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Kitas geschlossen: Wo Notbetreuung stattfindet und welche Rechte Eltern haben

Kitas geschlossen: Wo Notbetreuung stattfindet und welche Rechte Eltern haben

Lockdown

In Sachsen sind seit heute bereits schon alle Kitas, Horte und Schulen geschlossen. Für den Rest von Deutschland gilt ab dem morgigen Lockdown das gleiche. Das bedeutet für viele Eltern kurzfristige Umorganisation der Betreuung. Diese Regeln gelten jetzt für die Notbetreuung.

Kein Betreuungsverbot, aber Elternapell

Im Lockdown, der uns Eltern im Frühjahr alle Kraft gekostet hat, wurden die Kitas und Schulen für alle gleichermaßen geschlossen. Erst nach und nach gab es eine Notbetreuung für bestimmte Berufsgruppen. Denn welchen Kraftakt dies für Eltern bedeutet, wenn mindestens einer seiner Arbeit nachgehen muss, wurde schnell klar. Das Ganze ging zu Lasten der Eltern und Kinder.

Daher gilt zwar offiziell anlässlich des Lockdowns ab morgen, dass alle Kitas, Schulen und Horte schließen. Doch es wird eine Notbetreuung geben, sodass Eltern, die keine Alternative haben, ihre Kinder auch in die Kita bringen können. Jedoch weisen die einzelnen Länder darauf hin, dass alle Eltern, die Betreuungshilfe haben, derzeit in Elternzeit oder durch Arbeitslosigkeit oder andere Gründe zu Hause sind, ihre Kinder ab morgen zu Hause betreuen sollten. Der Lockdown dient der Verhinderung der weiteren engen Kontakte und somit auch der Entlastung des Betreuungspersonals.

Präsenzunterricht an Schulen aufgehoben

Für die meisten Schulen wird ab morgen der Präsenzunterricht aufgehoben. Die Schüler*innen müssen zu Hause bleiben. Einige Bundesländern bieten in den höheren Schulen digitalen Distanzunterricht an, andere Länder nennen diese Zeit "häusliche Lernzeit". Teilweise kann es eine Notbetreuung für Schüler*innen der unteren Klassen geben. Die Schulen eurer Kinder werden euch über die Möglichkeiten informieren.

Entschädigung für alle Eltern von Kindern unter 12 Jahren

Dank der Änderung des § 56 Infektionsschutzgesetzes könnt ihr zudem eine Entschädigung erhalten, wenn ihr euer Kind unter 12 Jahren im Lockdown zu Hause betreuen müsst. Ihr könnt also 67 % eures Einkommens für zehn Wochen erhalten. Bei Alleinerziehenden sind es sogar 20 Wochen. Diesen Lohn bekommt ihr von eurem Arbeitgeber ausgezahlt, der dies mit dem Staat abrechnet.

Notbetreuung für alle, die keine Alternative haben

Alle Eltern, die keine Betreuungsalternative in der Familie haben und beide berufstätig sind, können ihr Kind bzw. ihre Kinder in die Kita geben. Es findet zwar kein Regelbetrieb statt, aber die Kitas bleiben generell auf und werden für alle geöffnet, die gerade in der stressigen Vorweihnachtszeit ganztags beruflich eingespannt sind.

Da man sich bewusst ist, was dieses kurzfristige Fehlen der Kinderbetreuung für Eltern bedeutet, wurde auf die Liste der systemrelevanten Berufe in einigen Bundesländern verzichtet. Dennoch appellieren die Länder an alle Eltern, die Kinder ab morgen zu Hause zu lassen, wenn es irgendwie möglich ist. Ein Recht auf diese Form der Notversorgung der Kita haben Eltern jedoch nicht.

Sonderregelung für Sachsen

Doch das kann von Bundesland zu Bundesland verschieden sein. In Sachsen gilt ein harter Lockdown aufgrund der hohen Infektionszahlen, hier darf nur ein Kind systemrelevanter Eltern oder Alleinerziehender in die Notbetreuung. Eure Kitaleitung wird euch informieren, was für euch gilt.

Schulen in Sachsen sind ebenfalls generell geschlossen. Teils gibt es lokal die Möglichkeit, die Schulkinder weiter im Hort betreuen zu lassen. Ihr erkundigt euch am besten lokal bei eurer Schule und eurem Hort, ob eine Notbetreuung für die Tage bis Weihnachten dort auch möglich ist.

In diesen Bundesländern bleiben die Kitas geöffnet:

  • Bremen
  • Hamburg
  • Brandenburg
  • Hessen
  • Mecklenburg-Vorpommern
  • Niedersachsen
  • Nordrhein-Westfalen
  • Rheinland-Pfalz
  • Schleswig-Holstein

Kein Recht auf Homeoffice

Der Staat plädiert an alle Betriebe den Angestellten ab morgen Betriebsferien zu verordnen oder seinen Angestellten Homeoffice zu ermöglichen. Denn die Urlaubstage sind ja bei den meisten von uns jetzt aufgebraucht bzw. schon für die Tage zwischen den Jahren verteilt.

Ihr könnt zwar euren Arbeitgeber um Homeoffice bitten, doch ein Recht darauf habt ihr gesetzlich nicht. Dennoch werden viele Arbeitgeber, wo es möglich ist, von zu Hause zu arbeiten, ihren Angestellten mit Sicherheit entgegen kommen.

Sonderurlaub nehmen

Eine weitere Möglichkeit, dem Apell der Bundesregierung nachzukommen und die Kinder zu Hause zu betreuen, wäre Sonderurlaub. Dieser steht euch generell auch nur in Ausnahmesituationen zu. Ihr könnt euren Arbeitgeber fragen, ob es möglich wäre, ein paar Tage zusätzlichen Sonderurlaub zu nehmen und freigestellt zu werden.

Quelle: MDR.de, IFSG, Zeit.de

Bildquelle: Getty Images/evgenyatamanenko

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