Zwillinge stillen: Gute Organisation ist nötig

Wenn sie Zwillinge stillen, brauchen Frauen so viel Unterstützung wie möglich, denn es kostet am Anfang viel Zeit und Geduld.


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Auf einmal sind da zwei Münder, die gestopft werden müssen. Mütter, die Zwillinge stillen, fürchten oft, dass sie nicht genug Milch haben, aber das sind meist unbegründete Sorgen. Denn die Milchproduktion stellt sich auf die Nachfrage ein, wenn man die Zwillinge am Anfang sehr häufig stillt, wird genügend Milch produziert. Manchmal sogar zu viel und da können sich die Mütter überlegen, ob sie ihre Muttermilch spenden wollen. Sind die Babys am Anfang eher trinkfaul, kann man mit der Milchpumpe nachhelfen. So oder so - um Zwillinge zu stillen, bedarf es einer guten Organisation.

Zwillinge stillen

Gute Organisation: Zwillinge stillen


© Getty Images

Zwillinge stillen: Der Mutter muss es gut gehen

Das ist einfacher gesagt als getan, aber man braucht eine gute Grundlage, um zwei Kinder zu stillen und das bedeutet, dass sich die Mutter auch um sich kümmert - viel trinken und gute Ernährung sind wichtig. Dann muss man der Zwillingsmutter am Anfang viel Unterstützung geben. Sie braucht genügend Ruhe; Haushaltsaufgaben, die Betreuung eventueller Geschwisterkinder müssen von anderen für diese Zeit übernommen werden, damit die stillende Mutter sich mit den Zwillingen zurückziehen kann und kein Stress entsteht.

Das gleichzeitige Stillen hat den Vorteil, dass man nicht die ganze Zeit mit dem Füttern beschäftigt ist. Das muss sich aber einpendeln, es kann sein, dass das eine Kind hungrig ist, das andere aber noch schläft und man es wecken muss. Wenn die Kinder sich satt getrunken haben, sollte man sie in der Anfangszeit nicht noch länger nuckeln lassen, denn das kann die Brustwarzen entzünden und das Stillen zu einem schmerzhaften Prozess machen.

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Damit sich Mama und Baby gemeinsam freuen können: Mit diesen Tipps klappt gesundes Stillen reibungslos, von Anfang an.



Stillpositionen beim gleichzeitigen Stillen

Wenn man die Zwillinge gleichzeitig stillen will, bieten sich die verschiedenen Stillpositionen an. Jede Mutter muss für sich entscheiden, ob sie sich für ein Zwillingsstillkissen *entscheidet oder sich aus verschiedenen Kissen und eingerollten Handtüchern eine Kissenburg um sich herum baut. Wichtig ist nur, dass beide Kinder gut abgestützt sind, sie gut die Brustwarzen erreichen können und man selbst noch freie Hände hat. Es muss bequem sein. Diese Stillpositionen gibt es:


•  Tandemstillen: Die Babys liegen mit den Füßen nach hinten und ihre beiden Köpfe werden vorn von Kissen gestützt. Man hat sie quasi im Fußballgriff an der Seite.
          
•  Überkreuzhaltung: Bei der Überkreuzhaltung hält man beide Babys mit dem Wiegegriff – eines rechts, eines links. Die Beinchen kreuzen sich im Schoß der Mutter. Die Babys bilden quasi ein V.

•  Stillen im Liegen: Man liegt nach hinten gelehnt auf der Seite, der Rücken ist mit festen Kissen oder Decken gestützt. Ein Kind liegt seitlich, das andere bäuchlings quer auf der Seite.

•  Parallelhaltung: Bei dieser Parallelhaltung liegt ein Kind in der Wiegehaltung, das andere hält man im Fußballgriff. Der Bauch des einen Kindes stützt dabei den Kopf des anderen.


Wenn das aber alles nicht funktioniert und sich die Säuglinge nicht zu einem gleichen Rhythmus bringen lassen, stillt man die Zwillinge dann so, wie es kommt und zwar einzeln. Das braucht zwar mehr Zeit, ist aber vielleicht auch nicht so stressig. Es kann aber sein, dass man ein wenig durcheinanderkommt, wen man nun in der Nacht wann gestillt hat, aber auch da sollte man sich nicht stressen lassen, das wird sich im Laufe des Tages wieder ausgleichen. Und auch wenn es mal nicht so klappt - es ist immer gut, einige Fläschchen für den Notfall auf Vorrat parat zu haben.

Auf alle sollte man sich gute Unterstützung holen und die Hilfe von Hebammen und Stillberaterinnen annehmen. Eine nette Stillgruppe hilft auch über Unsicherheiten hinweg. Am Ende muss jede Mutter sowieso entscheiden, wie sie die Zwillinge stillen will - ob im Tandem oder einzeln. Das kommt immer auf die Situation an und wie es sich am besten anfühlt und organisieren lässt.
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