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15 Dinge, die dich davon abhalten, ein glückliches Elternteil zu sein

© IMAGO/Westend61
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Der Wäscheberg droht, ein Gebirge zu werden. Seit Tagen wollen wir Staub saugen, kommen aber nicht dazu. Zum morgigen Schulbasar will noch ein Einhorn-Kuchen gebacken werden, glutenfrei und nur mit Agavensirup gesüßt. Die Kinder machen natürlich nicht die Hausaufgaben, sondern zanken sich. Wenn Alltag etwas zwischen Chaos und Pflichtveranstaltung ist, will man als Elternteil einfach auch mal nicht mehr. Und erleidet prompt einen Anfall elterlicher Schuld. Dabei ist Aufgeben manchmal die beste Strategie.
Das findet auch Carol Tuttle, Influencerin, Life-Coach und Mutter von fünf Kindern. Die Autorin des internationalen Bestsellers "The Child Whisperer" hat 15 Verhaltensweisen identifiziert, die einem glücklichen Elterndasein im Weg stehen.

1. "So sollte es aber sein" aufgeben

Wir alle haben eine Idee davon, wie Eltern sein und Kindheit aussehen sollte – durch Erfahrungen oder Idealvorstellungen, Stichwort: "Bullerbü". Wenn wir uns aber nur darauf konzentrieren, wie es sein sollte, verpassen wir die Chance, zu schätzen, was ist. Frage dich deshalb immer wieder, was dir als Elternteil wichtig ist und auch warum es dir wichtig ist.
Lia Zerowsky

Tschüß Bullerbü, war mir eh zu langweilig

Ja, auch ich bin mit Astrid Lindgrens "Geschichten aus Bullerbü" aufgewachsen und habe immer gedacht, dass ich meinen Kindern auch die Art von behütetem Umfeld bieten möchte. Die Bullerbü Geschichten waren für mich als Kind eine warme Decke, die mich umhüllte und mir Sicherheit und Geborgenheit spendete.
Meine beiden Jungs wachsen in Nord-Neukölln auf. Grau mit braunen Sprenkeln alle paar Meter statt Blumenwiese und Bächlein. Geplant war das so nicht. Dank des Berliner Wohnungsmarkts hat das mit Zehlendorf aber leider nicht geklappt. Und noch mal umziehen und damit meine Jungs aus ihren Freundschaften und sicheren Bindungen an Erzieher*innen und Lehrer*innen reißen, wollten wir dann auch nicht. Denn – Überraschung – trotzdem beide über Müll und Hundeausscheidungen schimpfen, fühlen sie sich hier sicher, geborgen und beschützt.

2. Strichlisten aufgeben

Wohl die meisten Eltern führen sie: gedankliche Strichlisten. Welcher Elternteil tut mehr in der Beziehung? Welche Kita-Mama oder welcher Schul-Papa bringt sich am meisten ein, wenn es um Ausflugsbegleitung oder Wände streichen geht und machen wir eigentlich genug? Hat die Tochter genauso oft bei der Freundin übernachtet wie diese bei uns? Müssten wir den Freund des Sohnes nicht mal wieder einladen? Diese Strichlisten zu führen erzeugt Druck und frisst Energie. Wir können uns stattdessen – ganz ehrlich – fragen: Was möchte und kann ich beitragen?

3. Druck und Zwang aufgeben

Als Eltern fühlen wir uns verpflichtet, unseren Kindern Grenzen zu setzen. Wenn unser Kind jedoch ständig gegen eine bestimmte Grenze rebelliert, lohnt es sich, zusammen mit dem Kind zu hinterfragen, ob und warum die Grenze Sinn macht. "Lauf nicht auf die Straße" oder "Schlage nicht deine Schwester" sind gut auch für kleinere Kinder zu begreifen. Ob die Tochter oder der Sohn am Tisch sitzen bleiben muss, bis alle fertig sind, ist andererseits verhandelbar. Besonders, wenn wir unsere Elternrolle auch als Begleiter und nicht nur als Bestimmer verstehen. Wenn unser Kind das Gefühl hat, dass seine Stimme gehört wird, ist es eher bereit zuzuhören, was für uns und unsere Kinder weniger täglichen Kampf bedeutet.

