Sieben Tricks, damit Ihr Kind das tut, was Sie ihm sagen

Wenn Sie mit Ihrem Kind sprechen, haben Sie manchmal das Gefühl, Sie könnten genauso gut mit der Wand reden? Ihre Worte prallen einfach ab? Wir haben sieben Tricks, wie Sie sich bei Ihrem Nachwuchs besser Gehör verschaffen können.


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Kinder hören lernen

Keine Lust, auf Mama oder Papa zu hören? Vielleicht klappt es mit unseren Tricks ein bisschen besser


© iStock
Manchmal hat man das Gefühl, je älter Kinder werden, desto selektiver wird ihr Hörvermögen. Vom lieben und ach so braven Kleinkind, das an Mamas Rockzipfel hing und sogar freiwillig „mitgeholfen“ hat, die Küche zu putzen, zum störrischen Schulkind, das ein Ass daran ist, Mamas Anweisungen zu ignorieren. Eltern bringt ein solches störrisches Verhaltens oft an den Rande eines Nervenzusammenbruchs. Das Erstaunliche an der Situation: Häufig liegt der Unwille des Nachwuchses nicht einmal an einer Trotzphase, sondern einem Mangel an der richtigen Kommunikation zwischen Eltern und Kind. Teilweise versteht Ihr Kind Ihre Bitte schlichtweg nicht richtig oder Sie lassen zu viel Platz für Interpretationen. Sieben Tricks, mit denen Sie sich besser Gehör bei Ihrem Kind verschaffen können.

Sieben Tricks für eine bessere Kommunikation mit Ihrem Kind


1. Volle Aufmerksamkeit


Wenn sich Kinder mit etwas beschäftigen, ist es häufig so, dass sie ganz in ihre Welt versunken sind und ihre Umgebung gar nicht richtig wahrnehmen. Wenn Sie also möchten, dass Ihr Kind Ihnen seine ungeteilte Aufmerksamkeit schenkt, sollten sie diese auch bewusst suchen und einfordern:

• Setzen Sie sich auf Augenhöhe neben Ihren Nachwuchs.
• Bitten Sie Ihr Kind, mit dem, was es gerade tut, kurz aufzuhören.
• Schauen Sie Ihrem Kind in die Augen und sprechen Sie ruhig und deutlich.
• Fragen Sie Ihr Kind, ob es verstanden hat und bitten Sie es, das Gesagte zu wiederholen.

2. Kurz und knackig

In der Kürze liegt die Würze: Bevor Sie also von damals anfangen, als Sie ohne Schuhe 20 Kilometer durch den tiefsten Schnee stapfen mussten, um zur Schule zu kommen ..., sollten Sie sich lieber auf die zentrale Aussage beschränken: „Zieh dir bitte deine Jacke an, es ist kalt draußen, danke!“ Denn, seien wir mal ehrlich, je länger jemand vor sich hin palavert, desto mehr schwindet unsere Aufmerksamkeit. Das kennen Sie doch sicherlich von der Nachbarin, die mit ihren Petunien anfängt und am Ende irgendwie bei den Illuminaten gelandet ist ...

3. Wenn das Wörtchen ‘wenn‘ nicht wär‘…

… wär Ihre Bitte an den Nachwuchs nur halb so gut. Denn in Unterhaltungen mit dem Nachwuchs können ein „wenn“ oder ein „sobald“ durchaus den entscheidenden kleinen Vorsprung liefern. Formulieren Sie Bitten an Ihr Kind so: „Wenn du deine Hausaufgaben gemacht hast, gehen wir in den Park.“ oder „Sobald du mit dem Aufräumen fertig bist, gibt es Mittagessen.“

Formulieren Sie Anweisungen auf diese Weise, implizieren Sie, dass Ihr Kind Ihnen sowieso folgen wird und es gar keinen Raum für Diskussionen gibt. Gleichzeitig legen Sie den Fokus auf etwas Schönes, auf das sich Ihr Kind freuen kann, nachdem es die Aufgabe erledigt hat.


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4. Ich mach' das freiwillig!

Es ist ganz einfach: Wenn wir glauben, dass wir etwas freiwillig tun, sind wir eher dazu geneigt, es tatsächlich zu tun. Machen Sie sich das zum Vorteil, wenn das nächste Mal eine Diskussion mit Ihrem Kind droht. Anstatt ein „Zieh dich jetzt an“ erweckt ein „Welche Hose möchtest du heute anziehen?“ den Eindruck beim Kind, dass es selbst die Möglichkeit hat, Entscheidungen zu treffen. Sie nehmen die Tatsache, dass sich Ihr Kind anziehen wird also als gegeben an, erschaffen aber die Illusion des freiwilligen Handelns, indem Sie Ihrem Kind eine Entscheidungsfrage stellen. Nun ist es von der eigentlichen Aufgabe abgelenkt und gleichzeitig motiviert, seine getroffene Entscheidung auszuführen.

5. Dankeschön

Normalerweise kommt das „Danke“ erst, nachdem jemand etwas für uns getan hat. Laut Experten funktioniert es bei Kindern aber sehr gut, wenn man sich im Voraus schon bedankt. Das klappt so gut, weil Kinder von Natur aus gerne gefallen möchten – vor allem ihren Eltern. Sie nehmen Ihrem Kind so auch den Wind aus den Segeln; es fühlt sich verpflichtet, Ihre Bitte zu erfüllen.

6. Eins nach dem anderen

Wenn Sie Ihrem Nachwuchs eine Aufgabe auftragen, bringen vage Bitten nichts – stattdessen sind hier klare Ansagen gefragt. Anstatt „Tu was für die Schule“ zu sagen, brechen Sie die große Aufgabe in viele kleine aber konkrete Teilaufgaben herunter: „Du hast Hausaufgaben in Mathe und Deutsch auf. Möchtest du mit dem Diktat anfangen oder sollen wir erst das 1x1 üben?“

7. Können wir das schaffen? Ja, wir schaffen das!

„Ich kann das nicht“ – ein Satz der bei Kindern häufig fällt, vor allem, wenn es um unliebsame Dinge wie Hausaufgaben oder den Haushalt geht. Die falsche Taktik in solchen Fällen ist, diese Aussage zu ignorieren und das Kind durch Ermahnungen oder Schimpfen zu den Aufgaben zu bewegen. Vielmehr sollten Sie das Gesagte des Kindes aufgreifen und mit etwas Positiven verbinden. Also zum Beispiel: „Im Lesen bist du ja schon super, bei den Diktaten fehlt dir aber vermutlich noch der richtige Zugang. Wollen wir uns den Text gemeinsam anschauen und uns Übungen dazu überlegen?“ So lenken Sie den Fokus auf das, was Ihr Kind kann und wecken in ihm den Ehrgeiz, auch andere Dinge zu lernen. Außerdem stellen Sie sich mit dem Angebot, die Aufgabe zusammen anzuschauen, auf die Seite Ihres Kindes und vermitteln ihm so, dass es nicht alleine ist und auf Ihre Unterstützung zählen kann.
 

von Nicole Metz




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