Gemeinsame Mahlzeiten: Allzu oft herrscht Schweigen

Eine aktuelle Studie verrät, welche Themen Familien bei gemeinsamen Mahlzeiten besprechen und dass erstaunlich viele beim Essen stumm um den Tisch sitzen.

Familie isst gemeinsam

Familien, die regelmäßig gemeinsam essen, gibt es immer weniger.


Gemeinsame Mahlzeiten galten lange Zeit als geselliger Höhepunkt des Familienlebens. Wenn alle zusammen am Tisch sitzen, kann man nicht nur praktische Fragen erörtern, sondern auch mitbekommen, wie es allen geht und wie die Stimmung innerhalb der Familie ist. Außerdem stärkt es das Zusammengehörigkeitsgefühl der Familienmitglieder und bietet vor allem Kindern immer wieder Gelegenheiten, an ihren sozialen Fähigkeiten zu feilen. Doch das gemeinsame Essen als unumstößliche Institution wackelt und die Kommunikation droht abzureißen.

Warum gemeinsame Mahlzeiten an Bedeutung verlieren

Unser Alltag ist hektischer und bisweilen schwerer planbar geworden. Schichtdienste, mehrere Jobs, volle Terminkalender – es kann viele Gründe geben. Manchmal schleichen sich auch individuelle Gewohnheiten ein wie alleine zu essen im eigenen Zimmer, am Computer oder vor dem Fernseher. So kommen manche Familien nicht immer oder nur selten Essen zusammen.

Doch selbst die, die das noch hinbekommen, wissen immer öfter nicht, was sie miteinander reden sollen. Das stellte eine britische Umfrage im Auftrag eines Lebensmittelherstellers fest, für die 2.500 Elternpaare interviewt wurden.

Umfrageergebnisse stimmen nachdenklich

Die Antworten der Eltern zeigen, dass der Stellenwert von gemeinsame Mahlzeiten sich verändert:

  • Vier von zehn erklärten, dass sie nur selten mit ihren Kindern zur gleichen Zeit essen.
  • 10 % sagten, dass sie nie zusammen mit ihren Kindern essen.
  • Nur 20 % der Eltern gaben an, jeden Tag gemeinsam mit ihren Kindern Mahlzeiten einzunehmen.

Von denen, die gemeinsam aßen, klagten erstaunlich viele über Kommunikationsprobleme. Ein Drittel weiß nicht, worüber man mit den Kindern reden könnte und schweigt deshalb am Tisch. Über 20 % zogen es hingegen vor, beim Essen den Fernseher laufen zu lassen. Bei 44 % war es gang und gäbe, während der Mahlzeit auf das Smartphone zu schauen, statt mit der Familie zu reden.

Psychologen betonen die Bedeutung von gemeinsamen Mahlzeiten

„Um Familienmahlzeiten optimal zu nutzen, sollte es entspannte Gespräche und Lachen geben. Je mehr wir uns miteinander beschäftigen, desto näher und verbundener fühlen wir uns miteinander“, sagte die Psychologin Dr. Linda Papadopoulos in einer Erklärung zur Studie. „Kinder sind ein Teil vom Ganzen und es ist wichtig für die Entwicklung ihrer sozialen Kompetenz. Es ist einfach wunderbar, wie glücklich eine lebhafte Familienmahlzeit klingen kann.”

Aber zum Glück gibt es auch immer noch Familien, die miteinander essen und reden. Dabei werden am häufigsten die folgenden Themen besprochen:

  • 47 % reden über Pläne fürs Wochenende
  • 44 % tauschen sich über Schule und Freunde aus
  • 43 % reden über das Essen selbst
  • 37 % sprechen über die Hausaufgaben
  • 37 % diskutieren populäre Fernsehsendungen

Es müssen also nicht einmal ernsthafte Themen sein – das Wichtigste ist, dass ihr überhaupt miteinander sprecht.

„Es ist belegt, das eine anregende Unterhaltung bei der Mahlzeit das Selbstbewusstsein von Kindern stärkt und dass sich dadurch die schulischen Leistungen verbessern“, sagte die Expertin. „Tatsächlich profitiert die gesamte Familien, wenn jeder die Chance hat, etwas loszuwerden. Darum sollte man versuchen, es regelmäßig hinzubekommen.“

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