4. Schreien aufgeben

Wenn der Geduldsfaden reißt, wird es manchmal laut. Wohl die meisten Eltern haben ihre Kinder schon mal angeschrien, auch wenn wir uns geschworen haben, das niemals zu tun. Denn Schreien ängstigt und verunsichert Kinder. Und auch wir fühlen uns danach unwohl und schuldig. Sich rechtzeitig ein Strategie zurechtzulegen ist sinnvoll, denn es nicht die Frage, ob es den nächsten Konflikt gibt, der alle deine roten Knöpfe drückt, sondern nur wann. Ist dein Kind alt genug, sag ihm, warum du wütend bist und was das mit dir macht. Kochen deine Emotionen zu hoch, verlasse den Raum und sage deinem Kind, dass du gerade zu wütend zum Diskutieren bist. Schrei in ein Kissen, räum die Spülmaschine aus, ruf eine Freundin an, trink ein Glas Wasser, atme länger aus, als du einatmest.

5. Perfektion aufgeben

Wichtige Durchsage für alle Eltern: Ihr müsst nicht perfekt sein. Nein, wirklich nicht. Erlaubt euch, über eure Fehler zu lachen und euer Unvermögen, die Rühreier so hinzubekommen wie in der Kita, als liebenswerte Macke zu sehen. Die besten Eltern sind nicht perfekt. Sondern bereit dazuzulernen und an Herausforderungen zu wachsen.

6. Ständiges Sorgen aufgeben

Andauernde Sorge und Gedankenkreise beschützen dein Kind nicht mehr, als du es schon tust. Dafür machen sie dich unglücklich und ängstlich, wo du doch deinem Kind ermöglichen willst, glücklich und ohne Angst aufzuwachsen. Versuche, stattdessen Dankbarkeit für das, was jetzt ist, zu kultivieren.

7. Pauschallösungen aufgeben

Jedes Kind ist einzigartig. Deshalb funktioniert das, was beim ersten Kind so schön geklappt hat, beim zweiten auf einmal nicht mehr. Natürlich gibt es Regeln, die für alle gelten, wie zum Beispiel ein respektvoller Umgang in der Familie. Aber das Einschlafritual, das bei der großen Tochter so wunderbar geklappt hat, kann bei der kleinen eben auch nicht erfolgreich sein. Fair zu sein, kann manchmal heißen, dass auch Geschwister unterschiedlich behandelt werden.

8. Den Kampf ums Essen aufgeben

Ja, Gemüse essen ist wichtig, gesunde Ernährung sowieso. Wir können unserem Kind vorleben, wie das funktioniert, unsere Familienmahlzeiten und die Brotboxen dementsprechend zubereiten und mit unseren Kindern darüber lesen und reden. Wenn die Tochter aber partout keinen Brokkoli mag und der Sohn sich gerade am liebsten von trockenen Brötchen ernähren möchte, können wir das einfach zulassen. Damit unterstützen wir unsere Kinder langfristig ein gesundes Verhältnis zum Essen zu entwickeln und ersparen ihnen und uns zähe Kämpfe ums Essen.

9. Den Nebenjob im Eventmanagement aufgeben

Es ist toll, die Entwicklung seines Kindes aktiv zu begleiten, sei es, indem es zum Kinderturnen fährt oder mit puzzelt, malt oder Kaufmannsladen spielt. Wenn wir aber dabei an den Rande unserer eigenen Ressourcen kommen oder unser Kind praktisch durchgehend bespaßt wird, ist es besser, dass Unterhaltungsprogramm runterzufahren. Unverplante Zeit tut Kindern gut und Langweile ist eine Inspirationsquelle für Kreativität und Selbstwirksamkeit.

