Beikost: Empfehlungen & Tipps zum Zufüttern

Im zweiten Halbjahr steigt der Nährstoffbedarf deines Babys an und es braucht allmählich mehr als nur Milch. Wir informieren dich zum Thema Beikost und geben Tipps für den sanften Umstieg von der Milch auf den Brei, damit das Zufüttern gelingt. Plus: Beikostplan zum Ausdrucken!

Muttermilch oder Säuglingsmilch reichen als Nahrungsquelle für dein Baby in den ersten vier bis sechs Lebensmonaten vollkommen aus. Die Milch enthält alle Nährstoffe, die dein Baby zum Wachsen und Gedeihen braucht. Doch bald steigt der Energie- und Nährstoffbedarf eines Säuglings an: Vor allem Eisen, Vitamin B6, Zink und Kalzium werden jetzt in größeren Mengen gebraucht, als sie die Milch noch bieten kann. Deshalb empfiehlt das Forschungsinstitut für Kinderernährung (FKE) Dortmund die Beikost zwischen dem 5. und 7. Monat einzuführen.

Zufüttern: Baby an Beikost gewöhnen

Mit der Beikost startet man am besten Stück für Stück, damit das Zufüttern gelingt.


Aber keine Sorge, die Beikosteinführung ist nicht gleichbedeutend mit dem Abstillen. Zwar wirst du in den nächsten Wochen und Monaten eine Milchmahlzeit nach der anderen durch Breimahlzeiten ersetzen, du kannst aber weiter nach Bedarf stillen und zwar solange du und das Baby das wollen.

Wann ist mein Baby bereit für die Beikost?

Das ist von Kind zu Kind unterschiedlich. Die einen sind schon mit vier Monaten neugierig auf Brei und probieren ihn gerne aus. Andere brauchen noch ein paar Wochen, um sich auf den neuen Geschmack und die Konsistenz einzulassen. Nicht zuletzt müssen die Kleinen auch erst das Essen vom Löffel lernen, denn dabei ist eine andere Zungentechnik gefragt als beim Saugen.

Schiebt dein Baby bei den ersten Beikost-Versuchen den Brei immer wieder nach vorn aus dem Mund oder zeigt es so gar kein Interesse am Brei, solltest du ihm noch ein wenig Zeit geben. Probiere es ein paar Tage später einfach noch einmal.

Beikoststart nach Plan: Breimahlzeiten schrittweise einführen

Keine Panik, du liest hier jetzt nichts von fixen Zeitplänen und strikten Do’s and Don‘ts zur Beikosteinführung. So kompliziert sollte etwas so Natürliches wie das Füttern deines Babys gar nicht sein. Die folgenden Empfehlungen des FKE sollen dir vor allem als Orientierung dienen. Sie berücksichtigen die allgemeinen ernährungs- und entwicklungspsychologischen Anforderungen im Säuglingsalter und die traditionelle Ernährungsweise in Deutschland. Der FKE Ernährungsplan für Säuglinge im ersten Lebensjahr hat sich als verträglicher Übergang von der Milch, über die Beikost bis hin zur Familienkost bewährt und wird von diversen medizinischen Fachgesellschaften empfohlen. Individuelle Anpassungen der Vorgaben sind aber natürlich möglich.

Also: Egal ob du mit einem Mittags- oder Morgenbrei startest, ob du zuerst Karotte oder ein anderes Gemüse fütterst, ob du dein Baby mit oder ohne Fleisch ernähren möchtest – wichtig ist nur, dass du die verschiedenen Lebensmittel immer erst einzeln einführst, um das Verdauungssystem deines Babys nicht zu überfordern und mögliche Allergien frühzeitig ausmachen können. Außerdem sollte immer nur eine Milchmahlzeit pro Monat vollständig durch eine Breimahlzeit ersetzt werden. Bis alle Milchmahlzeiten ersetzt sind, vergehen auf diese Weise vier bis sechs Monate.

