Familien-Ski mit Gruselspaß

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Familien-Ski mit Gruselspaß

Zum Skifahren in die österreichische Steiermark? Eine ausgezeichnete Idee, auch und gerade mit Kindern. Doch Vorsicht: In manchem Hotel spukt es…

Bildquelle: Steiermark Tourismus; ikarus.cc

Der Spuk beginnt noch vor dem Frühstück in unserm Skiurlaub. Ich steige mit meinen Kindern Nora (7), Jakob (5) und Schlossherr Ernst Schrempf hinab ins dunkle Kellergewölbe des Hotelschlosses. Weil die Kinder „komische Geräusche“ gehört hatten. Hmm. „Es gibt gar keine Gespenster“, versuche ich die beiden Kinder zu überzeugen. Bis ein Gespenst von sich hören lässt. „Huhuuu, huhuuu.“ Pause. Dann ruft es erneut. Ich blicke zum Schlossherren, der sich an die grobe Kellermauer drückt. „Gibt es nicht?“, fragt er. Dann erzählt er von Alfred, der unten im Verlies lebe. „Alfred will es so“, raunt er und schaut uns mit einem schaurig-geheimnisvollen Schlossherrenblick an, „sonst würde ich ihm natürlich ein richtiges Zimmer geben.“ Ernst Schrempf zupft an seinem Schnauzbart und schlägt vor, Alfred am Abend zu beehren. „Der arme Teufel freut sich über jeden Besuch!“ Nach diesem Erlebnis waren die Kinder den ganzen Tag in Gedanken bei Alfred und den Gespensterrufen, konnten die Geschichte weder bei unserer ersten Winterwanderung vergessen noch später bei der Schneeballschlacht. Denn wer sich im Schloss Thannegg Moosheim in der Steiermark einquartiert, bucht in dem Hotel gleich alles mit – die Schlossgespenster im Keller, Ritterutensilien an den Wänden und die Geschichten des Schlossherren.

Familienski mit Grusen inklusive

Unser Sohn Tim findet das großartig, aber er ist auch schon zehn und glaubt nicht mehr an Gespenster. Die Kinder Nora und Jakob schon ein wenig: „Mama, bekommt der Alfred auch etwas zu essen?“, fragt Nora beim Abendessen. Ich sehe, wie sie trockenes Brot in ihre Hosentasche stopft, ärgere mich ein wenig über Ernsts Gruselmärchen. „Und was wollen wir morgen machen? Ski fahren? Rodeln?“ In diesem Moment kommt Ernst ins Restaurant und ruft zum abendlichen Ausflug in den Keller. Beim späten Drink im Schlosskeller bekommt er die Quittung. „Was für eine Schnapsidee!“, schelte ich ihn, wobei ich mir ein Grinsen aber kaum verkneifen kann. „Ich werde alle Mütter vor dir warnen! Legst eine Puppe in den Keller, schleichst dich runter und erschrickst Kinder!“ Ernst schaut betreten, zumindest ein bisschen. Er zupft an seinem Bart. Und gelobt Besserung.

Schneeschuh-Wandern mit Kindern

Wir entscheiden uns für einen Drei-Tages-Skipass. 109 Lifte und 229 Pistenkilometer liegen uns in der östereichischen Schladming-Dachstein-Region zu Füßen, „Das dürfte reichen“, flüstere ich meinem Mann zu, als wir die Skipässe ordern. Er lächelt, wohl wissend, dass ich wahrscheinlich nur drei, vier der Pisten testen werde, in jedem Fall nur blaue, also einfache Pisten. Das Skigebiet Reiteralm bietet eine große Auswahl an blauen Pisten. Die Sonne steht schon wie ein großer, weißgelber Teller hoch oben am Himmel, als wir die Gondel verlassen und unsere Skier anschnallen. „Wow!“, entfährt es Tim wieder, diesmal beim Anblick der Berggipfel rundherum. Überall Zweitausender, die Hauser-Kaibling, Planai oder Hochwurzen heißen, alles Gipfel, die durch die Schladminger Ski-Schaukel verbunden sind. Ich steuere mit den Kindern das Übungsareal an. Weil man dort altes Ski-Können auffrischen und Neues lernen kann. Und weil es ganz in der Nähe eine bewirtete Almhütte mit Sonnenterrasse gibt… In den kommenden Tagen nehmen wir das Skigebiet näher unter die Lupe, wagen uns auch auf den Hauser-Kaibling und kehren mittags in urige Almhütten ein. Einmal fahren wir hinauf auf den Skywalk, die wahrscheinlich tollste Aussichtsplattform der Alpen auf 2700 Metern Höhe, von der aus man an klaren Tagen sogar die slowenischen Triglav-Berge sehen kann.

Skifahren, Schneeschuhwandern, Schlittenfahren mit Kindern

„Wir wollen heute hier bleiben!“, sagen die Kinder ein paar Tage später beim Frühstück im Hotel und sind sich ausnahmsweise mal einig. Die winterlichen Temperaturen und das Skifahren scheinen die Energien der Kinder aufgebraucht zu haben. Die Kinder sie wollen im Hotel-Schloss bleiben, unbedingt, wollen einmal Burgherren spielen und sich als Gespenster tarnen. Ich bin in Genehmigungslaune – und plane insgeheim einen Saunabesuch. Der nächste Tag bringt einen heftigen Schneesturm und später, nachdem er sich gelegt hat, eine Schneeschuh-Wanderung mit den Kindern durch winterweiße Wälder. Am Abend erwarten uns ein zünftiges Rittermahl und ein Wettbewerb im Armbrustschießen. „Es gibt übrigens wirklich keine Gespenster“, flüstert Ernst Jakob und Nora am Abend zu, „na ja, zumindest nicht hier.“ Der Stoderzinken ist noch Pflicht, sagt Burgherrin Gerlinde, ein kleiner Berg, der mit seinem Miniatur-Skigebiet wirkt wie aus Heidis Bergwelt. Und eine Schlittenfahrt auf dem Galsterberg steht ebenfalls noch auf unserer Wunschliste. Dessen Rodelstrecke ist 5 Kilometer lang, mitunter kurvig und steil. Die ganze Familie schwebt hinauf und rast hinunter. Wir fliegen aus den Kurven in den Tiefschnee, rappeln uns wieder auf, jagen einander, lachen, kreischen, jubeln und beschließen unten einstimmig: das Ganze noch mal!
„Manchmal springen hier Rehe in die Gondeln“, erzählt uns Ernst, als die Gondel wieder dem Gipfel entgegenschwingt, „vor allem, wenn die Gondel nah an den Tannen vorbeifährt. Am besten, wir schließen die Fenster!“ Tim grinst. Nora und Jakob schauen Ernst mit großen Augen an. „Schluss jetzt, Ernst!“, zische ich – und bin gespannt, was er sich nächstes Jahr einfallen lässt. Informationen zu Familien-Skigebiete in der Steiermark unter www.steiermark.com

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