10. Ungesunde Selbstaufopferung aufgeben

Als Eltern geben wir gerne und großzügig unsere Liebe, Zeit und Aufmerksamkeit. Dabei vergessen wir zu oft uns selbst. Wenn wir uns aber nicht ausreichend um selbst kümmern, leben wir auch unseren Kindern vor, dass Selbstfürsorge nicht notwendig ist.

11. Elterliche Schuldgefühle aufgeben

Manchmal fallen Eltern in ein tiefes dunkles Loch voller überwältigender, paralysierender Schuldgefühle, die ihnen einreden, es als Mutter oder Vater nie richtig machen zu können. Diese Schuldgefühle lügen und erzählen dir Quatsch. Niemand versagt als Elternteil, wenn er oder sie es nicht schafft, sein oder ihr Kind so früh von der Kita oder dem Hort abzuholen wie die Eltern "aller anderen Kinder". Und kein Kind nimmt Schaden daran, ohne kostspielige Fernreisen auszuwachsen. Denk immer dran: Du bist gut so wie du bist.

12. Einseitige Entscheidungen aufgeben

Als Mutter oder Vater haben wir oft das "letzte Wort". Wenn wir jedoch unsere Kinder in Entscheidungen mit einbeziehen, die sie betreffen, stärkst du deine Kinder und sie lernen gleichzeitig, wie Entscheidungsprozesse funktionieren.

13. Negative Botschaften aufgeben

Kinder hören viele negative Botschaften: "Du bist zu laut", "Sei nicht so schüchtern", "Frag nicht immer so viel", "Du bist anstrengend", "Du bist verwöhnt", "Ständig plapperst du", "Streng dich mehr an", "Hör auf zu zappeln", "Komm mal runter", "Sei freundlicher". Versuche, genau dasselbe Verhalten positiv wahrzunehmen und zu kommentieren. Zum Beispiel statt "Frag nicht immer so viel", zu sagen, Folgendes erwidern: "Ich finde es toll, wie wissbegierig du bist."

14. Die eigene Kindheitsgeschichte aufgeben

Was wir selbst an Negativem erfahren haben, sind oft genau die Sachen, die wir unseren Kindern um jeden Preis ersparen möchten. Ob wir in der Schule immer wegen etwas geärgert wurden, es zu Hause nicht so viel Geld gab oder wir uns "nicht gut genug" gefühlt haben – das Muster, welches wir am wenigsten für unser Kind wollten, kann durch unsere eigenen Ängste befeuert und wieder erschaffen werden.
Statt das zu vermeiden, was du fürchtest, schaffe das, was du möchtest: Wenn du Angst hast, dein Kind findet nicht genug Freunde, schaffe eine einladende Atmosphäre zu Hause, lade regelmäßig Freunde ein – deine und die des Kindes – und vernetze dich mit anderen Eltern. Viele werden ähnliche Befürchtungen haben wie du, besonders in Übergangssituationen wie dem Schulanfang.

15. Das Aufgeben aufgeben

Manchmal beschleicht uns die Angst, dass wir unser Kind "kaputt" gemacht haben und seiner kleinen Seele sowie seiner Psyche irreparablen Schaden zugefügt haben. Weil wir es angeschrien haben. Obwohl wir doch gelassen bleiben wollten. Weil wir ihm statt 20 Minuten zwei Stunden Medienzeit erlaubt haben, da wir so erschöpft waren. Vielleicht aber auch wegen der Scheidung oder dem arbeitsbedingtem Umzug.
Sollte die Angst tatsächlich berechtigt sein: Es ist nie zu spät, seinem Kind ein (noch) besserer Elternteil zu sein. Egal wie alt das Kind inzwischen ist: Gelebte und gezeigte Elternliebe ist für dein Kind immer wichtig und stärkend.
Ok, einmal tief durchatmen. Es ist Zeit, loszulassen, was nicht gut für dich ist und das Glück einziehen zu lassen.

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Quelle: fatherly.com

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