Alles ganz normal

Das Verhalten und die Fixiertheit auf das Schmusetuch oder ähnliche Objekte ist übrigens völlig normal. Und irgendwann hört es von selber wieder auf – dann nämlich, wenn dein Kind bereit dazu und soweit ist, dass es ein Übergangsobjekt nicht mehr braucht. Dieses verliert dann seine besondere Bedeutung für dein Kind. Vielleicht wird es für immer vergessen. Manchmal jedoch kann es auch vorkommen, dass Schmusetuch oder Schnuffeltier sogar im Erwachsenenalter noch einmal benötigt werden und in einer großen Krisensituation noch einmal den benötigten Trost spenden kann. Auch das ist .... alles total normal.

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