Wie viel kosten Kinder?

Bis zum 18. Lebensjahr kosten Kinder einiges an Geld. Wir zeigen dir, mit welchen Kosten du in welchem Alter rechnen musst, wo sich sparen lässt - und welche staatlichen Hilfen es gibt.

Wie viel kosten Kinder?


Von Windeln und Babybrei über Sport- und Musikunterricht bis zur Klassenfahrt und dem ersten Handy: Kinder kosten Geld. Viel Geld! Eltern geben das Geld für ihre Sprösslinge gerne aus, spüren aber jeden Monat aufs Neue: Die Ausgaben für die nötigen Anschaffungen steigen mit jedem Lebensjahr merklich an. Für Babys bekommt man noch viele Dinge geschenkt oder kann sie sich bei Freunden oder innerhalb der Familie ausleihen. Schöne Kleidung gibt es auch gebraucht. Zumindest für die Kleinen.

Aber spätestens ab dem Schuleintritt wird Eltern das Sparen nicht mehr so leicht gemacht. Die Überlegung, wie groß die Familie werden soll, ist für viele auch eine ganz unemotionale: Können wir uns Kind Nummer zwei und drei überhaupt leisten?

Was kosten Kinder?

Es kursieren verschiedene Modellrechnungen, die auf unterschiedlichen Berechnungsgrundlagen basieren. Am leichtesten nachzuvollziehen ist die des Statistischen Bundesamts, sie stellt die laufenden Konsumausgaben in den Mittelpunkt ihrer Berechnungen.

Demnach kostet ein Kind im Monat durchschnittlich 584 Euro. Das macht, hochgerechnet bis zum 18. Lebensjahr, Kosten von knapp 130.000 Euro.

So viel kosten Kinder


Kosten bis zum sechsten Lebensjahr 

Das Statistische Bundesamt kommt für die Jahre bis zum Schuleintritt auf eine Jahressumme von etwa 6.200 Euro. Ein ganz ordentlicher Batzen Geld! Dabei handelt es sich hier nur um die laufenden Kosten für Nahrung, Kleidung, Möbel, Freizeit, Spielen etc. Sowohl die Erstausstattung wie auch die Betreuungskosten sind hier gar nicht enthalten! Die Kosten für die Erstausstattung belaufen sich auf durchschnittlich 3.000 Euro.

Hier kannst du aber viel Geld sparen, wenn du dir Kleidung bei Freunden borgen und größere Anschaffungen wie Babybett, Hochstuhl und Kinderwagen Second Hand kaufst. Wenn du nach der Elternzeit halbtags arbeiten möchtest und dein Kind in einer Kita betreut wird, musst du mit Kosten von 400 Euro für Krippenkinder und 250 Euro für Kindergartenkinder rechnen. Das ist allerdings nur eine ganz grobe Hausnummer, die Gebühren variieren stark - teilweise sind sie einkommensabhängig, teilweise unterscheiden sie sich von Stadt zu Stadt.

Kosten für Kinder bis zwölf Jahren 

Je älter Kinder werden, desto höher sind ihre Ansprüche an Spielzeug, Medien und Unterhaltungselektronik. Und mit steigendem Lebensalter werden auch, egal ob Junge oder Mädchen, die Bekleidungswünsche anspruchsvoller - selbst wenn das eigene Kind dabei nicht gleich zum Markenfetischisten wird. Ein Schulkind kostet statistisch 604 Euro im Monat. Auch hier sind anfallende Betreuungskosten für Hort und Ferienbetreuung nicht eingerechnet.
 

Kosten, bis die Kinder volljährig sind 

Der Blick in die Statistik zeigt: Nach dem zwölften Lebensjahr werden Kinder so richtig teuer: Die monatlichen Kosten liegen dann bei durchschnittlich 700 Euro. Hauptgrund: Die Zeit der Kinderteller ist endgültig vorbei, Teenager haben ständig Hunger und brauchen fürs Wachsen viel, viel Essen. Und wer wächst, braucht neue Kleidung (55 Euro monatlich). Auch das Taschengeld und die Ausgaben für Handy etc. machen jetzt einen ernstzunehmenden Posten aus.

Größerer Haushalt: Geringere Pro-Kopf-Ausgaben

Das Statistische Bundesamt hat für geschröpfte Eltern aber auch eine gute Nachricht parat: Je mehr Kinder in einem Haushalt vorhanden sind, desto geringer sind die durchschnittlichen Kosten für Kinder. Denn zumindest ein Teil der Grundausstattung braucht nur für das erste Kind angeschafft werden und wird dann an die jüngeren Geschwister weitergegeben. Und das spart Geld: Verglichen mit den 584 Euro Konsumausgaben pro Monat im Ein-Kind-Haushalt, liegen die Ausgaben bei Paaren mit zwei Kindern bei „nur“ 515 Euro und mit drei Kindern bei 484 Euro pro Kind.

Unberücksichtigt: Versicherung, Betreuung, Arbeitszeit

Die Modellrechnung des Statistischen Bundesamtes umfasst nur die Konsumausgaben, nicht aber Vorsorge- und Versicherungskosten; und auch nicht die eventuellen, später anstehenden Kosten für ein elternfinanziertes Studium. Ebenfalls nicht berücksichtigt sind notwendige Investitionen wie etwa ein größeres Auto oder eine größere Wohnung.

Durch die stark angestiegenen Energiekosten in den letzten Jahren hat sich dieser Bereich zum größten Preistreiber entwickelt: Nach einer aktuellen Erhebung bezahlen Eltern für Wohnen und Energie, allein auf die Kinder bezogen, im Schnitt 127 Euro im Monat. Auch die Opportunitätskosten wurden bei der Modellrechnung außen vor gelassen: In den allermeisten Familien reduziert ein Elternteil seine Arbeitszeit und damit das Haushaltseinkommen.

Diesen Ausgaben stehen jedoch viele staatliche Leistungen gegenüber, die für ein Plus auf dem Konto sorgen:Staatliche Hilfen senken die Kosten für Kinder


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