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Alleinerziehende: So profitiert ihr vom Corona-Konjunkturpaket

Politik

Alleinerziehende: So profitiert ihr vom Corona-Konjunkturpaket

Stunde um Stunde berieten die Spitzen der Großen Koalition in Berlin. Gestern gingen die Sitzungen endlich zu Ende und dabei kam ein 130 Milliarden schweres Konjunkturpaket heraus. Auch Familien wurden bedacht. Neben dem Corona-Kinderbonus, sollen auch Alleinerziehende entlastet werden.

Corona-Kinderbonus auch für Kinder von Alleinerziehenden

Jede Menge haben die Politiker mit dem Corona-Konjunkturpaket beschlossen, unter anderem auch, dass jede Familie mit einem kindergeldberechtigtem Kind einen sogenannten Kinderbonus von 300 Euro erhält. Allerdings liest sich das jetzt schöner, als es in Wirklichkeit ist.

Der coronabedingte Kindergeldbonus muss versteuert werden. Das betrifft aber nur Eltern, die mehr als 65.000 Euro verdienen und den Kinderfreibetrag in Anspruch nehmen. Je mehr Kinder ihr habt, desto höher liegt hier die Einkommensgrenze. Der Corona-Kindergeldbonus wird nicht auf die Grundsicherung wie z. B. Hartz IV angerechnet und kommt bei Familien, die ein geringeres Brutto-Einkommen als 65.000 Euro haben, auch voll an.

Doch ob das die Eltern wirklich zufriedenstellt, wagen wir in der Redaktion zu bezweifeln.

Update 17.06.2020: Corona-Kinderbonus mindert Unterhalt

Wir haben es ja schon alle kommen sehen, aber jetzt ist es offiziell: Der Kinderbonus wird auf den Unterhalt angerechnet. Heißt also, dass der unterhaltzahlende Elternteil die Hälfte des Betrages einbehalten und entsprechend weniger zahlen darf. Dies ist aber nur zulässig, wenn er Mindestunterhalt leistet oder sich die Kinderbetreuung mit dem anderen Elternteil teilt.

Der Bundesverband alleinerziehender Mütter und Väter e.V. (VAMV) ist entsetzt, denn das Familienministerium hatte erst verkündet, dass der Kinderbonus nicht mit den Unterhaltsleistungen verrechnet wird. Weiter heißt es in der Pressemitteilung des VAMV:

Der Kinderbonus wird dort gebraucht, wo das Kind seinen Lebensmittelpunkt hat, da hier die Kosten für das Kind entstehen

Daniela Jaspers, Bundesvorsitzende des Verbandes alleinerziehender Mütter und Väter e.V. (VAMV)

Erhalten Alleinerziehende Unterhaltsvorschuss, bekommen sie den gesamten Kinderbonus.

Entlastungsbetrag wird angehoben

Alleinerziehende profitieren aber noch durch eine zweite Maßnahme vom Konjunkturpaket. Ein Elternteil, welches mindestens ein kindergeldberechtigtes Kind ohne einen Partner erzieht, erhält den sogenannten Entlastungsbetrag.

Es handelt sich dabei um einen speziellen Steuerfreibetrag. Eure Einkommensgrenze, ab welcher ihr dann Steuern zahlen müsst, wird also durch diesen Freibetrag nach oben geschoben. Unterm Strich zahlt ihr also weniger Steuern. Normalerweise liegt dieser bei rund 1.900 Euro. Für das Jahr 2020 und 2021 wird er aber auf 4.000 Euro angehoben.

Gerade Alleinerziehende müssen in der Corona-Krise ganz erheblich zurückstecken und haben finanzielle Ängste. Sie haben ganz besonders darunter zu leiden, dass die Betreuungseinrichtungen geschlossen sind - denn der Job ist ja auch noch da.

Die Politiker wollen zeigen, dass sie sich dessen bewusst sind und hoffen, mit dem Entlastungsbetrag auch wirklich zu entlasten:

Damit wird der höhere Betreuungsaufwand gerade für Alleinerziehende und damit verursachte Aufwendungen in Zeiten von Corona anerkannt.

Sozialministerin Mecklenburg-Vorpommerns Stefanie Drese
Bildquelle: Gettyimages/AleksandarNakic

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