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Mehr Scheidungen 2019: Prognose für dieses Jahr noch düsterer

Romantik adé!

Mehr Scheidungen 2019: Prognose für dieses Jahr noch düsterer

Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, ist die Zahl der Ehescheidungen im letzten Jahr leicht gestiegen. 2020 könnte sich dieser Trend verstärkt fortsetzen, wie erste Prognosen zeigen.

Im Jahr 2019 wurden in Deutschland ca. 149.000 Ehen geschieden. Das sind laut Statistischem Bundesamt knapp 1.000 mehr als im Jahr davor. Damit gab es erstmals seit 2012 eine leichte Zunahme der Ehescheidungen. Zum ersten Mal wurden auch die Scheidungen gleichgeschlechtlicher Ehepaare erfasst: Rund 100 gleichgeschlechtliche Ehen wurden im Jahr 2019 geschieden.

Durchschnittlich 14 Jahre und 10 Monate Ehe

Etwa 26.000 geschiedenen Paare waren bereits 25 Jahre verheiratet. Im Durchschnitt blickten die Paare aber auf 14 Jahre und 10 Monate Ehedauer zurück. Etwa die Hälfte der 2019 geschiedenen Ehepaare hatte minderjährige Kinder.

Die meisten Scheidungen passieren einvernehmlich: Bei 88,2 % der Ehescheidungen wurde der Scheidungsantrag mit Zustimmung des Ehegatten oder der Ehegattin gestellt. Bei 7,4 % wurde der Antrag sogar von beiden Ehepartnern zusammen eingereicht. Bei 4,4 % jedoch stimmte der Ehegatte oder die Ehegattin dem gestellten Antrag nicht zu.

Für 2020 sind 5-mal so viele Scheidungen erwartet

Dass die Corona-Krise viele Beziehungen vor eine harte Probe stellt, wurde vielen Paaren schon nach den ersten Tagen des Lockdowns klar. Kaum Freiräume, verstärkte Kinderbetreuung tagsüber, Kontaktbeschränkungen,  gemeinsames Arbeiten im Home-Office, Geldsorgen: Das und noch viele weitere Punkte sorgten in vielen Haushalten für dicke Luft.

Laut einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey soll die Zahl der Scheidungen in diesem Jahr deswegen nochmal rapide ansteigen. Die Zahl soll sich laut Umfrage in Deutschland infolge der Corona-Einschränkungen voraussichtlich um ein Fünffaches erhöhen. „Nicht nur die Ergebnisse dieser Scheidungsumfrage, sondern auch die bereits stark erhöhte Nachfrage in den Rechtsanwaltskanzleien lassen diesen Schluss zu", wird Alicia von Rosenberg, Familienrechtlerin mit Kanzlei in Berlin, auf verschiedenen Nachrichtenportalen zitiert.

Die Scheidungswilligen seit dem Lockdown sollen sich in zwei Gruppen einteilen lassen: Zum einen. Paare, bei denen das dauerhafte Aufeinanderhocken der Tropfen war, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat. Zum anderen länger getrennte Paare, die durch die Krisensituation nun ihre Verhältnisse ordnen und mit dem Kapitel Ehe endgültig abschließen möchten.

Test: Sollen wir unsere Ehe retten oder uns besser trennen?
Lisa Purrio
Das sagtLisa Purrio:

Keine guten Nachrichten für Romantiker ...

Wenn die Zahl der Scheidungen 2020 wirklich um ein Fünffaches steigt, sieht es ganz schön düster aus für die Ehe. Vielleicht hatte Oscar Wilde mit seiner Einschätzung zur Ehe ja doch recht: „Die Ehe ist ein Versuch, zu zweit wenigstens halb so glücklich zu werden, wie man allein gewesen ist.“ Wem das zu pessimistisch ist, der schaut sich lieber die Beziehung von Michelle und Barack Obama an und lernt aus ihren ehrlichen Geschichten.

Bildquelle: Getty Images/Sohl

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