Wenn das Baby schreit


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Wenn das Baby schreit

Wenn ein Baby sich nicht wohlfühlt, schreit es. Damit zeigen Babys, dass sie Hunger oder eine volle Windel haben oder einfach über etwas erschrocken sind. Eltern können bald je nach Klang des Schreis die Bedürfnisse ihres Babys erkennen. Das ist auch gut: Es hört früher mit dem Schreien auf, wenn seine Mutter schnell und angemessen darauf reagiert. Aber natürlich sollte ein Baby auch mal schreien dürfen. Hebamme Silvia von Büren betont: „Es ist eine seiner wichtigsten Kommunikationsmöglichkeiten und darf das auch ganz klar sein, wenn alle körperlichen Bedürfnisse abgedeckt sind. Schreien ist schließlich auch ein Verarbeitungsprozess, der das Baby entlastet!“ Verhalten bei Schreibabys Eine Ausnahme bilden Schreibabys. Das sind Kinder, die mehr als drei Stunden täglich an mehr als drei Tagen pro Woche schreien, und das mehr als drei Wochen hintereinander. Um sie zu beruhigen, sollten Eltern Hilfe in Anspruch nehmen, z.B. von der Hebamme oder dem Kinderarzt. Manche Babys sind von Geburt an eher unruhig. Das kann mit einer schweren Geburt zusammenhängen, mit Spannungen in der Partnerschaft - oder mit dem angeborenen Temperament. „Solche Kinder haben eine vergleichsweise kürzere Aufmerksamkeitsspanne, sind leichter irritierbar und brauchen länger, um in den Schlaf zu finden“, sagt Cierpka. Oft weinen sie auch schneller, weil sie überreizt sind und nur noch schlafen wollen. Da ist es besonders wichtig, auf die Baby-Signale zu reagieren. „Wenn man zum Beispiel mehr auf die Müdigkeitszeichen achtet, die Kinder früher schlafen legt und sie auch länger schlafen lässt, wirken die Eltern dem hohen Erregungsniveau durch ein eher beruhigendes Antwortverhalten entgegen.“ Oft hilft den überreizten Babys, wenn man den Raum abdunkelt und alle möglichen Reize wie etwa störende Geräusche von ihnen fernhält. Neugeborene sollten generell etwa alle ein bis anderthalb Stunden eine Runde schlafen. Das Baby entwickelt eigene Mitteilungs-Strategien Wie Tom. Er ist unruhig. Der eine Woche alte Junge hat die Augen geschlossen und rudert mit den Ärmchen etwas unbeholfen vor seinem Gesicht herum. Der Mund ist geöffnet, ab und zu streckt der Kleine die Zunge heraus. Dann schafft er es: Nachdem er zunächst beide Händchen im Mund hatte, findet er den Daumen der linken Hand und saugt daran. Und - beruhigt sich. „Selbstregulation“ heißt diese Fähigkeit der Säuglinge. Sollen Eltern das unterstützen, etwa indem sie die Hand des Kleinen gleich zu seinem Mund führen? „Nein, denn das würde die selbstregulatorischen Bemühungen des Säuglings unterlaufen“, sagt Cierpka. Braucht ein Baby Unterstützung, um sich zu beruhigen, zeigt es das seinen Eltern selbst: durch Schreien oder verstärkte Unruhe-Signale. Für andere Aufgaben, die Babys bewältigen müssen, kann die Unterstützung der Eltern aber sehr hilfreich sein, um die Selbstregulierung zu erlernen, erklärt Diplom-Psychologe Jörn Borke. Er nennt als „große Regulationsaufgaben“ des ersten Lebensjahres
  • Schlafen (Übergang wach-schlafen-wach),
  • Schreien (Übergang Aufregung-Ruhe),
  • Essen (Übergang Hunger-essen-satt).