Familienfotos: 12 Tipps für schöne Familienbilder

Schnappschüsse

Familienfotos: 12 Tipps für schöne Familienbilder

Unser Familienalltag ist so mitreißend, dass wir oft vergessen inne zuhalten und uns über unsere tolle Familie zu freuen. Gut, dass es Familienfotos gibt! Mit unseren 12 Tipps für schöne Familienfotos landen in eurem Fotoalbum nicht nur Schnappschüsse, sondern auch tolle Aufnahmen zum Verschenken!

Weißt du noch? Schau mal! So klein war der mal? Große Güte, seht euch mal meine Augenringe an! Haha, da hat die Kleine mir danach direkt auf die Schulter gespuckt! Fotos sind eine tolle Erinnerung an vergangene Tage und Zeiten. Denn sie geben nicht nur den Moment wieder, der abgelichtet ist, sondern stupsen gleich eine ganze Reihe von Erinnerungen an, die sich um den Schnappschuss ranken. Ein Familienfoto ist also niemals einfach nur ein Familienfoto, sondern immer gleich mit einem ganzen Fotoalbum in unserem Kopf verknüpft.

Umso wichtiger ist, dass wir neben all den Schnappschüssen, die wir täglich aus der Hüfte von unseren Kindern schießen, auch immer mal wieder eine richtige Familienfoto-Session einplanen. Denn nur so lässt sich sichern, dass in unserem ganz realen Fotoalbum, egal ob digital oder in Papierform, auch Fotos dabei sind, auf denen die ganze Familie zusammen zu sehen ist.

Familienfotos – das kann doch nur der Profifotograf!

Vor dem Aufkommen der digitalen Fotografie und der Smartphones mit integrierter Kamera sind tatsächlich viele Familien einmal im Jahr zum Fotostudio ihres Vertrauens gepilgert und haben sich als Gruppe professionell ablichten lassen. Oft wurden diese Fotos dann hübsch gerahmt zu Weihnachten an die liebe Verwandtschaft verschenkt. Und während Kinder- und Familienfotos – als Kalender, auf Tassen und T-Shirts, etc. – auch heute noch ein beliebtes Geschenk sind, werden die wenigsten davon von Profifotografen geknipst.
Das hängt einerseits damit zusammen, dass wir einfach so viele Fotos auf unseren Festplatten haben und nicht noch zusätzlich welche vom Fotografen brauchen und andererseits liegt es zum Teil auch daran, dass Familienfotos aus dem Studio oft furchtbar gestellt aussehen und nicht mehr unserer heutigen Ästhetik entsprechen. Ein weiterer Grund, der viele Familien daran hindert zum Profifotografen zu gehen – es gibt auch wirklich tolle Fotostudios, die wirklich schöne Familienfotos machen – sind die Kosten, denn so ein Fotoshooting mit der ganzen Familie geht ganz schön ins Geld.

Wer mit seinem Fotografen super zufrieden ist, sollte natürlich auch weiterhin seine Familienfotos bei ihm oder ihr aufnehmen lassen. Wer sich das Geld lieber sparen mag und selber auf den Auslöser drücken will (bzw. den Selbstauslöser aktivieren will), für den haben wir mit der Profifotografin Anne Friedrich aus Berlin die besten Tipps für euer privates Fotoshooting zusammengestellt. Wer für seine selbstgeschossenen Familienfotos noch eine Kamera braucht, dem empfehlen wir z. B. die Sony Alpha 600 für ca. 515 € über Amazon*. Die Digitalkamera ist einfach zu bedienen und macht super professionelle Fotos.

Einfarbiger Hintergrund, gleicher Look und jetzt alle lächeln: Familienfotos im Fotostudio wirken oft gestellt.

12 Tipps für schöne Familienfotos

1. Wer seid ihr?
Eure Familienfotos sollen euch zeigen, genauso wie ihr seid. Deshalb wirken Fotos aus dem Studio oft so schrecklich gestellt, da weder die Kulisse noch die extra ausgewählte Kleidung zu euren Familienleben gehören. Fotografiert euch am besten da, wo ihr euch wohlfühlt und euch auch im Alltagsleben gerne aufhaltet. Das kann euer Wohnzimmer oder Garten sein, aber auch euer Lieblingssee oder auf dem Spielplatz. Kletterfans wählen vielleicht die Boulderhalle, während Museenliebhaber vielleicht eher eine schöne Museum (z. B. davor auf der Treppe, vor dem Eingang oder in einem Säulengang) als Fotolocation wählen.

