Heimfinder-App hilft ab jetzt, einen Pflegeplatz zu finden

Praktisch!

Heimfinder-App hilft ab jetzt, einen Pflegeplatz zu finden

Spontan einen Pflegeplatz finden? In Zeiten des demografischen Wandels und Pflegenotstands gar nicht so leicht. Eine neue App soll dabei jetzt helfen.

In NRW sind aktuell insgesamt 875 Kurzzeitpflegeplätze und 1.890 Dauerpflegeplätze frei. In der knapp 260.000 Einwohner starken Stadt Mönchengladbach sind es genau 9 Kurzzeit- und 13 Dauerpflegeplätze. Die Zahlen sind der neuen Handy-App zu entnehmen, die NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann nun vorgestellt hat.

Laut Laumann mussten sich Menschen mit Pflegebedarf bis zuletzt noch die Finger wund wählen, wenn sie auf der Suche nach einem freien Pflegeplatz waren. Das soll die neue App jetzt ändern. Wenn also z. B. Oma den Opa zuhause größtenteils pflegt, dann aber selbst mit einer Erkältung flach liegt, können Kinder und Enkel (oder natürlich sie selbst) schnell in der App schauen, wo in der Nähe gerade ein Kurzzeitpflegeplatz frei ist.

App bislang nur für iOS und als Website

Bislang ist die App nur für iPhones verfügbar, für Android-Handys soll sie jedoch auch „in Kürze“ verfügbar sein. Android Nutzer müssen auf den Dienst aber nicht verzichten: Auf der Website "Heimfinder NRW" können freie Pflegeplätze auch überblickt werden. Damit die App funktioniert und optimale Ergebnisse liefert, sind Pflegeeinrichtungen seit dem 1. Januar 2020 dazu verpflichtet, den Behörden tagesaktuell die Zahl freier und belegbarer Plätze zu melden.

So funktioniert die Heimfinder App

Die App ist sehr leicht zu bedienen: Beim Aufruf der Seite kann man seine Stadt oder sogar seine genaue Adresse angeben, die App sucht dann alle Pflegeeinrichtungen im Umkreis von fünf Kilometern. Für jede einzelne wird dann angezeigt, ob es freie Dauer- oder Kurzzeitpflegeplätze gibt. Die Entwickler arbeiten aktuell an einem weiteren Feature: In der Folgeversion sollen Nutzer auch Push-Nachrichten bekommen, die sie darauf hinweisen, wenn in ihrem favorisierten Heim wieder ein Pflegeplatz frei ist.

Lisa Purrio
Das sagtLisa Purrio:

Mein Fazit

Der Heimfinder ist keine gänzlich neue Idee: ähnliche digitale Angebote gibt es schon seit längerer Zeit, z. B. von Krankenkassen oder privaten Anbietern. Diese sind allerdings oft nicht tagesaktuell oder zeigen aus privatwirtschaftlichen Gründen nicht alle Heime an. Die Landesinitiative mit der in Kraft getretenen Verpflichtung aller Einrichtungen, jeden Tag ihre freien Plätze zu melden, ist daher eine super Sache. Wenn der digitale Heimfinder gut angenommen wird, werden sicher (und hoffentlich!) weitere Bundesländer nachziehen. Aber so schön die App auch ist, so offenbart sie bei einem Blick hinein noch einmal ganz deutlich die traurige Realität: In vielen großen Städten sind nur vereinzelt Plätze verfügbar, in manchen Kleinstädten nicht ein einziger.

Bildquelle: Getty Images/Pornpak Khunatorn

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