Zahnpasta als Erziehungsmaßnahme

Eine US-amerikanische Mutter lässt ihre Tochter Zahnpasta aus der Tube quetschen, nur um ihr dann aufzutragen, die Zahnpasta wieder in die Tube zurückzudrücken – und nennt dies einen Erziehungstrick. Klingt bizarr, macht aber Sinn. Und zwar deswegen:

Zahnpasta

Zahnpasta als Lektion für Kinder


Amy Beth Gardner ist eine Pflegemutter von zwei Töchtern. Ihrer Ältesten, Breonna, stand ein großer Schritt bevor: Mit ihren elf Jahren wird sie eine weiterführende Schule – in Englisch die Middle School – besuchen. Die Familie hat diesen großen Schritt gebührend vorbereitet: "Wir haben ihren Schulspind dekoriert, ihr neue Schuluniformen gekauft und sie sogar mit einem neuen Rucksack überrascht", erzählt Mama Amy Beth vom großen Tag ihrer Tochter.
Doch ihre Mutter wollte Breonna nicht nur materielle Dinge mit auf den Weg geben, für sie war es auch wichtig, ihrer Tochter eine bedeutende Botschaft zu übermitteln, jetzt, wo sie schon so groß ist und bald mit ganz vielen anderen Kindern und Teenagern eine neue Schule besuchen wird.

Der Zahnpasta-Vergleich

Statt lange zu predigen hat Amy Beth sich eine einfache Lektion ausgedacht, die dem Mädchen sicher noch lange im Kopf bleiben wird. Alles, was sie dafür benötigte, war nur eine Sache: Zahnpasta.
Die Mutter gab ihrer Tochter eine Tube Zahnpasta und forderte sie auf, die gesamte Paste aus der Tube zu quetschen. Hatte sie das (mit jeder Menge Spaß und Gusto) bewerkstelligt, kam die eigentliche Lektion. Amy Beth hat ihre Tochter nun gebeten, die Zahnpasta wieder zurück in die Tube zu füllen. Breonna war sichtlich überfordert mit dieser Aufgabe: "Aber das geht nicht!" und "Es wird nicht so wie vorher sein" waren ihre Worte.
Und genau darauf wollte ihre Mutter hinaus. Sie erklärt ihrer Tochter:
"An diesen Teller mit Zahnpasta wirst du den Rest deines Lebens denken. Deine Worte sind entscheidend. Jetzt, da du die Middle School besuchen wirst, wirst du erkennen, wie bedeutend deine Worte wirklich sein können. Du kannst mit deinen Worten andere Menschen beschimpfen, erniedrigen und verletzen. Du kannst mit deinen Worten aber auch andere aufmuntern, bekräftigen, inspirieren und lieben. Manchmal wirst du dich für die falsche Alternative entscheiden; ich kann mich zum Beispiel nur diese Woche an drei Gelegenheiten erinnern, an welchen ich meine Worte nicht bedacht habe. Genauso wie Zahnpasta, kannst du auch deine Worte nicht mehr zurücknehmen, wenn sie einmal deinen Mund verlassen haben. Denk also genau über das nach, was du sagst, Breonna.
Wenn andere ihre Worte missbrauchen, dann hüte du deine.
Entscheide dich jeden Morgen bewusst dafür, lebensbejahende Worte zu benutzen.
Entscheide dich heute Abend schon dafür, dass du in der Schule zur Lebensspenderin wirst. Dass du dafür bekannt sein wirst, freundlich und barmherzig zu sein.
Nutze dein Leben, um der Welt Gutes zu geben – was sie so dringend braucht. Du wirst es nie bereuen, dich für Freundlichkeit entschieden zu haben."

Verantwortung für die eigenen Taten

Amy Beths Nachricht auf Facebook ist mittlerweile schon über 1,2 Millionen Mal geteilt worden und auch wir finden ihre Botschaft berührend und treffend.
Verantwortung für die eigenen Taten und Worte zu übernehmen ist etwas, was wir alle lernen und an unsere Kinder weitergeben müssen. Und die Zahnpasta-Lektion könnte dafür doch eine echt schöne Methode sein. Also: Einfach mal ausprobieren.

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