Für Links auf dieser Seite erhält familie.de ggf. eine Provision vom Händler, z.B. für mit oder grünblauer Unterstreichung gekennzeichnete. Mehr Infos.
Familie irrt wochenlang durch den Dschungel: Social Media ist ihre Rettung

Happy End

Familie irrt wochenlang durch den Dschungel: Social Media ist ihre Rettung

Ein Fischer hatte die Mutter und ihre drei Kinder mitten im Amazonasgebiet gefunden. Völlig ausgehungert, kraftlos und dem Tode nahe irrten sie durch den Dschungel. Der Fischer kümmerte sich um Hilfe – wie gut, dass WhatsApp und Facebook auch im Dschungel funktionieren ...

Familie Peréz wohnt in Puerto Leguízamo, einem kleinen Städtchen im kolumbianischen Amazonasgebiet. Papa Andrés arbeitet auf einer abgelegenen Farm. Mama María und ihre zehn-, zwölf- und 14-järigen Kinder machen sich zur Weihnachtszeit auf den Weg zu ihm in den Regenwald. Nachts schlafen sie in einer kleinen Hütte, am Tag besuchen sie den Vater auf den Feldern. Kein komplizierter Weg – zumindest, wenn es hell ist.  Am 19. Dezember achtet die Familie nicht so genau auf die Zeit. Als sie sich um 17 Uhr in der Dunkelheit auf den Rückweg machen, kommen sie vom Weg ab.

Hunger ist stärker als Angst

Es ist wie in einem Horror-Dschungel-Film: Die Dunkelheit und das Pflanzen-Wirrwarr lassen die junge Familie die Orientierung verlieren, sie verirren und verlieren sich im Regenwald. Die ersten fünf Tage lang lassen sie die Finger von Früchten, Samen und Blättern, zu groß ist die Angst, etwas falsches zu essen. Doch irgendwann ist der Hunger so groß, dass er die Angst besiegt. Mutter María erzählt später: „Ich wollte das nicht, ich fürchtete, sie könnten giftig sein. Aber ich aß sie auch. Weil ich nicht am Leben bleiben wollte, wenn meine Kinder sterben.“

Die Tage vergehen. Die Familie ist dem Ende ihrer Kräfte nahe. Der Hunger und die Angst lassen auch den Kopf müde werden. Familie Peréz ist kurz davor, aufzugeben. Doch am Morgen des 24. Januars, über einen Monat nachdem die Familie verschollen ging, hören sie plötzlich ein Motorgeräusch. Auf dem Fluss, an dem sie sich mittlerweile ein Lager eingerichtet hatten, taucht plötzlich ein Fischerboot auf: Ihre Rettung!

Hilfsaktion über Social Media

Der Fischer nimmt die Familie in seinem Boot mit. Vier Stunden dauert die Fahrt in das indigene Dorf La Esperanza. Die Einwohner kümmern sich sofort um die Frau und ihre  Kinder, die kurz vor dem Hungertod stehen. Nach der Notversorgung kümmern sich die Helfer dann um Rettung. Über WhatsApp verschicken sie Sprachnachrichten und Bilder, auch bei Facebook teilen sie Fotos und Infos der verschollenen Vier.

Und genau dort stößt der verzweifelte Familienvater Andrés auf die Fotos. Sofort  alarmiert er die kolumbianische und die peruanische Marine. Am 26. Januar werden seine Frau und die Kinder schließlich geborgen.

Mittlerweile wird die Familie in einem Krankenhaus versorgt. Sie alle sind in einem sehr schlechten Zustand: Unterernährung, Muskelhypertrophie, Dehydrierung, Fußverletzungen, Pilzinfektionen und weitere Krankheiten wurden diagnostiziert. Bis die vier Verschollenen wieder gesund sind, wird es noch dauern. Die Hauptsache ist aber, dass die Familie wieder vereint ist.

Quellen: Süddeutsche/ Bild

Bildquelle: Getty Images/Gleb_Ivanov

Galerien

Lies auch

Teste dich