Mit unterschiedlichen Erziehungsstilen umgehen

Wenn gemeinsame Grundsätze in der Erziehung eingehalten werden, sind unterschiedliche Erziehungsstile kein Problem für die Kinder.

Grundsätze in der Erziehung einhalten

Unterschiedliche Erziehungsstile schließen die gegenseitige Unterstützung nicht aus, brauchen aber nicht dazu zu führen, dass Kinder, Väter und Mütter sich gegeneinander ausspielen. Und unterschiedliche Erziehungsstile müssen auch keine Konflikte auf der partnerschaftlichen Ebene mit sich bringen, wenn alle Beteiligten ein paar Grundsätze bedenken:
➤ Zunächst einmal trifft man die Entscheidung zugunsten des Elternteils, dem die Frage wichtig ist: Ist für einen Vater das Rangeln und Raufen bedeutsam, übernimmt er die Verantwortung für dieses Ritual, und ist für eine Mutter das schnelle Aufräumen nach dem Kochen unverzichtbar, wird zu ihren Gunsten entschieden.
➤ Zu bedenken ist auch, wer die Hauptlast der Entscheidung trägt. Hat die Mutter am Morgen die Folgen daraus zu ertragen, dass die Kinder vom Vater zu spät ins Bett gebracht wurden, hat dieser sich zurückzunehmen. Sein Zubettgeh-Ritual könnte er am Wochenende durchführen, an dem es ohnehin einen anderen Zeitrhythmus gibt.
➤ Ein drittes Entscheidungskriterium kann sich aus der größeren Sachkenntnis – aber nicht: Besserwisserei oder bloß Besorgnis! – eines Elternteils ergeben. Wenn eine Mutter aus Erfahrung weiß, das eine Kind braucht ein geringeres Schlafquantum, das andere aber mehr Schlaf, dann liefert sie die Grundlage für die Entscheidung genauso wie jener Vater, der aufgrund seiner Lebenserfahrung weiß, wie wichtig die körperliche Bewegung für das Kind ist.
Unterschiedliche Erziehungsstile erfordern Gemeinsamkeit und immer wieder viele Absprachen. Sie sind für Kinder aber unverzichtbar, weil sie dadurch die ganz spezifischen Fähigkeiten ihrer Eltern kennenlernen können.