Der Haargummi-Trick soll Eltern dabei helfen, gelassener zu bleiben

Alle Mamas und Papas kennen das: Erwischt sie ihr Kind in schlechter Laune oder ist es in einer anstrengenden Phase, werden Eltern schon mal laut. Bloggerin und Buchautorin Kelly Holmes hat einen wirksamen Trick entwickelt, damit Eltern sich in solchen Fällen besser unter Kontrolle haben.


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Eltern sein ist nicht immer einfach. Ein bockiges und trotzendes Kind, das nicht macht, was man von ihm möchte oder etwas Unmögliches einfordert – das kann die durch Schlafmangel und Alltagsstress gereizten Nerven der Eltern schon mal blank legen. Dabei wissen wir: Schreien bringt nichts und verschlimmert die Situation meistens nur. Nicht zuletzt belastet allzu häufiges Lautwerden die Beziehung zwischen Eltern und Kind. Doch einfach ruhig bleiben? Das ist leichter gesagt als getan. Niemand möchte sein Kind anschreien, doch in manchen Situationen platzt es einfach so aus einem heraus.

Haargummi-Trick

So können Ihnen Haargummis dabei helfen, bessere Eltern für Ihre Kinder zu sein.


© iStock
Kelly Holmes, selbst dreifache Mutter und Autorin des Buchs „Happy You, Happy Family“, hat einen Trick entwickelt, der Eltern dabei helfen soll, in solchen Situationen die Fassung zu bewahren. In ihrem Buch und auf ihrem Blog erklärt sie, welche Rolle fünf Haargummis dabei spielen.

Laut werden ist eine schlechte Angewohnheit


Kelly Holmes identifiziert das Lautwerden gegenüber seinem Kind zunächst einmal als schlechte Angewohnheit, die man leider allzu oft unbewusst und schleichend entwickelt. Das Hirn schaltet sozusagen auf „Autopilot“: die Kinder sind anstrengend, die Eltern werden laut. Das ist ein Mechanismus, der ganz automatisch abläuft. Auch Kelly selbst hatte sich dieses unrühmliche Verhalten angewöhnt. Die Lösung um aus dieser Routine auszubrechen sieht sie darin, sich wieder bewusster zu machen, wann, warum und wie oft man laut oder harsch zu seinem Kind wird.

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So funktioniert die Haargummi-Methode

Und da kommen die Haargummis ins Spiel, die sie als sichtbare Erinnerungen daran nutzt, nicht in den Autopilot zu schalten, sondern sich ihrer Reaktion bewusst zu sein. Es ist wissenschaftlich bestätigt, dass sichtbare Hinweise dabei helfen können, schlechte Angewohnheiten zu vermeiden. Und so entschied sich Kelly jeden Morgen, wenn ihre Tochter wach wird, fünf Haargummis an ihr linkes Handgelenk zu machen. Immer, wenn sie an diesem Tag laut oder harsch gegenüber ihrer Tochter geworden ist, wechselte sie ein Haargummi vom linken auf das rechte Handgelenk. Um es wieder auf die linke Hand zurückschieben zu können, ließ sie ihrem Kind fünf Nettigkeiten zukommen. Das waren zum Beispiel ein Kompliment, ein Küsschen, eine Umarmung oder eine gemeinsame Aktivität, wie spielen, singen oder tanzen. Jede „angry mom“ (zu deutsch: böse Mutter) Reaktion, machte sie mit fünf positiven Dingen wieder gut. Ihr Ziel war es, jeden Abend, wenn ihre Tochter eingeschlafen war, alle fünf Bänder am linken Handgelenk zu haben.

Das Prinzip basiert auf einer Studie des Psychologen Dr. John Gottmann, mit der er herausgefunden hat, dass jede negative Interkation in einer Beziehung fünf positive Interaktionen benötigt, damit die Beziehung wieder ins Geleichgewicht kommt.
Mütter berichten von Erfolgen des Haargummi-Tricks

Zugeben, das klingt sehr theoretisch, in Kellys Fall aber hat die Haargummi-Methode geholfen, bewusster mit ihrer Tochter umzugehen. Dabei hat sich nicht nur ihr eigenes Verhalten gebessert, auch ihre Tochter scheint mit der gelasseneren und liebevolleren Mutter besser zurechtzukommen. Sie sei insgesamt viel ruhiger und überlegter, reagiere respektvoller und flippe nicht mehr wegen jeder Kleinigkeit im Alltag aus.

Und auch andere Mütter berichten von positiven Erfahrungen mit diesem simplen Trick, wie zum Beispiel Shauna Harvey, Mutter eines Jungen im Vorschulalter.


Sie schreibt auf Facebook: „Ich habe mich so unglaublich gestresst gefühlt, dass ich meinen Kopf jeden Tag gegen die Wand geschlagen habe, weil ich nicht verstehe, warum mein 4-Jähriger darauf besteht, sich respektlos zu verhalten und nicht zuzuhören. Ich habe fast jeden zweiten Tag geweint. Ich hab den Tag heute mit allen fünf Bändern am ursprünglichen Handgelenk beendet. Ich bin sehr stolz auf mich, dass ich mich darin übe, Geduld mit ihm zu haben. Ich weiß, dass es erst der erste Tag ist, aber ich hoffe, dass dies unserer Kommunikation und unserer Beziehung helfen wird.“
Tipps, wenn Sie die Haargummi-Methode testen wollen
Jede Mutter und jeder Vater kann die Methode einfach einmal ausprobieren, wenn sie oder er das Gefühl hat, dass die Kommunikation mit dem eigenen Kind oft sehr hart und laut ist. Ziel ist es, bewusster und überlegter zu reagieren und – wenn es doch einmal zu einem Ausfall kam – diesen auszubügeln und der gemeinsamen Beziehung wieder etwas Gutes zu tun. Noch drei Tipps dazu:

➤ Machen Sie die Bänder an das Handgelenk, das Sie im Alltag am meisten nutzen. Rechtshänder machen es also an das rechte, Linkshänder an das linke Handgelenk. So sind sie für Sie im Alltag besser sichtbar und Sie werden häufiger an die Bänder erinnert.

➤ Legen Sie die Gummibänder wirklich erst an, wenn Ihr Kind morgens aufsteht und nehmen Sie sie ab, wenn es abends eingeschlafen ist. So verhindern Sie einen Gewöhnungseffekt.

➤ Setzen Sie sich selbst nicht unter Druck, aber werfen Sie auch nicht gleich das Handtuch, wenn Sie es nicht jeden Tag schaffen sollten, abends alle Haargummis wieder am ursprünglichen Handgelenk zu tragen. Verstehen Sie die Methode als Prozess Ihrer persönlichen Weiterentwicklung als Mama oder Papa. Das geht nicht von heute auf morgen und es wird auch Rückschläge geben. Wichtig ist, dass Sie sich selbst einmal vor Augen führen, wie Sie mit Ihrem Kind kommunizieren und wie Sie es besser machen könnten.




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