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Virologe Drosten: Häufiges Lüften hilft gegen Corona-Viren

Virologe Drosten: Häufiges Lüften hilft gegen Corona-Viren

Fenster auf!

Christian Drosten, Virologe der Berliner Charité, weist daraufhin, dass Lüften weitaus wichtiger sei als ständiges Abwischen und Desinfizieren. Warum das gegen die Verbreitung von Corona-Viren hilft, verriet er gestern gegenüber Deutschlandfunk.

Ansteckungsgefahr durch "Aerosole"

Sogenannte Aerosole sind in der Luft fliegende Schwebeteilchen, die Viren weitertragen. Zusätzlich zur Tröpfcheninfektion, die sich durch Husten oder Niesen verbreitet, tragen diese Teilchen in der Luft ebenfalls das Virus weiter. Diese Übertragung von Viren wird in der Wissenschaft schon länger diskutiert, so Drosten im Interview mit Silvia Engels beim Deutschlandfunk. Doch anhand einiger jüngster Corona-Häufungen wie z. B. in einer Baptistengemeinde in Frankfurt am Main oder einem Restaurant deute alles darauf hin, dass sich das hochansteckende Virus in einem stickigen ungelüfteten Raum schneller verbreiten könne als draußen.

Richtig lüften statt nur Desinfizieren und Wischen

Der Virologe spricht sich dafür aus, dass im Alltag daher wahrscheinlich das Lüften von Räumen, in denen sich regelmäßig viele Menschen aufhalten, noch wichtiger sei als Hände waschen oder desinfizieren.

Aber ganz einfach gesprochen: Wenn es denn so ist, dass ein Virus in der Raumluft steht, dann muss diese Raumluft natürlich bewegt werden und herausbefördert werden. Das heißt, man macht das Fenster auf, setzt da einen großen Ventilator rein, der die Luft nach draußen bläst, und macht die Tür einen Spalt auf. Dann kann man natürlich so einen Raum auch entlüften und kann sicherlich auch so eine Aerosolkomponente verringern.

Christian Drosten, Deutschlandfunk, 25.05.

Richtig lüften heißt demzufolge jedoch nicht, dass man das Fenster nur kippt. Es ist wichtig, dass ihr regelmäßig alle Räume durchlüftet, indem ihr die Fenster und Türen öffnet und für Durchzug sorgt. So werden die Viren nach draußen bewegt.

Bessere Richtlinien in Sachen Hygiene und Verhalten

Christian Drosten sagt nicht, dass Desinfektionsmittel nichts nützen würde. Für Krankenhäuser und den medizinischen Bereich ist dies essenziell. Doch es sei ebenso wichtig, die Raumluft auszutauschen, wie sich die Hände zu waschen, wenn nicht wichtiger. Die Übertragung durch Schwebeteilen, die Aerosole, ist genauso ein Problem wie die Tröpfcheninfektion. Dagegen helfen Mundschutz tragen und Hände waschen. Ob das Gesundheitsamt aus diesen Erkenntnissen nun neue Richtlinien macht, kann der Virologe nicht sagen bzw. entscheiden. Er ist jedoch dafür, diese zu überarbeiten bzw. zu überdenken. Vor allem für Schulen, Kitas, Restaurants oder andere Orte, in denen viele Menschen zusammen kommen.

Ich glaube, wir brauchen viel mehr noch mal bessere Richtlinienwerke für bestimmte ganz wichtige gesellschaftliche Bereiche wie zum Beispiel jetzt die Schulen und die Kindertagesstätten, Kindergärten.

Drosten sprach sich im gleichen Interview mit Deutschlandfunk dafür aus, dass Kitas und Schulen unter diesen besonderen Richtlinien wieder geöffnet werden sollten.

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Pro Lüften

Ich predige seit Jahren, dass es wichtig ist zu lüften, auch wenn es draußen kühl ist und man kurzzeitig mal friert. Unter meinen Kolleginnen und Kollegen habe ich mich dafür nicht immer beliebt gemacht, als ich auch im Winter öfter mal das Fenster aufgerissen habe. Als Lüftfanatiker freue ich mich, dass es jetzt endlich mal fast schon wissenschaftlich untermauert wird, wie wichtig das ist. Denn vor allem in Großraumbüros ist es ja bekannt, wie schnell es stickig wird und sich die Viren dank Klimaanlage noch mehr vermehren. Auch in Kitas und Schulen ist es sinnvoll, dass regelmäßig die Raumluft ausgetauscht wird. Dann können es sich die Viren gar nicht erst gemütlich machen. In Restaurants erlebt man das leider viel zu selten. Vielleicht ändert sich dahingehend jetzt etwas. Denn eine offene Tür oder ein offenes Fenster ist doch ein Leichtes als "Waffe" gegen ein Virus und wir alle können jetzt etwas dazu beitragen.

Bildquelle: Getty Images/dangrytsku

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