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12 Mio. Lebensmittel werden jährlich weggeschmissen: Das kann eure Familie dagegen tun

Nachhaltig kaufen

12 Mio. Lebensmittel werden jährlich weggeschmissen: Das kann eure Familie dagegen tun

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft hat diese Woche zur Aktionswoche gegen Lebensmittelverschwendung erklärt. Ein wichtiges Thema, dass auch viele Familien betrifft. Leider landen überall bei uns zu Hause immer noch viel zu viele Lebensmittel in der Tonne. Mit ein paar kleinen Tricks kann auch eure Familie ihren kleinen Teil beitragen.

Nachhaltig einkaufen

Ca. 61% der weggeworfenen Lebensmittel stammen aus Privathaushalten. Das ist eine wahnsinnig hohe Zahl. Alle Familien kennen das Problem: Man geht am Wochenende einkaufen und macht einen Plan für die kommende Woche, es wird von allem was gekauft.

Dann kommt Tag x und das Kind hat keinen Bock mehr auf dieses oder jenes. Es wird spontan umgeplant. Doch das Gemüse hält sich nicht an spontane Wechsel und wird im Kühlschrank langsam alt. Am Ende der Woche hat man unzählige Reste und teilweise überlagerte Lebensmittel, die man doch wieder wegschmeißt.

Mit größeren Kindern kann man diesem Verhalten vorbeugen, indem man bespricht, dass das, was man am Wochenende kauft, auch die kommende Woche wirklich verzehrt wird. Ihr müsst ja die Woche nicht starr planen, es kann Spielraum für Kreativität und spontane Ideen bleiben.

Kauft so ein, dass ihr immer einen Grundstock an Lebensmitteln habt, die man vielseitig kombinieren kann, dann wird es auch nicht langweilig und es ist für jeden was dabei. Geht nie spontan einkaufen, sondern hakt immer ab, was ihr braucht und kauft Gemüse lieber einzeln als in Großpackungen. Das wär zwar billiger, doch dann bleibt oft was über.

Eine Alternative wären Foodboxen, die genau die Zutaten enthalten, die es für bestimmte Gerichte benötigt. Da in einer Familie oft Eltern und Kinder unterschiedliche Dinge mögen, sollte man die Komponenten so wählen, dass für jeden was dabei ist. Kinder müssen dann lernen, Kompromisse zu machen. Anders geht es nicht. Wenn ihr ihnen vorlebt, dass ihr auch mal etwas esst, was nicht euer Lieblingsessen ist, dann akzeptieren sie das auch für sich selbst besser.

Mit Resten kreativ kochen

Wer vielseitig einkauft und darauf achtet, dass Grundnahrungsmittel immer vorhanden sind, kann auch kreativer und spontaner kochen. Viele Kinder haben ja genaue Vorstellungen, wie ihr Lieblingsessen aussehen soll und probieren nicht so gern was Neues.

Die Kinder an neue Dinge zu gewöhnen, braucht Zeit. Kocht daher am besten mit ihnen zusammen oder beteiligt sie zumindest daran. Sollte dann vom Essen später doch etwas übrig bleiben, kann man immer noch was einfrieren.

Das Bundesministerium für Ernährung hat eine kleine Hilfe: In der "Beste-Reste-App" gibt es kostenlose Rezeptideen fürs Restekochen von vielen TV- und Promi-Hobbyköchen. Traut euch auch einfach mal Neues zu kombinieren und fragt die Kleinen, es muss ja nicht alles immer nach Rezept gekocht werden. Manchmal schmecken ungewöhnliche Kombinationen am Ende dann besser als gedacht.

Snackboxen packen statt Schulbrote entsorgen

Ein großes Problem ist in Familien häufig das Thema Schulbrote: Morgens gebt ihr euch Mühe und packt liebevoll die Box, um dann nachmittags die verklebten Reste aus dem Ranzen zu kratzen. Nachhaltig ist anders!

Um das Problem zu lösen, kann man nur mit den Kindern sprechen, diese am Brotebelegen beteiligen und sie fragen, was sie gern drauf haben möchten. Wenn euer Kind partout kein Brotesser ist, dann versucht es mit einer Snackbox: Da hinein könnt ihr Nüsse, Obst- und Gemüseschnitze, Frikadellen, Quark-Dipp, Knäckebrot, selbst gebackene (oder gekaufte) Vollkornkekse, Müsliriegel oder Ähnliches packen.

Foodsharing in eurer Stadt

Weil viele Verbraucher das Problem der Wegwerf-Lebensmittel erkannt haben, gibt es mittlerweile auch einige gute Initiativen. Foodsharing-Netzwerke wie Foodsharing.de oder Enjoy the Food möchten Essen von Privatleuten, Händlern oder Betrieben retten.

Man kann selber Essenskörber bereit stellen, die jemand an einem bestimmten zentralen Ort abholen kann oder sich selbst engagieren, um Lebensmittel zu holen und zu verteilen. Teilnehmen können Privathaushalte oder auch Betriebe. Lebensmittelspenden könnt ihr übrigens auch jederzeit an eure lokale Tafel abgeben, die sich über jede Lebensmittelspende für Bedürftige freut.

Für die Großstadt-Bewohner: Too good to go

Die App "Too Good to Go" bietet eine Alternative für die Lebensmittelverschwendung der Gastronomie. Restaurants und Cafés können sich dort anmelden und kurz vor Feierabend ihre Tagesreste einstellen. Diese kann man sich dann abends zum halben Preis abholen.

So spart man selber Geld und die Gastronomie muss weniger Lebensmittel wegschmeißen. Dafür meldet man sich in der App an, schaut nach, welche Lokale in der Region mitmachen und reserviert sich das gewünschte Menü bzw. Essen. Natürlich gibt es die Initiative noch nicht in jeder Stadt. Aber viele Großstädte machen inzwischen schon mit.

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Katja Nauck
Das sagtKatja Nauck:

Seid Vorbilder für eure Kinder

Eigentlich wissen wir alle, wie es um die Welt bestellt ist und was Nachhaltigkeit bedeutet. Doch das im Alltag immer umzusetzen, ist gar nicht leicht. Das weiß jede Familie nur zu gut. Anfangen kann jeder einfach schon mal damit, sich wirklich nur das auch einzukaufen, was er auch wirklich verzehrt. Und wir sollten unseren Kindern einfach ein gutes Vorbild sein. Wenn wir Dinge wegschmeißen und einfach nicht essen, dann werden sich auch unsere Kinder so verhalten.

Daher müssen wir zunächst bei uns selbst anfangen und unser Verhalten ändern bzw. anpassen, dann können unsere Kinder das auch lernen. Bei uns ist z. B. mein Mann oft der, der die Reste vom Kind noch isst und ich gewöhne mich auch langsam dran. Dafür lassen wir uns einfach beim Essen noch Platz im Magen, weil wir wissen, dass mit Sicherheit was übrig bleiben wird. Manchmal klebt das ganz schön und sieht nicht mehr so gut aus, aber man kann es noch essen und es ist uns wichtig, dem Kind zu zeigen: Wir schmeißen nichts weg.

Bildquelle: Getty Images/Lordn

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