Familienfotos bei Ausübung eures liebsten Hobbies fotografiert, wirken besonders authentisch.

2. Lach doch mal vs. von Herzen lachen
Wer auf seinen Fotos weder ein erzwungenes “Cheese”, noch ein zwanghaft fröhliches “Ameisenscheiße” sehen möchte, der muss auf seinem Familienfoto echte Emotionen einfangen. Wenn ihr nur eure Kinder fotografiert, ist das am leichtesten mit Fotos beim Spielen oder in spielerischer Interaktion zu erreichen. Bei Familienfotos auf denen alle Familienmitglieder zu sehen sein sollen, sind Serienaufnahmen und Gegenstände zum Interagieren eine gute Möglichkeit, die Gruppensituation aufzulockern. Nutzt z. B. Luftballons, Konfetti, Bälle, etc. um als Gruppe Spaß zu haben und dabei Fotos zu machen. Natürlich entstehen bei solchen Aktionsfotos auch viele verwischte und unbrauchbare Fotos, aber dank der Serienfunktion ist am Ende bestimmt ein schönes Familienfoto dabei, auf dem alle zum Anbeißen aussehen.

Hilfmittel wie Konfetti sorgen auf Famlienfotos für ausgelassene Stimmung.

3. Die ganze Familie auf Augenhöhe
Für klassische Familienfotos in Gruppenposition solltet ihr darauf achten, dass ihr alle den gleichen Abstand zur Kamera habt, damit nicht der eine Kopf riesig und der andere winzig erscheint. Das ist besonders auch für Selfies wichtig, die sich durchaus auch für Familienfotos anbieten. Richtig aufgestellt, können nämlich auch Familienselfies ein tolles Foto der ganzen Familie einfangen. Gerade auf Selfies ist die Stimmung oft gelöst.
Ansonsten eignen sich Treppen, Mauern, Stühle, Tische und natürliche Schrägen um Größenunterschiede auszugleichen. Kleinkinder und Babys nehmt ihr am besten auf den Arm oder begebt euch zu ihnen auf Bodenhöhe. Auch auf dem Rücken liegend ist eine super Position, um alle in der gleichen Entfernung zur Linse auszurichten – denn dabei ist es ganz egal, dass Papa zwei Meter und der Nachwuchs nur 70 cm misst.

Alle Köpfe auf einer Höhe – so sehen auf Familienfotos alle gut aus.

4. Was ist das da hinten?
Klassische Familienfotos im Studio werden meistens vor einem einfarbigen Hintergrund geschossen. Das kriegt man auch zuhause vor der weißen Wohnzimmerwand hin. Wenn ihr aber draußen fotografieren wollt, solltet ihr darauf achten, dass der  Bildhintergrund nicht zu unruhig ist, bzw. sich keine unliebsamen Entdeckungen auf dem späteren Familienfoto wiederfinden. Eine Strandkulisse ist toll, aber bitte ohne nackige Sonnenanbeter oder fremde streitende Kinder im Hintergrund. Locations wie weite Wiesen und Felder, ein lichter Wald (oder eine Waldlichtung) und Strände eignen sich super für eure Outdoor-Familienfotos.

Alles richtig gemacht: Tolles Familienfoto am Strand ohne störende Elemente im Hintergrund.

5. Legt euch nieder
Wenn das Wetter nicht mitspielt, ihr aber unbedingt Familienfotos machen wollt oder müsst, dann geht das natürlich auch drinnen. Besonders schöne Kulissen bieten hier das Bett, das Sofa oder eine großer Teppich. Wenn ihr euch gemeinsam darauf kuschelt, euch lustige Dinge ins Ohr flüstert, kleine Kitzelattacken startet oder gar eine Kissenschlacht macht, können im Serienbild-Modus (mit Selbstauslöser) die schönsten dynamischen Familienfotos entstehen. Auch wenn ihr nur eure Kinder fotografieren wollt, ist das heimische Wohnzimmer, Kinderzimmer oder Badezimmer eine schöne Kulisse. Beim gemeinsamen Baden, Spielen oder Backen entstehen tolle Momentaufnahmen.

