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Voll unverschämt! 9 Sätze, die bei Einzelkind-Eltern gar nicht gut ankommen

Da hat man unter Anstrengungen ein Kind auf die Welt gebracht und ist selig. Und schon rieselt es unverlangte Kommentare: Ein häufiges Thema für unbedacht geäußerte Sätze ist die Kinderfrage: Als Einkind-Mutter muss man sich da so einiges anhören, was sehr übergriffig und verletzend sein kann. Allen Einzelkind-Eltern sei gesagt: Wir kennen diese Sätze auch sehr gut – und hier kommen einige Vorschläge, wie ihr nächstes Mal reagieren könntet.

#1 "Wann kommt das nächste Kind?"

Meine Tochter war gerade ein paar Monate alt und ich hatte mich an alles gewöhnt: Da kam schon die Frage von Außenstehenden und anderen Eltern: Und, wann kommt das nächste!? ... Warum diese Frage? Erst einmal war ich total froh, Mutter dieses einen Babys dank künstlicher Befruchtung zu sein und weit davon entfernt mich mit der Planung des nächsten zu beschäftigen.

Noch dazu verstand ich auch nicht, weshalb wir jetzt von der Zukunft reden, wenn doch dieses Kind gerade erst wenige Monate bei uns ist. Soll das witzig sein oder wie? Aber auch Kolleginnen von mir, die auf natürlichem Wege schwanger geworden sind, waren mega genervt von dieser Frage. Als wäre man eine Kinderproduktionsmaschine.

Fällt den anderen dann kein besseres Thema ein, was man eine Mutter in Elternzeit fragen kann, die aktuell froh ist, alle Geburtsverletzungen hinter sich zu haben und gerade noch lernt, sich auf das Leben mit Säugling einzustellen? Wenn ihr so was das nächste Mal gefragt werdet, reagiert ihr einfach mit Humor: "Weiß ich gerade nicht, frag doch mal meine Hebamme, wann sie einen Termin frei hat."

Das könnte schnippisch rüber kommen, aber vielleicht merkt dann das Gegenüber, das diese Frage jetzt echt nicht hätte sein müssen. Vor allem, wenn man wirklich eine anstrengende Kinderwunschreise hinter sich hatte. Man sollte nie vom Offensichtlichen ausgehen.

#2 "Wollt ihr noch ein weiteres Kind? Die Kleine soll doch nicht etwa alleine bleiben!?"

Gleich nach der ersten für mich völlig überflüssigen Frage kommt diese Frage, ob wir überhaupt noch ein zweites Kind wollen. Jetzt denken viele vielleicht: Meine Güte, ist doch eine berechtigte Frage, wenn man schon ein Kind hat. Doch die Fragensteller vergessen eines: Ihr wisst nicht, in welcher Situation das Paar ist oder war, ob es nicht vielleicht ein riesiges Glück nach einem schwierigen Kinderwunschweg war, dieses Baby zu bekommen.

Und überhaupt: Warum muss man Eltern mit einem Kind unbedingt immer wieder diese Frage stellen und sie zwingen, sich dazu positionieren zu müssen. Vielleicht weiß das Paar das selbst noch nicht so genau. Oder es möchte einfach kein weiteres Kind. Ist das ein Verbrechen?

Wie man auf diese Frage reagiert ohne genervt zu klingen, weiß ich echt nicht. Auch hier könnte man versuchen, humorvoll zu antworten: "Aber er/sie ist doch gar nicht alleine, wir sind doch zu dritt ... Und außerdem: Kannst du in die Zukunft schauen? Dann sag du es mir doch!?"

#3 "Na, ihr habt es ja einfach mit 'nur' einem Kind!"

Ein solcher Satz kommt häufig ein wenig unverhohlen vorwurfsvoll von Eltern mit mehreren Kindern. Ich weiß, dass sie es nicht böse meinen. Es ist definitiv meist richtig, dass der den Alltag und alle Probleme verdoppelt oder verdreifacht werden, sobald man mehrere Kinder hat. Doch es kann mit einem Kind genauso "anstrengend" sein wie mit mehreren. Es kann sogar deutlich anstrengender sein, je nachdem wie der Charakter des Kindes ist bzw. wenn es vielleicht besondere Bedürfnisse hat.

Keiner kann in andere Familien hinein schauen und keine Situation ist vergleichbar. Außerdem ist ein Kind nie "nur" ein Kind. Das wertet den einzelnen Menschen in meinen Augen wirklich ab. Wenn der Kommentar von Mehrkind-Eltern kommt, könntet ihr fragen: Und warum habt ihr "bloß" drei/vier Kinder? Dann merken diejenigen vielleicht, wie seltsam das wirkt.