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Ab dem 5. Monat (d.h. mit 4 Monaten): Die erste Breimahlzeit ➤ Gemüsebrei

  • Zeitpunkt: mittags
  • Lebensmittel: Gemüse und Kartoffeln, Speiseöl, Obstsaft, später Fleisch und Fisch

Für die erste Breimahlzeit wird ein verträglicher Gemüsebrei empfohlen, zum Beispiel aus Karotte, Zucchini, Kürbis, Pastinake, Brokkoli oder Fenchel (Rezept: Erster Gemüsebrei). Wird die erste Sorte gut vertragen, kannst du drei bis vier Tage später die Kartoffel einführen. Wieder einige Tage später kannst du dann einen gemischten Brei aus den beiden Zutaten anbieten. Vielleicht hast du sogar das Gefühl, dass dein Kind einzelne Sorten nicht mag. Biete ihm trotzdem eine Woche lang weiter diesen Geschmack an, damit es die Chance hat, ihn wirklich kennenzulernen.

Mische dem Gemüsebrei, egal ob gekocht oder gekauft, immer etwas Speiseöl (z.B. Rapsöl) bei: auf 100 Gramm Gemüse jeweils einen Teelöffel Öl. Das Öl fördert die Gemüse-Verdauung und dient noch dazu der Hirnentwicklung des Babys. Es gibt auch Beikost-Öl, das die Verdauung fördern soll. Experten sind sich jedoch meist einig, dass normales Speiseöl ausreichend ist.

Tipp: Wenn du den Brei selbst kochst, püriere ihn ganz fein und streiche ihn gegebenenfalls durch ein Sieb, damit er eine ganz feine Konsistenz bekommt.

Verträgt dein Baby den gemischten Gemüsebrei, kannst du ab dem 7. oder 8. Monat zwei- bis dreimal die Woche eine kleine Menge Fleisch (20-30 Gramm) untermischen. Fleisch ist ein wichtiger Eisenlieferant, insbesondere Rindfleisch. Aber auch magere Stücke Schwein, Lamm und Geflügel kannst du schon füttern, wobei du auch hier zunächst jede Sorte einzeln einführen solltest. Sobald du Fleisch fütterst, mische dem Brei außerdem etwa zwei bis drei Teelöffel Vitamin-C-haltigen Obstsaft (z.B. Apfelsaft) bei. Vitamin-C fördert die Eisenaufnahme. Später kannst du die Fleischportion einmal pro Woche durch fettreichen Fisch (z.B. Lachs) ersetzen.

Möchtest du auf Fleisch verzichten, achte darauf, dass dein Kind durch eine entsprechende Gemüse-Auswahl ausreichend Eisen zu sich nimmt. Eisenreiche Gemüse sind zum Beispiel Karotten, Fenchel und Brokkoli. Du kannst das Fleisch im Brei auch durch Getreide (z.B. Hafer) ersetzen. Auch hier empfehlen die Experten eine Zugabe von Vitamin-C durch Obstsaft.

Gut zu wissen: Zu Beginn muss sich dein Baby am Brei noch gar nicht satt essen. Es geht erstmal nur darum, den Brei und den Löffel kennenzulernen. Stille dein Kind deshalb wie gewohnt, lassen es sich aber nicht satt trinken. Unterbrich die Milchmahlzeit für einige Löffel Brei. Je nachdem, wie gut das klappt, ist dein Kind danach satt oder du legst es einfach nochmal an. Steigere die Breimenge Tag für Tag, bis dein Kind schließlich 150 bis 250 Gramm Brei isst. Reduziere gleichzeitig die Milchmahlzeit, bis du ausschließlich Brei fütterst.
Im Laufe der nächsten Wochen können die Kartoffeln im Brei zur Abwechslung auch durch Nudeln, Mais oder Reis ersetzt werden.

Lies auf der zweiten Seite, wie es laut Ernährungsplan des FKE nach der Einführung des Gemüsebreis weitergeht! Außerdem findest du dort einen praktischen Beikostplan zum Herunterladen und Ausdrucken. >> Weiterlesen