Wie Sie sich verhalten sollten, wenn Sie Ihr Kind angeschrien haben

Manchmal passiert es: Die Sicherungen gehen mit einem durch und man schreit sein Kind an, obwohl man sich doch immer vorgenommen hat, nie vor dem Kind laut zu werden. Das sollten Sie tun, wenn Sie Ihr Kind aus der Wut heraus angeschrien haben.


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So solltest du dich verhalten, wenn du dein Kind angeschrien hast

Sein Kind anzuschreien kann in Stresssituationen vorkommen, wichtig ist, wie man sich danach verhält


© iStock
Die meisten Eltern müssen es sich wohl eingestehen: Bevor das Kind geboren war, hatte man sich so viel vorgenommen. Es gab so vieles, was man nicht oder unbedingt machen wollte … Und dann ist der Nachwuchs auf der Welt und alle guten Vorsätze sind plötzlich verschwunden. So geht es vielen Mamas und Papas auch beim Thema "schreien". Klar, niemand will sein Kind anschreien und danach tut es einem auch sofort leid, aber manchmal sind die Gemüter so erhitzt – vor allem, wenn sich das Kind gerade in einer Trotzphase befindet – dass auch die geduldigsten Eltern mal lauter werden.

Wenn Sie Ihr Kind in solch einem Moment angeschrien haben, sollten Sie die Situation nicht einfach ignorieren. Genauso wie Ihre Kinder für ihre Fehler einstehen müssen, müssen auch Sie, als der Erwachsene, Ihr Fehlverhalten erkennen und entsprechend handeln. Unsere Tipps, wie Sie am besten mit einer solchen Situation umgehen:

Hilfe, ich habe mein Kind angeschrien! Was kann ich jetzt tun?


➤ 1.
Atmen!
Wenn wir wütend sind, schaltet unser Körper in den Überlebensmodus. Der Adrenalinspiegel steigt an: Der Blutdruck geht hoch, der Atem wird schneller, der ganze Körper spannt sich an, wir können keinen klaren Gedanken mehr fassen. Kein Wunder, dass da mal unsere Sicherung durchbrennt. Wenn das bei Ihnen der Fall ist und Sie deswegen Ihr Kind anschreien, ist es wichtig, erst einmal einen Schritt zurückzumachen und zu erkennen: Oh je, ich bin wütend und kann nicht mehr klar denken. Das Erste, das Sie deshalb nun tun sollten, ist Atmen. Tief ein- und ausatmen und Ihre Gedanken sammeln. Tun oder sagen Sie nichts, bevor Sie nicht mindestens vier tiefe Atemzüge genommen haben und das Gefühl haben, dass Sie sich wieder etwas beruhigt haben.

➤ 2. Vermeiden Sie Trigger

Sie mögen sich vielleicht wieder etwas beruhigt haben, aber Ihr Kind wird wahrscheinlich noch nicht bereit sein, einfach aufzugeben. In solch einer Situation ist es einfach, in alte Verhaltensmuster zurückzufallen und wieder mit dem Schreien anzufangen. Lassen Sie sich also gar nicht erst auf eine erneute Diskussion ein, sondern gehen Sie direkt zu Punkt drei über.

➤ 3. Übernehmen Sie die Verantwortung
Es ist egal, was Ihr Kind gemacht hat oder wer angefangen hat. Sie sind der Erwachsene. Sie müssen Ihrem Kind beibringen, Verantwortung für eigenes Fehlverhalten zu übernehmen – indem Sie dies selber tun. Entschuldigen Sie sich bei Ihrem Kind: "Es tut mir Leid, dass ich dich gerade so angeschrien habe. Ich wollte nicht so laut werden, da hat mich meine Wut überrannt." Legen Sie den Fokus auf Ihr eigenes Verhalten und versuchen Sie nicht, die Schuld auf das Kind zu schieben ("du hättest das wirklich nicht machen sollen" oder "du warst zu laut").

4. Erklären Sie Ihrem Kind Ihre Gefühle
Manchen von uns mag es schwer fallen, aber es ist wichtig, über die eigenen Gefühle sprechen zu können. Vor allem auch mit Kindern, schließlich sollen sie von Mama und Papa ja lernen, dass sie offen über das, was sie fühlen und denken, sprechen können.

Erklären Sie Ihrem Kind also, dass Sie wütend waren und vor allem warum Sie es waren. Hier ist dennoch kein Platz für Anschuldigungen. Helfen Sie Ihrem Kind besser zu verstehen, dass nicht (nur) das, was es getan hat, Sie zum Schreien gebracht hat, sondern auch, Ihre eigenen Emotionen und Befindlichkeiten.


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➤ 5. Probieren Sie es noch einmal
Geben Sie sich und Ihrem Kind die Chance auf einen Neuanfang. Sagen Sie: "Ok, ich probiere das jetzt noch einmal ohne zu schreien" oder "Ich war vorher so wütend, dass ich dir gar nicht richtig zugehört habe, möchten wir nochmal von vorne anfangen?". Wenn Sie wieder wütend werden, machen Sie bewusst eine Pause und versuchen Sie es später wieder.

➤ 6. Wieder gut machen
Wenn Sie aus Wut verletzende Dinge gesagt oder zu strenge Strafen verteilt haben, kann es sein, dass Ihr Kind sich verunsichert fühlt. Nun ist es Ihre Aufgabe, die Beziehung zu Ihrem Nachwuchs wieder zu kitten. Oft verliert man als Elternteil die Nerven, weil man den Bezug zu seinem Kind verloren hat. Suchen Sie also Anknüpfungspunkte und verbringen Sie bewusst Zeit mit Ihrem Kind, indem Sie ihm zuhören und auf das eingehen, was es sagt.

Im Nachhinein sollten Sie auch diesem Punkt nachgehen:

7. Finden Sie den Auslöser
Versuchen Sie das Geschehene nicht unter den Teppich zu kehren, sondern nehmen Sie sich – wenn Sie sich beruhigt haben – Zeit, über die Situation nachzudenken. Überlegen Sie, ob es irgendwelche bestimmten Muster oder Worte gibt, die Ihre Wut ausgelöst haben? Werden Sie immer häufiger wütend? Fällt es Ihnen schwer, Ihre Wut wieder abzulegen? Wenn Sie das Gefühl haben, mit Ihrer Wut nicht mehr klarzukommen, könnte es angebracht sein, Hilfe von außen zu suchen. Denn genau das ist es, was gute Eltern ausmacht: Sie tun alles für das Wohl ihres Kindes.

Welche Auswirkungen Schreien auf die kindliche Entwicklung hat und wie Sie aus dem Schrei-Teufelskreis entkommen, haben wir hier für Sie zusammengefasst:

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von Nicole Metz