Der Plan und die Spontaneität – was ist das??

Carla hatte früher ihre Tage gut geplant. Doch ihr kleiner Noah hält sich meist nicht an den Plan. Und mal spontan sein, ist auch schwer ...

Familie.de wünscht einen schönen Tag!

Foto: Privat


Mein altes ICH war ein Organisationstalent. Ich plante den Tag. Die Woche. Am besten den ganzen Monat im Voraus. Ein Tag sollte klar strukturiert sein. Klar, ein wenig spontan kann man die eine oder andere Sache auch noch laufen lassen. Aber ein Plan ist toll. Und ich liebe Pünktlichkeit. Doch mein neues ICH musste eines schnell lernen:

ein Baby macht, was es will!

Mum möchte pünktlich um 10 Uhr beim Yoga sein? Spuckt sich der Mäusemann doch auf dem Weg in den Maxi Cosi noch mal ordentlich voll, damit Mum ihn auf jeden Fall noch mal umziehen muss. Und wenn Mum Glück hat, bekommt Mum selbst auch noch ne ordentliche Portion ab. Und wenn es richtig gut läuft, verschwindet die Hälfte der halb verdauten Babymahlzeit in den Haaren, die Mum sich ausnahmsweise doch mal geglättet und gestylt hat. Naja, dann heute eben kein Yoga. Meine Freundin ruft an, ob wir spontan einen Kaffee trinken gehen. So in ca. 30 Minuten?? Ähm … einen Augenblick. Mal überlegen, was vorher noch erledigt werden muss: Stillen, Wickeln, Anziehen, Tasche packen mit Windeln – Trinkfläschchen - Obstbrei-Gläschen – Lätzchen – Löffelchen - Schnuffeltuch, mich selbst anziehen und fertig machen, ab in den Maxi Cosi … ähm, nein das schaffe ich wohl eher nicht. Möchte Mum am frühen Abend Essen gehen mit Freunden, brüllt das Kind im Lokal müde vor sich hin und möchte ausnahmsweise nicht auf dem Arm einschlafen. Der Mäusemann quengelt bis Mum das Restaurant verlässt als das Sushi gerade serviert wird und bevor Mum etwas gegessen hat, um im Auto auf dem Heimweg wieder gut gelaunt vor sich hin zu brabbeln, was das hungrige Knurren des Magens übertönt. Wenigstens muss ich mir über einen fetten Arsch keine Gedanken machen. Ein gut geplanter Tag wie ich ihn mir vorstelle: Morgens Krabbelgruppe, danach noch auf der Arbeit vorbei, anschließend Einkaufen und evtl. noch einen kleinen Stadtbummel anhängen, wenn man schon mal in die Stadt gefahren ist. Hört sich gut an. Doch nach dem Krabbeln ist der Mäusemann so müde, dass er das Büro zusammenbrüllt. Aaah, da freuen sich die Kollegen, mich wieder zu sehen. Einkaufen muss noch sein, im Kühlschrank befindet sich nur noch Marmelade und Butter. Zum Glück ist das Baby im Auto auf dem Weg vom Büro zum Supermarkt eingeschlafen. Was nun? Weiter im Kreis fahren so ca. eine Stunde und 200 km lang bis der Mäusemann wieder aufwacht? Einkaufen und das Kind im Auto schlafen lassen? Den Maxi Cosi auf den Einkaufswagen packen … das ist der Plan. Also raus aus dem Auto mit dem Babysafe … gaaanz vorsichtig, damit er nicht aufwacht. Rein in den Supermarkt, so schnell wie möglich durch die Gänge flitzen und Lebensmittel in den Wagen schmeißen … und da brüllt plötzlich die schwerhörige Oma in der Gemüseabteilung so laut, dass der Kleine natürlich sofort die kleinen Äuglein erschrocken bis entsetzt aufreißt: „Oooooooooh, ist das süß! Ein Mädel oder ein Bub??“ - Hm, mein Kind ist heute ausnahmsweise mal komplett blau angezogen. Was wird es wohl sein!? Die Laune des Mäusemanns ist natürlich nach der brüllenden Weck-Attacke auf dem Nullpunkt angelangt. Jetzt noch ein Stadtbummel?! Ähm, vielleicht nächste Woche.