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Vater werden: Was du als werdender Papa wissen solltest (dich aber vielleicht nicht zu fragen traust)

Vater werden: Was du als werdender Papa wissen solltest (dich aber vielleicht nicht zu fragen traust)

Ein Baby kommt

Vater werden ist nicht schwer, Vater sein dagegen sehr? Der Satz ist Unsinn. Denn nur, wer an seiner Rolle als werdender Papa wächst, kann letztlich auch ein liebevoller Vater und Partner sein. Deshalb solltest du dir keine To-Do-Liste anlegen, sondern schauen, wie du mit dir und deiner Partnerin zusammen dieses große Abenteuer emotional angehen kannst.

Wie kann ich ein guter Vater werden?

Dieser Text ist keine Checkliste. Nicht, weil ich nicht glaube, dass alle Papas da draußen nicht von einer To-Do-Liste für die Schwangerschaft profitieren würden, die sich leicht abhaken lässt, im Gegenteil. Ich weiß nur aus eigener Erfahrung, dass die meisten werdenden Papas einfach zu sehr in Schockstarre sind, um eine solche Liste zu verarbeiten. Aber warum ist das so? Und was kann ich als Papa dagegen tun? 

Als werdende Mama hat man ein lebendes Wesen praktisch unter dem Herz. Von der Sekunde an, in der ihr die ersten Bewegungen spürt; im Grunde schon, wenn sich durch den verändernden Hormonspiegel Stimmung und Appetit radikal verändern, seid ihr voll dabei. Eine Schwangerschaft ist für euch ein lebensveränderndes Ereignis, dass zuallererst euren Körper verändert.

Wir werdenden Väter merken erstmal: nichts. Auch wenn uns die Frauenärzt*innen noch so oft sagen, dass da was im Ultraschall zu sehen ist  – erst, wenn wir die geschmeidigen Bewegungen unseres Nachwuchses unter der Bauchdecke sehen und fühlen können, holen wir auf. Die Erkenntnis, dass wir ein Vater werden, kann sich dann ganz schön überwältigend anfühlen. Das eigentliche Problem ist aber: Unsere Frau hatte diese Erkenntnis schon lange vorher. Wir sind also nicht nur nicht auf der Pole Position, sondern eigentlich nicht wirklich aus der Startbox gefahren. 

Was kann ich als werdender Vater tun?

Sicher: Deine Partnerin erlebt einschneidende körperliche Veränderungen. Das heißt aber nicht, dass du sie ab jetzt wie ein rohes Ei behandeln musst. Denn erstens sorgt es nur für unnötige innere Anspannung für euch beide, wenn ihr beide versucht, Streitthemen generell zu vermeiden, und zweitens schafft ihr eine wirklich solide Grundlage für eure Elternschaft und eure Beziehung, wenn ihr auch jetzt weiter gemeinsam an euch arbeitet und zusammen wachst.

Was muss ich als Papa wissen?

1. Qualität geht vor Quantität!

Wie oft du einen Arztbesuch organisieren und dabei sein kannst, und ob sich ein Geburtsvorbereitungskurs zu zweit für euch lohnt, sind nicht die entscheidenden Fragen. Viel wichtiger ist: Wie kannst du am besten präsent sein und den Weg zur Geburt für deine Frau so leicht wie möglich machen? Nutze deine Energie intelligent.

2. Du bist jetzt die wichtigste Stütze!

Es gibt unendlich viele Möglichkeiten, wie du jetzt euren Alltag schöner gestalten kannst, indem du deiner Frau Mental Load abnimmst. Das kann eine entspannende Massage oder aber das Kochen des Lieblingsgerichts deiner Partnerin zu den unmöglichsten Zeiten sein. Auch im Bett können eure Wünsche auseinandergehen: Wenn euer Sex eher belastend als anregend sein sollte, ist es schön, wenn ihr gemeinsam nach Lösungen suchen könnt. Das kann von einer abgesprochenen längeren Pause über mehr Selbstbefriedigung bis hin zu neuem Sexspielzeug reichen. Mittlerweile gibt es eine Vielzahl von fantastischen Toys – auch für den Mann.

Wenn ihr Angst habt, mit den täglichen Abläufen überfordert zu sein, fragt Freunde oder Familie, ob sie beispielsweise für euch kochen können. Am besten habt ihr euch überall diese Bereiche schon ein paar Gedanken gemacht, bevor ihr schwanger werdet. So wird euer Alltag angenehmer und leichter.

3. Übernimm deinen Teil der Mental Load!

Organisiere, was das Zeug hält. Im Körper deiner Frau ist eine Großbaustelle. Stell dir vor, ihr hättet eine solche vor dem Fenster: laut, voller Baukräne und Metallsägen. Ungefähr genauso fühlt es sich für sie an, schwanger zu sein. Jeden Behördengang, jede Krankenhausanmeldung, jede Hebammenrecherche, die du eigenständig übernehmen kannst, nimmt Stress aus dem System. Und das ist das Wichtigste. Wenn du dann auch noch dafür sorgen kannst, dass regelmäßig Essen im Haus ist (siehe Punkt 2), dann seid ihr auf einem guten Weg!

4. Schieb nichts auf!

Es wird anders kommen, als du denkst. Deshalb ist jetzt die Zeit, zu vertrauen und die Dinge zu machen, die später erstmal eine Weile nicht möglich sein werden. Ob es ein Besuch bei einem Konzert ist, eine lange Filmnacht, ein gemütlicher Abend mit Freunden oder auch einfach nur Ausschlafen, wenn euch danach ist: Viele Dinge sind mit einem Neugeborenen und nur allzu oft auch mit einem Kleinkind oder Kind schwer bis unmöglich umzusetzen. Deshalb: genießt diese Zeit der Veränderung und macht „erwachsene“ Sachen.

5. Nimm an, wie du dich fühlst

Es ist okay, dass du dich überfordert fühlst. Wütend. Irritiert. Euphorisch. Benenne diese Gefühle. Schreib sie auf, hol sie aus deinem Kopf. Du wirst oft überrascht werden. Dich orientierungslos fühlen. Es kursieren viele komische Geschichten über die Schwangerschaft. Zum Teil von Menschen, die nicht sehr hautnah bei einer dabei gewesen sein können. Werdende Mamas sind weder dauererregt, noch emotionale Fellknäuel, noch raus aus dem normalen Alltag. Sie sind auf einem Weg der Veränderung, der sie beeindruckt und der ihnen Angst macht – genau wie du. Geht ihn gemeinsam.

Vater werden – mein persönliches Fazit

Vater werden – das heißt weder, dass man als Papa seiner Partnerin auch mal alle Jubeljahre die Füße massiert, noch, das man sich darin verliert, sie panisch zu umsorgen. Vater werden heißt, gemeinsam mit der Partnerin als Team die Erkenntnis zu verarbeiten, dass sich das Leben ab jetzt radikal verändern wird. Je nach Tagesform zum Guten, manchmal zum Schlechten, an jedem kommenden Tag aber definitiv anders.

Wenn ihr diese Gedanken gemeinsam miteinander aussprecht, eure Sorgen teilt und anerkennt, dass jeder sein Bestes gibt, habt ihr eine gute Grundlage dafür geschaffen, dass eure Beziehung auch nach der Geburt wächst, gedeiht und sich vertieft. Denn Vater werden, Mutter werden und Eltern werden bedeutet vor allem eines: Veränderung. Und die fängt bei uns selbst an.

Bildquelle: Getty Images/Roc Canals

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