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Corona-Auflagen: Ist der Osterspaziergang mit der Familie jetzt strafbar?

Bußgeldkatalog

Corona-Auflagen: Ist der Osterspaziergang mit der Familie jetzt strafbar?

Hättet ihr gedacht, dass es irgendwann mal strafbar sein kann, sich mit der eigenen Familie zum Eiersuchen zu treffen? Bisher war es noch unklar, ob die Corona-Auflagen über Ostern gelten. Jetzt beschließen die ersten Bundesländer verlängerte Maßnahmen, um uns weiterhin vor einer Ausbreitung des Virus zu schützen.

Einzelne Bundesländer beschließen Bußgeldkatalog für Verstöße gegen Corona-Auflagen

Bisher galt das Kontaktverbot und die Einschränkungen zur Eindämmung des Corona-Virus bis 5. April. Dann wollte man sehen, ob man einzelne Beschränkungen lockern könne. Doch aktuell ist nicht abzusehen, wie lange uns das Virus noch beschäftigt und einige Virologen mahnen an, dass es viel zu früh ist, um das Kontaktverbot jetzt schon zu lockern.

Kein Besuch bei Oma und Opa zu Ostern

Daher haben bereits jetzt einzelne Bundesländer die Verlängerung der Corona-Auflagen bis zum 19. April bekannt gegeben. Für das Osterfest heißt das jetzt: Wir dürfen uns nicht im Kreise einer großen Familie treffen. Vor allem der Besuch von Oma und Opa wird dieses Jahr leider ausfallen müssen – aus Schutz vor ihrer und unserer Gesundheit. Die Länder gehen sogar soweit Bußgelder einzuführen, damit sich alle an die Verbote halten und umsichtig sind. Bisher war dies größtenteils der Fall, doch es gab einige traurige Fälle des Missachtens.

Corona-Auflagen: Das wird jetzt überall verboten

Was genau erlaubt ist und was nicht, ist Ländersache. Einige Bundesländer sind strenger als andere. Somit solltet ihr euch kurz vor den Feiertagen nochmals informieren, welche Corona-Auflagen in eurem Bundesland gelten. Die Polizei wird auch an Ostern im Einsatz sein und dafür sorgen, dass die Verbote eingehalten werden. Wer zuwider handelt, könnte mit mehreren Hundert Euro Strafe für eine Ordnungswidrigkeit rechnen. Einzelne Länder beschließen die Verlängern der Corona-Regeln in dieser Woche, weitere werden sicherlich folgen.

"Wir haben in Brandenburg kein Ausflugs- und auch kein Ausgehverbot, wir haben eine Kontaktsperre. (...) Aber was nicht geht, ist, dass man sich dort trifft und dann 50 oder 100 Menschen diesen Osterspaziergang machen."

Brandenburgs Minister Dietmar Woidke, Dienstag 31.03.2020

Corona-Regeln für Berlin und Brandenburg

In Berlin und Brandenburg wurden in dieser Woche folgende Bußgelder beschlossen, die ab 2. April fällig werden. Diese ähneln denen in Nordrhein-Westfalen, Bayern und Mecklenburg-Vorpommern.

  • Nach draußen gehen ohne Ausweis: 25 bis 75 Euro Bußgeld
  • Fehlender Mindestabstand von 1,5 m: 50 bis 500 Euro Bußgeld
  • Besuch von Oma und Opa im Altersheim: 100 bis 1000 Euro Bußgeld
  • Besuch in einer anderen Wohnung als der eigenen: bis zu 500 Euro Bußgeld
  • Teilnahme an einer Versammlung oder Veranstaltung von mehr als drei Menschen: Straftat

Bei einer Wiederholung einer dieser Taten könnten Gelder von bis 25.000 Euro fällig werden. Die Bundesländer nehmen diese Regeln ernst. Wer sich also mehrfach nicht daran hält und erwischt wird, könnte eine Straftat begehen. In NRW gelten diese Regeln schon seit einiger Zeit, denn das Bundesland war als erstes betroffen von einer sehr starken Verbreitung des Virus.

Sobald weitere Bundesländer einen Bußgeldkatalog veröffentlichen bzw. beschließen, informieren wir euch hier. Es wird in den Landesregierungen sehr gestritten, um einzelne Lockerungen und Ausnahmefälle. Daher wird es keine einheitlichen deutschlandweiteen Corona-Regeln geben.

Was an Ostern noch erlaubt ist

Ihr dürft natürlich weiterhin Spaziergänge oder Sport draußen machen mit den Kindern und euren Haustieren. Auch Eiersuchen im Wald oder auf der Wiese ist möglich, wenn ihr Abstand zu anderen haltet. Öffentliche Parks und große Plätze bleiben leider weiterhin Tabu. Auch wenn ihr kranke Angehörige pflegt und diese alleine besucht, ist das natürlich erlaubt. Ebenso wie Einkäufe und das Wahrnehmen von Sorge- und Umgangsrecht der eigenen Kinder. Es geht insbesondere darum, dass wir weiterhin Abstand halten und öffentliche Orte weiterhin meiden, wo viele Menschen aufeinander treffen.

Ostern ohne Gottesdienste

Ein Osterfest ohne Gottesdienst können sich viele Gläubige kaum vorstellen. Doch jetzt wird es wohl Realität werden. Eine enge Menschenansammlung in einem Raum, wie bei einem Gottesdienst üblich, würde der Verbreitung des Virus dienen. Daher werden leider nicht nur in Rom alle Gottesdienste und Messen im Vatikan abgesagt, sondern auch in Deutschland und vielen anderen Ländern. Die Krise zwingt jetzt Pfarrer zum Umdenken, viele streamen ihren Gottesdienst via Internet. Es ist natürlich nicht verboten, sich Ostern zum Gebet einzeln in die Kirche zu begeben. Die Gotteshäuser stehen allen Interessierten weiter offen. Doch wie das Osterfest dann in den Kirchen werden soll, ist noch ungewiss.

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Katja Nauck
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Traurig, aber nötig!?

Ob diese Maßnahmen gerechtfertigt sind, ist sicherlich umstritten. Doch sie dienen der einen Sache: Die weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern. Es ist natürlich schwer, den Kindern zu erklären, warum wir Oma und Opa nicht besuchen können bzw. warum Oma einen großen Abstand auf der Wiese halten muss. Noch schwieriger wird es werden, dem Kind und Oma zu sagen, dass man sich nicht knuddeln darf. Da hilft letztlich nur, den Besuch dieses Jahr ganz zu verschieben. Es geht hier um die Gesundheit aller, daher empfinde ich dies nicht als Strafe. Doch die, die am meisten darunter leiden werden, sind die Alten und die Kinder. Das wird dieses Jahr ein etwas einsames Osterfest.

Bildquelle: Getty Images/romrodinka

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