Das Bett ist der perfekte Spot für wunderschöne Familienfotos. Alle fühlen sich wohl und sind auf einer Ebene.

6. Morgenrot und Sonnenuntergang
Gerade im Sommer ist das Tageslicht am Morgen und am Abend für eure Fotos am schönsten. Welche Tageszeit sich für euch am besten eignet, hängt von eurer Tagesroutine und euren -gewohnheiten ab. Wenn ihr Vormittags gerne aktiv seid, dann raus mit euch zum Happy-Family-Fotoshooting. Wer erst gegen Nachmittag in die Gänge kommt, wählt den frühen Abend für seine Fotosession. Auch das tagesaktuelle Wetter kann die Qualität eurer Fotos beeinflussen: “Entgegen der allgemeinen Annahme eignen sich leicht bewölkte Tage besser für Outdoorfotos aus strahlende Sommertage. An Sonnentagen besser im Schatten als in der prallen Sonne fotografieren, so wird die Ausleuchtung gleichmäßiger. Direktes Sonnenlicht sorgt für zu starke Kontraste,” verrät Profifotografin Anne Friedrich.
Deshalb ist es kein Grund zum Traurigsein, wenn an eurem Fototermin nicht die Sonne scheint – vielleicht bekommt ihr genau deshalb die schönsten Fotos.

7. Anziehend – tragt doch was ihr wollt
Experten raten bei Gruppenfotos gerne zu einheitlicher oder abgestimmter Kleidung. Natürlich sieht es schön aus, wenn alle die gleichen Farben oder alle Streifen-Shirts tragen – aber es sieht auch gleich sehr inszeniert aus. Profifotografin und Mama von zwei Jungs Anne Friedrich rät daher eher dazu, sich im gleichen Farb- bzw. Schattierungsraum zu bewegen und darauf zu achten, dass gerade die Kinder etwas tragen, was sie auch sonst gerne an haben. So passen alle Familienmitglieder gut zueinander, aber keiner sieht verkleidet aus. Und es gibt nichts Schlimmeres auf Fotos, als die kleine Tochter, die dabei die ganze Zeit mürrisch guckt oder an ihrem Kleidkragen zieht, weil sie statt des schicken Kleides lieber Jeans und Shirt wie ihr Bruder getragen hätte.

Auf was man hingegen wirklich versuchen sollte zu verzichten, sind wilde Muster und schreiende Prints. Diese stechen auf den Bildern zu stark hervor und lenken das Auge von den Hauptdarstellern auf dem Foto – euch – zu sehr ab!

8. Auf Augenhöhe
Neben den klassischen Frontalshoots und der Idee die Fotos aus der Vogelperspektive aufzunehmen, ergeben gerade bei Kindern Aufnahmen auf Augenhöhe eine große Chance auf zuckersüße Kinderfotos. Dafür müsst ihr euch als Fotograf, je nach Größe eures Kindes, auf den Boden setzen oder gar legen. Die Anstrengung lohnt sicher aber, wenn dabei natürliche Fotos in Spielsituationen entstehen.

Der Fotograf geht in die Knie: Kinder fotografiert man für Familienfotos am besten auf Augenhöhe.

9. Ich mit dir, du mit ihm, sie mit mir
Gruppenfotos sind toll, aber erst in einer Collage mit verschiedenen Paarungen entsteht eine optisch schöne Dynamik und realistische Abbildung eurer Familie. Gerade an der Wand oder auf Grußkarten sieht es toll aus, wenn ihr Fotos mit verschiedenen Paarungen der Familienmitglieder arrangiert: Alle zusammen, die Kinder gemeinsam, Mama mit den Kids, Papa mit der Tochter, die Eltern alleine, etc.
Wer noch mehr Dynamik in seine Fotos bringen will, experimentiert mit Tiefenunschärfe, mit der sich optisch schön Haupt- und Nebendarsteller definieren lassen. Profifotografin Anne Friedrich erklärt:” Sehr schöne Familienfotos ergeben sich auch, wenn man ein oder mehrer Kinder in den Fokus rückt und im Hintergrund aber die Eltern oder ein Elternteil in Unschärfe zu erkennen ist. Das bildet das wahre Leben ab, wir sind als Familie immer zusammen, aber stehen nicht immer alle gleichzeitig im Mittelpunkt. Wenn ihr eure Fotos mit dem Smartphone schießt, eignet sich bei vielen Modellen dafür am besten der Porträt-Modus. Da die Kamera sich aber erst auf ein Gesicht fokussieren muss, dauert es mit Auslösen meist etwas länger. Das müsst ihr für gelungene Familienfotos unbedingt beim Knipsen einplanen!”
Der Effekt nennt sich in der Fachsprache Bokeh-Effekt und sorgt dafür, dass der Hintergrund eines Motivs (beispielsweise einer Porträtaufnahme) in den Unschärfebereich übergeht. Der Bokeh-Effekt hebt das eigentliche Motiv hervor und sorgt für besonders ästhetische und eindrucksvolle (Nah-)Aufnahmen. Die meisten neueren Smartphones können Bokeh. Laut der Experten von Chip können das iPhone XR für ca. 780 € und das Google Pixel 3XL für ca. 690 € (beides über Amazon)* besonders gute Familienfotos mit Tiefenunschärfe machen.