#4 "Aber er wird doch so einsam aufwachsen ohne Geschwister!?"

Ernsthaft!? Mir sind viele Familien mit sehr vielen Geschwistern bekannt, die sich später nicht mehr viel zu sagen haben. Sicherlich ist eine Großfamilie eine gute Sache und früher war das einfach üblicher als heute. Aber nur weil das Kind ohne Geschwister aufwächst, wird es ja nun kein Soziopath werden, oder? Genau so was antworte ich in dem Fall dann auch!

#5 "Du willst bestimmt nur ein Kind, weil du selbst Einzelkind bist, oder?"

Auch dieser Vorwurf kommt in der Überflüssigkeits-Skala gleich hinter dem obigen. Ich selbst bin kein Einzelkind, wie meine Kollegin Katja Gajek, die diesen schönen Kommentar beigesteuert hat. Doch woher will derjenige wissen, dass sie nicht irgendwann ein zweites Kind möchte und was hat diese Entscheidung damit zu tun, ob man selbst aus einer großen Familie kommt oder nicht. Das kann einen Einfluss haben, muss es aber nicht.

#6 "Du wirst auch nicht jünger, so langsam sollte das zweite kommen!"

Da ist es, das Totschlagargument biologische Uhr. Vor allem, wenn man Mitte/Ende Dreißig ist, kommen solche Hinweise des Öfteren. Diese Frage nach dem Alter ist doch wirklich nicht mehr zeitgemäß. Es ist heutzutage einfach so, dass Frauen auch mit 40 oder älter locker noch Kinder bekommen. Selbst wenn man persönlich der Meinung ist, dass das zu spät ist, muss man das dann einer Mutter, die mit Ende Dreißig das erste Baby kriegt, wirklich vorhalten?

#7 "Sie ist doch Einzelkind, warum bist du so müde/gestresst?"

Liebe Eltern, hört auf euch gegenseitig vorzuhalten, wer am müdesten ist und wer am meisten gestresst. Das führt einfach zu nichts. Man kann fertig sein, wenn man ein Kind nur dazu bringen will, in die Kita zu gehen. Natürlich ist es etwas ganz Anderes, wenn man dazu noch einen Säugling auf dem Arm hat oder ein Kind, was generell mehr Hilfe benötigt. Doch das heißt ja nicht, dass auch Eltern von Einzelkindern nicht müde und abgespannt sein dürfen?

#8 "Aber es wär doch so schön, wenn er ein Geschwisterchen hätte! Er kümmert sich so rührend um seine Cousine"

Diesen Satz hat meine Kollegin Maike schon öfter gehört. Ja, Kinder kümmern sich auch rührend um ihre Puppen oder Plüschhunde. Ist das ein Grund einen Hund zu kaufen? So flapsig könntet ihr reagieren. Fakt ist, dass alle diese Begründungen, warum man doch unbedingt mehr als ein Kind haben sollte, mit dieser Entscheidung nichts zu tun haben. Es ist ja nicht so, als würde man sich einen neuen Pullover kaufen!

#9 "Ein Kind ist kein Kind"

Am schlimmsten finde ich jene Sätze, die den Wert eines Menschen regelrecht abmindern. So ein Satz ist "Ein Kind ist kein Kind". Ich habe das tatsächlich schon so gelesen und gehört. Gemeint ist meist, dass im Vergleich zum Alltag mit mehreren Kindern ein Einzelkind leichter zu versorgen ist (im Normalfall). Doch er impliziert auch eine Abwertung für das einzelne Kind. Denn es ist völlig legitim, mit "nur" einem Kind glücklich zu sein und in dessen Erziehung seine ganze Leidenschaft zu stecken. Warum denn nicht?

Katja Nauck

Haltet euch zurück!

Letztlich ist es doch so: All diese Kommentare sind einfach übergriffig und häufig unbedacht geäußert. Es gibt triftige Gründe, weshalb Menschen nur ein Kind möchten und das ist doch vollkommen in Ordnung. Selbst wenn wir die Gründe nicht kennen, wieso müssen wir das jedes Mal zum Thema machen!? Überlassen wir es doch jeder Frau, jedem Vater, jeder Familie selbst, wie er dazu steht und warum. Es muss auch nicht jeder immer darauf antworten oder eine Meinung dazu haben bzw. mir diese Meinung sagen müssen. Jedem das Seine!

 

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Bildquelle: Getty Images/nicoletaionescu

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