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Magdalena Neuner: "Nach der Geburt meines zweiten Kindes war ich komplett am Boden"

Olympiasiegern

Magdalena Neuner: "Nach der Geburt meines zweiten Kindes war ich komplett am Boden"

Olympiasiegerin Magdalena Neuner hat als Sportlerin alles erreicht. Die Geburt ihrer Kinder brachte sie jedoch an ihre körperlichen und psychischen Grenzen. Im Interview mit der Bunten gesteht sie, dass sie nahe am Burnout war und welche Herausforderung sie als Mama zu Hause mit zwei Kindern jetzt meistert.

Entscheidung für die Familie und die eigene Gesundheit

Magdalena Neuner beendete mit 25 Jahren ihre Profisportlerkarriere im Biathlon und gründete eine Familie. Als mehrfache Olympiasiegerin weiß sie mit körperlichem und psychischem Stress umzugehen, doch ihre beiden Kinder (drei und fünf Jahre) und ihre neue Berufstätigkeit brachten sie an ihre Grenzen. Im Interview mit Bunte.de verrät sie, dass sie nach der Geburt ihres Sohnes vor drei Jahren körperlich am Ende war und kurz vor dem Burnout stand. Sie litt an einer Schildrüsenüberfunktion, hatte Herzklopfen und nahm sehr stark ab. Es ging ihr so schlecht, dass sie an manchen Tagen kaum aufstehen konnte und keine Energie mehr hatte.

Ich finde aber nicht, dass Burn-out ein Zeichen von Schwäche ist. Es ist ein Zeichen des Körpers: "Du musst weniger tun".

Magdalena Neuner

Da sie als Sportlerin zu dem Zeitpunkt bereits schon einmal ein Burnout hatte, wusste sie, dass sie etwas ändern musste. Sie wollte ihren Kindern und ihrem Beruf als Sportexpertin gerecht werden und merkte, dass das nicht funktionierte. Ehrlich gesteht sie, dass ihre Familie ihr damals klar machte, dass es Zeit ist, weniger zu machen. Seitdem geht es ihr besser.

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Mein Kleiner hat seit Corona richtig schlechte Laune

Doch der Stress holt die 33-jährige aktuell durch die Corona-Ausnahmesituation wieder ein. Die berufstätige Mutter ist erst vor kurzem umgezogen und mit ihren kleinen Kindern im Homeoffice. Der Ehemann ist den ganzen Tag als Zimmermann und Bauplaner unterwegs, so dass sie den Großteil der Kinderbetreuung übernimmt. Diese Herausforderung der Corona-Zeit ist für sie wie für sehr viele Familien und vor allem Mütter extrem belastend. Sie gesteht, dass sie jetzt wieder an ihre Grenzen kommt. Denn es sei schwierig, "die pädagogische Förderung und das Miteinander im Kindergarten" zu ersetzen. Vor allem ihr Kleiner leidet darunter, nicht mit Gleichaltrigen zusammen sein zu können.

Ich hatte ein paarmal richtige Schreianfälle, so kenne ich mich gar nicht. Man geht sich einfach gegenseitig auf die Nerven, die Kinder mir, aber ich den Kindern sicher auch. Aber man muss trotzdem das Beste draus machen.

Manuela Neuner zu Bunte.de

Magdalena Neuner ist eine toughe Frau. Dass sie so offen über ihr Burnout redet, ist sehr mutig und bewundernswert. Denn Sportler erscheinen uns nach außen häufig stark und zeigen selten gern Schwäche. Daher ist es umso wichtiger, dass sie zeigt, dass auch sie eine ganz normale Mama ist, die versucht Karriere und Familie zu vereinbaren und dabei eben auch nicht perfekt ist und gerade aktuell wieder mit großen Herausforderungen zu kämpfen hat – wie wir alle.

Katja Nauck
Das sagtKatja Nauck:

Ehrlich und mutig

Mama sein kann uns an unsere Grenzen bringen und es ist so toll, dass Frauen wie Magdalena Neuner darüber sprechen, wie es ihnen wirklich geht. Selten erfahren wir hinter dem schönen Instagram-Schein, wie es wirklich zu Hause aussieht. Dadurch entsteht ein falsches Bild von scheinbar perfekten Instagram-Müttern, die es so gar nicht gibt. Hoffen wir, dass sie die neuen Herausforderungen der Corona-Zeit jetzt mit Unterstützung gut meistert und ihre Kinder bald wieder in die Kita dürfen, so wie wir es uns alle wünschen.

Bildquelle: Getty Images/Lars Baron

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