Wie du dich verhalten solltest, wenn du dein Kind angeschrien hast

Manchmal passiert es: Die Sicherungen gehen mit einem durch und man schreit sein Kind an, obwohl man sich doch immer vorgenommen hat, nie vor dem Kind laut zu werden. Das solltest du tun, wenn du dein Kind aus der Wut heraus angeschrien hast.

So solltest du dich verhalten, wenn du dein Kind angeschrien hast

Sein Kind anzuschreien kann in Stresssituationen vorkommen, wichtig ist, wie man sich danach verhält


Die meisten Eltern müssen es sich wohl eingestehen: Bevor das Kind geboren war, hatte man sich so viel vorgenommen. Es gab so vieles, was man nicht oder unbedingt machen wollte … Und dann ist der Nachwuchs auf der Welt und alle guten Vorsätze sind plötzlich verschwunden. So geht es vielen Mamas und Papas auch beim Thema "schreien". Klar, niemand will sein Kind anschreien und danach tut es einem auch sofort leid, aber manchmal sind die Gemüter so erhitzt – vor allem, wenn sich das Kind gerade in einer Trotzphase befindet – dass auch die geduldigsten Eltern mal lauter werden.

Wenn du dein Kind in solch einem Moment angeschrien hast, solltest du die Situation nicht einfach ignorieren. Genauso wie deine Kinder für ihre Fehler einstehen müssen, musst auch du, als der Erwachsene, dein Fehlverhalten erkennen und entsprechend handeln. Unsere Tipps, wie du am besten mit einer solchen Situation umgehst.

Hilfe, ich habe mein Kind angeschrien! Was kann ich jetzt tun?

 

  • Atmen!  Wenn wir wütend sind, schaltet unser Körper in den Überlebensmodus. Der Adrenalinspiegel steigt an: Der Blutdruck geht hoch, der Atem wird schneller, der ganze Körper spannt sich an, wir können keinen klaren Gedanken mehr fassen. Kein Wunder, dass da mal unsere Sicherung durchbrennt. Wenn das bei dir der Fall ist und du deswegen dein Kind anschreist, ist es wichtig, erst einmal einen Schritt zurückzumachen und zu erkennen: Oh je, ich bin wütend und kann nicht mehr klar denken. Das Erste, das du deshalb nun tun solltest, ist Atmen. Tief ein- und ausatmen und deine Gedanken sammeln. Tue oder sage nichts, bevor du nicht mindestens vier tiefe Atemzüge genommen hast und das Gefühl hast, dass du dich wieder etwas beruhigt hast.
  • Vermeide Trigger. Du magst dich vielleicht wieder etwas beruhigt haben, aber dein Kind wird wahrscheinlich noch nicht bereit sein, einfach aufzugeben. In solch einer Situation ist es einfach, in alte Verhaltensmuster zurückzufallen und wieder mit dem Schreien anzufangen. Lasse dich also gar nicht erst auf eine erneute Diskussion ein, sondern gehe direkt zu Punkt drei über.
  • Übernimm die Verantwortung. Es ist egal, was dein Kind gemacht hat oder wer angefangen hat. Du bist der Erwachsene. Du musst deinem Kind beibringen, Verantwortung für eigenes Fehlverhalten zu übernehmen – indem du dies selber tust. Entschuldige dich bei deinem Kind: "Es tut mir Leid, dass ich dich gerade so angeschrien habe. Ich wollte nicht so laut werden, da hat mich meine Wut überrannt." Lege den Fokus auf dein eigenes Verhalten und versuche nicht, die Schuld auf das Kind zu schieben ("du hättest das wirklich nicht machen sollen" oder "du warst zu laut").
  • Erkläre deinem Kind deine Gefühle. Manchen von uns mag es schwer fallen, aber es ist wichtig, über die eigenen Gefühle sprechen zu können. Vor allem auch mit Kindern, schließlich sollen sie von Mama und Papa ja lernen, dass sie offen über das, was sie fühlen und denken, sprechen können. Erkläre deinem Kind also, dass du wütend warst und vor allem warum du es warst. Hier ist dennoch kein Platz für Anschuldigungen. Hilf deinem Kind besser zu verstehen, dass nicht (nur) das, was es getan hat, dich zum Schreien gebracht hat, sondern auch, deine eigenen Emotionen und Befindlichkeiten.
  • Probiere es noch einmal. Gib dir und deinem Kind die Chance auf einen Neuanfang. Sage: "Ok, ich probiere das jetzt noch einmal ohne zu schreien" oder "Ich war vorher so wütend, dass ich dir gar nicht richtig zugehört habe, möchten wir nochmal von vorne anfangen?" Wenn du wieder wütend wirst, mache dir bewusst eine Pause und versuche es später wieder.
  • Wieder gut machen. Wenn du aus Wut verletzende Dinge gesagt oder zu strenge Strafen verteilt hast, kann es sein, dass dein Kind sich verunsichert fühlt. Nun ist es deine Aufgabe, die Beziehung zu deinem Nachwuchs wieder zu kitten. Oft verliert man als Elternteil die Nerven, weil man den Bezug zu seinem Kind verloren hat. Suche also Anknüpfungspunkte und verbringe bewusst Zeit mit deinem Kind, indem du ihm zuhörst und auf das eingehst, was es sagt. Im Nachhinein solltest du auch diesem Punkt nachgehen:
  • Finde den Auslöser. Versuche das Geschehene nicht unter den Teppich zu kehren, sondern nimm dir – wenn du dich beruhigt hast – Zeit, über die Situation nachzudenken. Überlege, ob es irgendwelche bestimmten Muster oder Worte gibt, die deine Wut ausgelöst haben? Wirst du immer häufiger wütend? Fällt es dir schwer, deine Wut wieder abzulegen? Wenn du das Gefühl hast, mit deiner Wut nicht mehr klar zu kommen, könnte es angebracht sein, Hilfe von außen zu suchen. Denn genau das ist es, was gute Eltern ausmacht: Sie tun alles für das Wohl ihres Kindes.

Welche Auswirkungen Schreien auf die kindliche Entwicklung hat und wie du aus dem Schrei-Teufelskreis entkommst, haben wir hier für dich zusammengefasst:

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