Bereitschaft signalisieren, Kindern zuhören zu wollen


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Bereitschaft signalisieren, Kindern zuhören zu wollen

Hat man diese Hürden glücklich umschifft, kann noch ein weiterer Kommunikations-Killer positive Eltern-Kind-Gespräche ausbremsen. Wenn Kinder ganz klar ihren Eltern Gesprächsbereitschaft signalisieren, können Eltern den Redefluss ihrer Kinder problemslos abwürgen. Durch eine falsche Reaktion:
  • Ablenken („Das wird schon wieder. Willst du einen Pudding als Nachtisch?“),
  • Befehlen („Natürlich verträgst du dich wieder mit Jannik, schließlich spielt ihr Tennis zusammen.“)
  • Trost („Du Armer kannst einem aber auch leidtun.“) oder
  • Ratschläge („Jannik ist okay. Jetzt iss erst einmal, und dann rufst du ihn an und ihr sprecht euch aus.“)
Was gut gemeint ist, kann also die gleiche Wirkung haben wie eine Nadel, die man in einen prallen Ballon sticht - der Bereitschaft, etwas zu erzählen, geht die Luft aus. Aktiv Kindern zuhören hingegen zeigt Wertschätzung und gibt einem Kind das Quentchen an Unterstützung, Ermunterung und Nachdenklichkeit, das es entweder braucht, um sein Herz auszuschütten und Hilfe einzufordern oder um selbst eine Lösung für sich zu finden. Um als Erwachsener in der Kommunikation mit Kindern den richtigen Ton zu treffen, hilft mir ein Satz ganz prima, den ich von Trudi Kühn, eine der deutschen Herausgeberinnen des Step-Elterntrainings gehört habe: „Wir behandeln unser Kind genauso wie unsere besten Freunde.“ Würden Sie Ihrem Besuch drohen, seine Erzählung abwürgen oder ihre Freunde belehren? Natürlich nicht. Wer sich das vor Augen hält, wird wunderbare Gespräche über Blödmänner und andere wirklich wichtige Dinge im Leben seines Kindes führen.