Blähungen beim Baby – Hilfe und Tipps

Gesundheit

Blähungen beim Baby – Hilfe und Tipps

Blähungen bei Säuglingen sind leider sehr weit verbreitet. Mehr als ein Drittel aller Babys hat Probleme damit. Muss das also so sein, oder kann man den Kleinen die heftigen Bauchschmerzen ersparen? Hier erfährst du, was die Blähungen beim Baby verursacht und wie du ihm in solchen Situationen helfen kannst.

Blähungen hat jeder irgendwann einmal. Regelmäßig kommt das bei etwa 20 Prozent der Erwachsenen vor, dass sie mit Blähbauch und "abgehenden Winden" zu tun haben. Bei Babys sind es dagegen deutlich mehr. Warum gerade die Kleinsten so sehr unter Blähungen leiden müssen, konnte noch nicht abschließend geklärt werden. Vermutet wird, dass der winzige Magen-Darm-Trakt der Säuglinge in den ersten Lebensmonaten, vor allem im ersten Vierteljahr, noch sehr empfindlich ist und daher auf jeden neuen Reiz übersensibel reagiert. Denn ansonsten sind Babys mit Blähungen meistens völlig gesund, sie trinken und entwickeln sich gut.

Der Fliegergriff schafft Erleichterung. 

Blähungen beim Baby – die Ursachen

Blähungen entstehen, weil sich im Magen-Darm-Trakt durch Ab- und Umbauprozesse beim Verarbeiten der Nahrung verschiedene Gase bilden. Die besondere Empfindlichkeit des kleinen Babybauch-Inneren ist das Eine. Es gibt daneben aber auch noch einige andere Faktoren, die zu Bauchkrämpfen führen können.

Mögliche Auslöser für Blähungen bei Säuglingen:

  1. Einige Enzyme sind bei Säuglingen nach der Geburt noch nicht vollständig funktionsfähig, wie beispielsweise das Enzym, das den Milchzucker spaltet.

  2. Teilweise sind ihre Organfunktionen noch nicht ganz ausgereift.

  3. Der Stoffwechsel funktioniert noch nicht so wie bei Erwachsenen.

  4. Probleme im häuslichen Umfeld: Stress, Unruhe, Spannungen, Eltern-Kind-Probleme können sich ebenfalls negativ auf den Magen-Darm-Trakt des Baby auswirken.

  5. Zu viel Luft im Bauch: Babys schlucken beim Saugen viel Luft, die bei der Verdauung zu Schaumbildung im Bauch führt.

Blähungen beim Baby – so erkennst du sie

Schreibabys verschlucken meist besonders viel Luft und können dadurch vermehrt unter Blähungen und Koliken leiden. Wann es wieder soweit ist, dass dein Kind unter Bauchschmerzen und Blähungen leidet, kannst du an seinem Verhalten ablesen.

Das sind Anzeichen für Bauchschmerzen und Blähungen:

  • Das Baby zieht seine Beinchen stark an – oft gefolgt von ruckartigem Ausstrecken.

  • Sein Bauch ist sehr gespannt.

  • Die Bauchdecke fühlt sich extrem hart an.

  • Du merkst, dass Luft entweicht.

  • Das Baby weint laut oder schreit viel.

Blähungen beim Baby und was du dagegen tun kannst

Wenn sich dein Kind ständig unwohl fühlt und Schmerzen hat, ist das für dich und die ganze Familie eine belastende Situation. Man will helfen, kann aber kaum. Denn ein wirkliches Allheilmittel gibt es nicht. Hier gilt: Probieren geht über studieren. Es gibt nur ein paar Mittel, die vielleicht helfen können.

Empfehlenswerte Linderungsmaßnahmen bei Blähungen:

  • Fliegergriff: Wohltuend wirkt das Umhertragen in der Fliegerstellung, wenn das Baby bäuchlings auf dem Unterarm liegt, sein Kopf gestützt in deiner Hand. Die gestaute Luft kann so besser abgehen.

  • Bauchmassagen: Beruhigend ist auch immer eine sanfte Babymassage, besonders mit mildem Baby-Massageöl. Lass deine Finger langsam und sacht im Uhrzeigersinn um den Bauchnabel kreisen. Dabei lösen sich eventuell festsitzende Gasblasen, und auch der Stuhlgang wird schon in die richtige Richtung transportiert.

  • Wärme: Ein warmes Bad oder ein warmes Kirschkernkissen können beim Entkrampfen helfen.

  • Bewegung: Sie hilft bei zu viel Luft im Bauch. Da Babys noch nicht laufen können, kannst du mit ihm Gymnastik machen.

  • Entkrampfende Gymnastik: Winkele die Beine leicht an und schiebe sie 10 bis 15 Mal sanft in Richtung Oberkörper.

  • Anis- und Fencheltee: Zur inneren Beruhigung kann es helfen, wenn du deinem Kind ein wenig  lauwarmen Anis- oder Fencheltee verabreichst.

  • Zum Schluss und doch nicht zuletzt: Vor allem deine Nähe tröstet und beruhigt dein Kind, wenn es Schmerzen hat.

Sehr hilfreich können auch einige homöopathische Mittel und manche probiotische Babynahrung sein. Das solltest du zuvor jedoch mit eurem Kinderarzt oder der Kinderärztin abklären.

Blähungen beim Baby vermeiden

Vermeiden lassen sich Blähungen beim Baby sicherlich nicht gänzlich. Doch gibt es ein paar Punkte, die du beachten solltest, damit dein kleiner Liebling möglichst erst gar keine Bauchkrämpfe bekommt.

Vorbeugende Maßnahmen gegen Blähungen können sein:

  • Nehmt euch Zeit bei den Mahlzeiten.

  • Legt öfter eine Pause zum Aufstoßen für ein Bäuerchen ein.

  • Achte darauf, dass dein Kind die Brustwarze oder den Sauger gut mit dem Mund umschließt.

  • Wenn du die Flasche gibst: warte vor dem Füttern ausreichend lange, bis sich der Schaum vom Schütteln bei der Zubereitung gesetzt hat.

  • Lass keinen Stress aufkommen – dein Kind spürt das.

  • Sorge für ausreichend Ruhe.

  • Wenn du noch stillst: Verzichte vorsichtshalber auf blähende Lebensmittel. Dazu zählen vor allem Hülsenfrüchte, Kohlgemüse und Rohkost im Allgemeinen.

  • Trinke gern Stilltees wie Anis-Fenchel-Kümmel-Tee.

  • Lass dein Kind nicht jede halbe Stunde an Brust oder Flasche trinken. Wenn ständig neue Milch dazukommt, bevor die vorherige Mahlzeit verdaut ist, kann das Verdauungsprobleme auslösen.

Auch wenn es unangenehm und schmerzhaft für dein Baby ist und sein Weinen vielleicht belastend für die ganze Familie sein kann: Gelegentliche Blähungen bei Säuglingen sind ganz normal, erstrecht im ersten Vierteljahr. Und in den allermeisten Fällen haben die Babys die Kolik-Phase im vierten Lebensmonat dann glücklich überstanden.

Bildquelle:

Getty Images

Galerien

Lies auch

Teste dich