Mit Tiefenunschärfe lassen sich tolle Familienfotos mit mehreren Personen machen.

10. Wo ist das Vögelchen?
Euer Kind schaut überall hin, nur nicht in die Kamera? Wenn ihr klassische Frontalaufnahmen, egal ob als Einzelporträt oder als Familienfoto, machen wollt, ist es schön, wenn alle Richtung Kamera blicken. Gerade bei Babys und Kleinkindern ist das nicht ganz einfach. Wenn jemand für euch die Kamera bedient, können Rasseln und Kuscheltiere die Aufmerksamkeit eurer Kinder binden. Bei älteren Kindern und auch bei Fotos mit Selbstauslöser kann es helfen, ein Tablet oder Smartphone mit einem Kinderfilm neben der Kamera zu positionieren. So schauen eure lieben Kleinen garantiert in die Linse!

11. Blitz lass nach
Es leuchtet zwar so schön und Kinder sind von dem hellen Aufblitzen auch meist ganz begeistert (oder erschrecken sich und fangen an zu weinen), aber das Fotografieren mit Blitz sollte man lieber dem Profi überlassen. Hartes Blitzlicht sorgt für zu starke Kontraste und scharfe Kanten. Das sieht in den meiste Fällen nicht schön aus. Deshalb arbeiten die meisten Fotostudios auch mit indirektem Blitzlicht, aber die wenigsten Hobbyfotografen sind mit so etwas ausgestattet. Deshalb lieber draußen oder in Fensternähe fotografieren, um für eine ausreichende Beleuchtung zu sorgen.

12. Kinder am Drücker
Besondere Familienfotos können auch entstehen, wenn ihr eure Kinder den Auslöser drücken lasst. Kinder bringen dabei ihre ganz eigene Perspektive und Sicht auf die Dinge mit ein und mit ein bisschen Glück entstehen dabei ganz besondere Familienfotos. Gerade wenn ihr zum zweiten oder dritten Mal Nachwuchs bekommen habt, könnt ihr die Gelegenheit nutzen und die älteren Geschwister die Familienfotos mit Mama, Papa und Baby machen lassen. Ihr werdet überrascht sein, welche tollen Fotos auch Kinder schon machen können. Bereits kleinen Kindern ab drei Jahren kann man dafür eine Kamera in die Hand drücken – besser aber nicht Mamas Spiegelreflexkamera, sondern einen Digitalkamera für Kinder, z. B. die niedlichen Kinderkameras von Upcrow ab ca. 40 € mit Wechselgehäuse oder ein wasserfestes Modell wie die Unterwasser-Kamera für Kinder von Decomen für ca. 60 € (beides über Amazon)*.

Unsere Foto-Expertin für tolle Familienfotos

Anne Friedrich ist Mama von zwei Jungs und erfahrene Fotografin und Kamerafrau. Ihre professionelle Karriere startete sie mit der Ausbildung zur Portrait und People Fotografin in Oldenburg und erweiterte diese dann mit dem Studium Audiovisuelle Medien/Kamera an der TFH Berlin. Ihr Arbeitsschwerpunkt liegt aktuell auf der Businessfotografie. Privat knipst sie natürlich am liebsten ihre Familie!

*gesponserter Link

Bildquelle: Getty Images

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