Wochenbett: 11 Regeln für den Besuch beim Neugeborenen

Die Geburt eines Babys ist ein großes Ereignis. Klar, dass jeder das Neugeborene besuchen will. Aber der gut gemeinte Besuch kann für Eltern oft in Stress ausarten. Wir zeigen Ihnen, wie Sie zum idealen Besucher werden.


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© Catalin - stock.adobe.com
Wenn man Eltern während des Wochenbetts besucht, muss man sich Folgendes bewusst machen: Frischgebackene Eltern sind müde – sehr müde. Schlafentzug und die Abgeschlagenheit nach der Geburt machen Mama und Papa psychisch und physisch zu Zombies. Deshalb erfordert die neue Situation von Besuchern ein bisschen Fingerspitzengefühl um kein Alptraum-Gast zu sein. Denn die Eltern sind oft durch die neue Lebenssituation verunsichert. Sie sagen nicht frei heraus, was sie sich von Besuchern wünschen. Schließlich will man keine Superglucke sein. Und Besuch kommt immer mit allerbesten Absichten. Jeder - Eltern, Familie und Freunde - muss erstmal seine neue Rolle finden. Wir sagen Ihnen, wie Sie dem Säugling einen Besuch abstatten und gleichzeitig die Eltern glücklich machen.

11 Tipps für den perfekten Besuch beim Neugeborenen

1. Spontanbesuche Einfach Vorbeikommen ist keine gute Idee. Der ideale Besucher macht einen Termin und betont, dass es kein Problem ist, den Besuch zu verschieben, falls es den Eltern spontan doch nicht passt.
2. Pünktlichkeit Wenn 15 Uhr ausgemacht ist, dann ist der Idealbesucher um 15 Uhr da – nicht 10 Minuten vorher oder nachher. Denn um Punkt 15 Uhr ist das Baby gewickelt und gestillt. Das heißt es ist für mindestens 15 Minuten entspannt, bevor Mama und Papa wieder irgendein Bedürfnis stillen müssen. Genau diese 15 Minuten sind den Eltern sehr wichtig, denn da können sie ein Gespräch mit dem Besuch führen.

3. Hände waschen

Reinkommen und Hände waschen. Besonders beim ersten Kind haben Eltern große Angst vor Keimen. Und die Sorgen sind nicht vollkommen unberechtigt. Einige Bakterien, Viren und Keime können einem Neugeborenen wirklich schaden.
4. Andere Kinder Seine eigenen Kinder lässt der Traum-Besucher zu Hause. Denn Krippen- und Kindergartenkinder sind Bazillenschleudern. Wenn ein so kleiner Säugling sich irgendetwas einfängt ist das nicht lustig. Und selbst ein harmloser Schnupfen sorgt für furchtbare Nächte.
5. Absagen Wer sich nicht gut fühlt oder Herpes hat, bleibt zuhause und sagt ab. Auch wenn nur das Gefühl aufkommt, man könnte eventuell vielleicht einen Herpes bekommen. Herpes-Viren können bei Neugeborenen unter anderem eine Gehirnhautentzündung auslösen oder Organe befallen. 
6. Besuchsdauer 30 Minuten sind bei einem Besuch während des Wochenbetts das Maximum. Alles andere ist für die Wöchnerin zu anstrengend. Man kann ja nochmal wiederkommen. Am besten ist es, nicht darauf zu warten bis man gebeten wird zu gehen. Einfach nach 30 Minuten von alleine aufstehen und gehen.
7. Kuchen Wer sich beliebt machen will, bringt Kuchen mit – viel Kuchen! Und macht sich seinen Kaffee selbst, oder trinkt Leitungswasser. Bevor der beste Besucher der Welt geht, räumt er das Geschirr weg und fragt ob er noch was tun kann – zum Beispiel einen kleinen Einkauf erledigen, Wäsche aufhängen oder mit dem älteren Geschwisterkind auf den Spielplatz gehen.
8. Geschenke Über ein Geschenk freut sich Jeder. Meistens bringen die Besucher etwas für das Baby mit. Genauso oder noch mehr freuen sich die Eltern über etwas Gutes zu essen und zu trinken. Denn die Zeit zu kochen ist knapp. Da kommen selbst gekochte Speisen, die man auch einfrieren kann, genau richtig.

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9. Schlafenszeit
Niemals das Baby wecken. Das ist natürlich jedem Vorzeigebesucher klar. Neugeborene schlafen bis zu 18 Stunden am Tag, da kann es passieren, dass man bei seinem Besuch nur ein schlafendes Baby zu Gesicht bekommt. 
10. Anfassen Durch Hormone werden Frauen zu Löwinnen, die zusammenzucken wenn jemand an ihr Junges geht. Also bitte das Baby nicht ohne zu fragen anfassen, abknutschen oder hochnehmen. 
11. Ratschläge Gerade beim ersten Kind, lassen sich Eltern schnell von Kommentaren verunsichern. So ziemlich jede Aussage außer „Oh wie niedlich!“, kann zu Missverständnissen führen. Ratschläge wie „Das haben wir früher nicht gebraucht!“ oder „Das Baby ist zu dünn angezogen, oder?“ sind bestimmt nett gemeint, aber wenn sie jemand falsch verstehen kann, dann eine übermüdete Mutter. Fragen die Eltern um Rat, antwortet der ideale Besucher vorurteilsfrei und offen.

Zum Abschluss noch ein Hinweis: Es geht vorbei – alle Eltern werden nach ein paar Wochen wieder normal. Sie können irgendwann wieder raus gehen und länger als 30 Minuten Besuch empfangen ohne einzuschlafen. Und sie können auch irgendwann über etwas anderes reden als die Geburt und das Baby, versprochen! 

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Anna Hentsch

von Anna Hentsch