Als Mum sieht man manchmal etwas merkwürdig aus

Von der Disco-Tussi zur Mum: Im zweiten Teil ihrer Kolumne erzählt Carla von der optischen


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Verwandlung zur Mum.


Carlas Kolumne - Teil 2

Foto: Privat


Mein altes ICH – Disco-Tussi. Immer gestylt, geschminkt und ordentlich angezogen. Gerne im Kate Moss-Style. Selbst schwanger mit Monsterbauch legte ich wahnsinnig viel Wert darauf und wurde im Geburtsvorbereitungskurs die Stylo-Mum genannt. So eine seltsame Umstands-Latzhose kam nicht in meinem Kleiderschrank. Dafür eben eine Umstands-Hotpants. Jaaa, so was gibt es!

Mit einem Kind gelingt dies alles nicht immer so gut. Ich – die gerne die Stylo-Mum geblieben wäre – habe da also ein Problem: Mum sieht zuweilen etwas seltsam aus. Das beste Make up kann irgendwann nicht mehr, wenn es Augenringe überdecken soll, die alles überschatten. Augencremchen nützen vielleicht gegen Augenringe einer durchfeierten Nacht, aber gegen kratertiefe Augenringe von fünf fast durchwachten Kind-bekommt-Zähne-Nächte!? Babykotze auf dem Shirt fällt einem nach dem 4. Mal umziehen am Tag irgendwann auch nicht mehr auf. Ebenso wie Breiflecken wenn der kleine Mäusemann den mütterlichen Busen samt Shirt mal wieder als Serviette benutzt und mit seinen Breifingerchen wild um sich gegrabscht hat (beim Essen könnte man denken er ist ein Octopus mit acht Armen). Anziehen sollte Mum sowieso nur noch schwarz – da sind Kürbisbrei-Flecken weniger dramatisch wie auf der guten weißen Bluse und außerdem fällt damit der ungeheuerliche Dolly Buster Busen nicht so auf. Schicke, heiße Unterwäsche hat mein Körper auch ewig nicht erblickt…weder für mein Selbstwertgefühl noch für meinen MC Dreamy. Wie soll man bitte auch in einem Victoria Secret BH eine Stilleinlage verstauen ohne dass sie sich unterwegs herausmogelt und an der Kasse im Geschäft aus dem Shirt gleitet?! Ans Stillen denken wir erst mal gar nicht. Also gibt es halt vorerst nur den Still-BH der so scharf aussieht wie die Unterwäsche die an der Wäscheleine meiner 76jährigen Nachbarin hängt. Die Haare, welche keine Frisur mehr besitzen – wann soll Mum denn bitte mindestens drei Stunden zum Friseur für waschen, schneiden, Strähnchen…..!?! Okay dann sind die Haare im Zopf doch besser aufgehoben. Durch hormonbedingten Haarausfall (jetzt weiß ich endlich warum so viele Mütter üble Kurzhaarfrisuren tragen!) will Mum den paar übrig gebliebenen Haaren ja nicht auch noch das Glätteisen zumuten. Und ganz ehrlich: manchmal hat Mum eben nur ein rasiertes Bein, da das Baby aufgewacht ist bevor man beim Blitzduschen beide rasieren konnte. Und ja, die ausgeleiherte, ausgewaschene, schlabbrige Jogginghose ist echt bequem. Es ist so, der Mäusemann sieht manchmal stylomäßiger aus wie ich. Und er ist ja sooooo süß!