Vaterschaftsurlaub: So funktioniert's

Immer mehr Männer möchten mehr Zeit mit ihrem Nachwuchs verbringen und beantragen Vaterschaftsurlaub. Alle Infos zum Thema.


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Die Zeiten, in denen sich ausschließlich die Mütter um ihre Kinder gekümmert haben, sind zum Glück vorbei. In der Gesellschaft wird es immer mehr erwartet, dass Männer in der Betreuung ihres Nachwuchses involviert sind. Der Staat trägt dem Rechnung und stellt auch den Männern Elternzeit zur Verfügung. Für Männer ist dies der sogenannte Vaterschaftsurlaub, eine unbezahlte Freistellung vom Job, in dem Kündigungsschutz gilt.

Vaterschaftsurlaub

Vaterschaftsurlaub: Gut für die Familie


© Getty Images

Wie lange dauert der Vaterschaftsurlaub und wird er bezahlt?

Vaterschaftsurlaub fällt unter Elternzeit und diese beträgt maximal 36 Monate, was bedeutet, dass sich Vater und Mutter diese Monate aufteilen können. Es gibt keine Mindestdauer, man kann also auch nur Tage, Wochen oder Monate nehmen. Die Elternzeit muss auch nicht am Stück genommen werden, auf alle Fälle sollte sie zu einem Teil in den ersten zwölf Monaten des Kindes liegen, aber bis zu 24 Monaten können auch zwischen dem dritten und dem achten Lebensjahr des Sprösslings genommen werden. Elternzeit ist eine unbezahlte Auszeit, aber in die erste Zeit nach der Geburt fällt auch das Elterngeld, das diejenige oder derjenige bekommt, der sich in den ersten zwölf Monaten um das neugeborene Kind kümmert. Das sind minimal 300 Euro, maximal 1800 Euro.

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Wie viel Elterngeld bekomme ich? Hier könnt ihr es ganz einfach berechnen.




Der Staat möchte, dass mehr Männer Vaterschaftsurlaub nehmen und deshalb erhöht sich das Elterngeld von 12 auf 14 Monate, wenn der Vater zwei Monate und die Mutter 12 Monate nimmt - normalerweise gibt es ja nur 12 Monate Geld. Laut Statistischem Bundesamt nahmen 2017 410.000 Väter Elterngeld in Anspruch.

Vaterschaftsurlaub: Wer bekommt ihn?

Nicht jeder genießt das Recht auf Vaterschaftsurlaub. Wer sich für für diese Auszeit entscheidet, muss einige Kriterien erfüllen:

•  Wohnsitz in Deutschland: Sollte der Vater im Ausland leben, gelten für ihn die dortigen Richtlinien, die zum großen Teil schlechter sind als in Deutschland.
•  Zusammenleben mit dem Nachwuchs: Ziel ist es schließlich, so viel Zeit wie möglich mit den Kindern zu verbringen.
•   Bezahltes Angestelltenverhältnis: Egal, ob befristet oder nicht, Vollzeit oder Teilzeit, gut bezahlt oder nicht, der Mann muss angestellt sein. Auch Auszubildende haben Anspruch auf Vaterschaftsurlaub.


Für Selbstständige gilt die Elternzeit nicht, da es sich hier um eine Vereinbarung zwischen dem Arbeitgeber und Arbeitnehmer handelt. Der so wertvolle Kündigungsschutz gilt ohnehin nicht für Selbstständige. Was auch gut zu wissen ist: Elternzeitnehmende dürfen bis zu 30 Stunden in der Woche arbeiten - man kann also weiterhin etwas verdienen, was nicht unerheblich ist, wenn eine Familie versorgt werden muss.

Vaterschaftsurlaub: Wann muss er beantragt werden?

Jeder angestellte Vater hat ein Recht auf Elternzeit, aber es sind bestimmte Fristen einzuhalten: Will man in den ersten drei Jahren für einige Zeit Elternzeit nehmen, muss man das sieben Wochen vorher dem Arbeitgeber mitteilen. Will man die Auszeit zwischen dem dritten und achten Lebensjahr des Kindes nehmen, muss man das schon 13 Wochen vorher beantragen.

Es kommt ganz auf die Arbeitssituation des Mannes an, aber generell sollte man die Dinge schon viel früher abklären und den Arbeitgeber und die betroffenen Kollegen eher benachrichtigen. Schließlich will man bei der Rückkehr ein angenehmes Arbeitsklima haben. Studien haben belegt, dass ein Vater, der sich die Elternzeit genommen hat, auch danach viel stärker in das Leben seines Kindes involviert ist - was der gesamten Familie gut tut.

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Dass die Zahlen von Männern mit Vaterschaftsurlaub steigen, ist eine schöne Sache, aber es gibt noch viel zu tun. Je mehr Männer von ihren Erfahrungen berichten, desto mehr möchten auch andere diese Erfahrung machen. Und damit steigt auch die Toleranz und Verständnis am Arbeitsplatz, was wiederum andere Männer inspiriert, die dann Vaterschaftsurlaub nehmen. Für die Familie und Gleichberechtigung zwischen den Partnern kann das nur von Vorteil sein.





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